Interview
Das Forschungszentrum

Thorsten Ruhle – UrbanDivision

Thorsten Ruhle UrbanDivisionWer ist Thorsten Ruhle? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Thorsten Ruhle, Jahrgang 70, gelernter Werbekaufmann mit Schwerpunkt Marketing,  Im 16. Jahr Inhaber der Beratungsagentur UrbanDivision. 2010 Sales Manager des Jahres und einer der schnellsten Golf Single-HCPler Deutschlands (2 Jahre) 😉

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich suche nicht das Lob, sondern die Kritik.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

UrbanDivision sorgt dafür, das kleine und mittelständische Unternehmen Geld mit Ihrer Webseite verdienen. UrbanDivision liefert für kleine und mittelständische Unternehmen Lösungen in den Bereichen Online Marketing, Webdesign, Internetberatung, Social Media und Suchmaschinenoptimierung.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Mit dem aktuellen (neuen) Kunde btm Werbetechnik. Hier haben wir nicht nur innerhalb von drei Wochen die Webseite auf die erste Seite bei Google gebracht, sondern in dieser Zeit bereits durch die SEO-Maßnahmen den ersten Kunden für das Unternehmen gebracht. Die zielgerichteten Branchen Maßnahmen von SEO (Advertorials/Linkaufbau) und Vermarktung (Presse & Ad-Banner) in seinem Bereich führten schnell zu diesem Erfolg. Ehrlich gesagt wurden wir aber selbst überrascht durch diesen schnellen Erfolg.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Die immer stärker wachsende multifunktionale Erreichbarkeit von Menschen und das riesige Datenvolumen, das sich immer mehr „auftürmt“. Trotz unendlicher Möglichkeiten sich digital und damit funktional zu vernetzen, verlieren die Menschen immer mehr die „Beziehung“ und das „Vis-a-Vis“ zu einander. Bei einem Essen beobachtete ich fünf Personen, die alle (!) mit einem Handy am Tisch beim Essen saßen. In einer geschätzten Zeit von 30 Minuten wurden maximal 10-15 Sätze ausgetauscht. Das macht mich sehr traurig. Bei uns zuhause gibt es während die Familie zusammen ist, Handyverbot. Wer mit seinen Liebsten Zeit verbringt, sollte für diese ein paar Momente abschalten. Diese Momente sind die kostbarsten, denn sie kommen nicht wieder.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die Datenvolumina und die sichere Verwahrung von persönlichen Informationen wird und bleibt die erste Herausforderung für jedes Land/Staat. Die Entwicklung der Technik und Informationstechnologie schafft neue Stellen und lässt Länder neues Entwicklungspotential entfalten. Ich würde es toll finden, wenn die moderne Technik mehr in Dritte Welt Länder und/oder sozial etwas schlechter bestellte Gebiete Einzug hält. Information sollte nicht nur der „besseren Gesellschaft“ vorbehalten, sondern jedem Menschen zugänglich sein.

Herausforderung für unseren Markt:

Die ständige Weiterentwicklung und das „Schneller Schneller“ machen auf kurz oder lang den Markt und damit die Wirtschaft kaputt. Dabei bestimmen wir selbst die Entwicklung und das Ergebnis. Vor einiger Zeit habe ich eine heiße Diskussion auf Facebook angezettelt. Es ging um das Thema Zeitarbeit und das es viele Gegner dieses Modells gibt, die sich extrem und aggressiv gegen diese Arbeitsform wehren. Ich bin weder für noch gegen das Model. Jedoch gab ich zu Bedenken, dass wir selbst die Zeitarbeit geschaffen haben, dadurch dass alles schneller und billiger angeboten werden soll. Denn wenn ich eine CD für € 9,99 bei einem großen Elektronikanbieter kaufen kann, wieso soll ich dann € 14,95 bei einem Einzelhändler bezahlen? So die Denke der o.g. Personen. Und der meisten Menschen in unserem Land. Nur genau diese Spirale heizt diese Verdienstmöglichkeit an, denn Unternehmer müssen zwangsläufig auf das „Geiz ist geil“-Prinzip reagieren. Und das ist meiner Meinung nach der Startschuss für die Zeitarbeit gewesen.

Herausforderung für unsere Firma:

Wir bezahlen seit Änderung der DMark zu Euro unserer Agentur fast 1-zu-1 das gleiche Honorar für unsere Mitarbeiter wie  bzw. freie Projektbetreuer. Ich finde, bestimmte Arbeit muss gut bezahlt werden. Und manchmal bezahlen wir sogar mehr, damit der Anreiz für eine gute und vor allem leidenschaftliche Zusammenarbeit gewährleistet wird. Mir ist nicht der Verdienst um € 1.000 mehr wichtig, sondern das ich Spass bei der Arbeit habe und meine Freizeit genießen kann. Denn der größte Luxus ist Zeit. Gerade wenn man eine Familie hat.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Geärgert: Die Anonymität. Viele laufen durch die Anonymität geradezu in Hochform auf und beleidigen, heizen an. An einer solchen Diskussion habe ich mich einmal beteiligt. Ich weiss nicht mal mehr, um was es ging, nur dass einige Personen so vom Leder gezogen haben, dass mir fast schlecht wurde. Als ich dann postete, ob diese Personen auch im richtigen Leben einer Ihr unbekannten Person so etwas ins Gesicht sagen würden, war die Diskussion schlagartig zu Ende. Etikette ist nicht nur etwas, was mit dem Internet zu tun hat 😉

Gefreut: Die Möglichkeiten der Vernetzung und Nutzung technischer Gimmicks zur Vereinfachung meiner/unserer Arbeit.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Eine Software, die die Aufgaben SEO, Online Marketing, Social Media, Projektplanung in einem Tool vereint 😉

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

http://t3n.de/Die Themen finde ich passend und gut recherchiert.

Brand Eins – Digital meets Analog. Die Berichte und Artikel der Autoren sind teilweise grossartig bis wunderbar. Ich lese das Magazin sehr gerne und freue mich über die thematische Verbindung von Start-Up, Unternehmer, Technologie und Wissen.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article137240248/Hamburg-die-digitale-Hauptstadt-Deutschlands.html

Hamburg schafft aus meiner Sicht ein solides Umfeld für gute Ideen und Konzentration wichtiger Entwicklungsimpulse der digitalen Wirtschaft. Allen Städten zum Trotz, die sich für „die Start-Up Szene“ halten, hat Hamburg in Bezug auf die Längerfristigkeit die Nase vorn. Meines Erachtens geht es auch nicht darum, wer die meisten Start-Ups hervorbringt, sondern diese ohne Milliarden-Investitionen ans Ziel und darüberhinaus führt. Meines Wissens nach ist Hamburg hier ganz klar in der Pole-Position.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

http://www.unternehmercoach.com/coach-unternehmer-buch-paul-arden-wer-du-bist-wer-du-sein-willst.htm

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Das waren meine eigenen. Wir haben vor 10-15 Jahren viele Techno und House-Events organisiert. Wenn ich eines sicher gelernt habe ist: Nichts ist sicher 😉 Und vor allem nicht 100% planbar. Es sollte immer Raum für „Puffer“ bestehen. Bei jeder Arbeit. In jeder Branche.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Unsere Agentursoftware COCOsCRACK. http://www.cocoscrack.de/  Danke nochmals an Herrn Grünberg für den wirklich exzellenten Support!….vielleicht bekommen wir für diese Werbung ja das große Software Paket umsonst 😉

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Dieter Dahmen. Dieter wurde mir von meiner Frau empfohlen. Dieter bringt Dinge verständlich, einfach und vor allem leidenschaftlich rüber. Ich schaue mir alle seine Videos und –wenn möglich, zukünftig auch Vorträge an. Ich mag seine Art sehr, weil sie meinem Wesen des Informationsaustausches entspricht.

Am meisten gelernt habe ich jedoch von Mama und Papa. Die Vereinigung von Empathie mit Tradition und Werte ist eine großartige und hilfreiche Mischung für den Joballtag.