Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Michaela Schneider-Mestrom – SCHNEIDERS“ Werbeagentur

Michaela Schneider-Mestrom SCHNEIDERS" Werbeagentur Wer ist Michaela Schneider-Mestrom? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

SCHNEIDERS“ Werbeagentur

Die Agentur wurde 2009 gegründet von Manfred Schneider (Creative Director, ADC-Mitglied, ehem. CD z. B. bei TBWA, Ogilvy & Mather, Gewinner von Cannes-Lions und vielen ADC-Nägeln) und Michaela Schneider-Mestrom (vorher: Marketing- und PR-Leiterin bei Gruner+Jahr, Kundenberatung in Agenturen wie HDM/Eggert, Grey, For Sale etc.).

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich reagiere mittlerweile immer allergischer auf Herumgequatsche und starke Selbstdarstellung, dem entziehe ich mich immer mehr. Da bin ich einfach super empfindlich und auch sehr konsequent geworden.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir sind eine kleine, feine Full-Service-Agentur (vom Logo über Websites bis zum Event) für kleine- und mittelständische Unternehmen.

Unsere Super-Power liegt eindeutig in der Kundenberatung, in unserer langjährigen Erfahrung, im interessierten Zuhören und somit im Finden von Lösungen für die angesprochenen Themen, die Probleme und Aufgabenstellungen, die die Kunden bewegen. Und im Event-Management.

Ach so, noch etwas: Wir sind extrem pragmatisch, schnell, gut organisiert und wirklich interessiert an dem, was unseren Kunden wichtig ist und auf der Seele brennt.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft bzw. den Staat:

Ohne Frage das Thema Zuwanderung. Ich bin da zwar emotional sehr bei „Wir schaffen das“ und engagiere mich im nahen Umfeld, aber wie diese vielen Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten und somit auch Einstellungen bei uns ordentlich integriert werden soll, ist schon sehr herausfordernd. Und ich glaube, dass wir Deutschen da auf eine echte Probe gestellt werden. Auch, in unserem sehr privilegierten und bequemen Leben ein wenig Unangenehmes oder Problematisches zuzulassen. Und vor allem auch, den Hintern hoch zu kriegen, aktiv bei der echten Integration mitzuhelfen.

Herausforderung für unseren Markt:

1. Mit dem Netz (und der Kostenlos-Mentalität) ausreichend Geld zu verdienen. 2. Außerdem hat die Übersichtlichkeit der Medien extrem abgenommen, weil’s einfach sooo viel gibt, was man gesehen haben oder kennen muss. Also für uns als Medientreibende einen ungefähren Überblick und Kenntnis von Neuem zu erhalten, das empfinde ich als sehr große Herausforderung.

Herausforderung für unsere Firma

Wir sind tatsächlich noch sehr print-getrieben, auch, wenn wir natürlich bei weitem keine Netz-Analphabeten sind. Und somit ist die größte Herausforderung eigentlich, die Denkstrukturen hinsichtlich Netzdenke zu verschieben und positiv zu erweitern.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Absolut täglich erfreue ich mich „am Internet“ mit all seinen Möglichkeiten. Es ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, es macht das Leben in Teilen so einfach und unkompliziert. Und ich kann mich auch nicht, wie andere Menschen meiner Generation, darüber aufregen, dass die heutigen Heranwachsenden ständig das Smartphone vor der Nase haben. Das ist halt deren ursprüngliche und völlig normale Art der Kommunikation.
Ärgern tut mich nur, dass wir alle es verpasst haben, dass man für guten Content zahlt. Ich glaube, dass die nachfolgenden Generationen nicht mehr zwischen „Menschen, die etwas schreiben“ und Journalisten unterscheiden können. Also zwischen guter Recherche, guter Schreibe, Unvoreingenommenheit und Objektivität.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Ich lese kaum noch klassische Fachpresse. Mein absolut Liebstes in der Woche ist es, wenn am Sonntag Morgen die FAS vor der Haustür liegt, weil dort – aus meiner Sicht – die besten Journalisten des Landes arbeiten und es einfach ein Genuss und Leseerlebnis ist.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ueber-das-fuer-und-wider-von-reanimation-13850218-p4.html

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

„Nichts, was wichtig“ ist von Janne Teller

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Sorry, nix Fachliches, Jobbezogenes: Ich mache derzeit eine Aus- bzw. Fortbildung zur telefonischen Seelsorgerin beim Deutschen Kinderschutzbund. Da lerne ich tatsächlich wöchentlich etwas dazu, was für mich im privaten Leben (aber auch im Job) hilfreich ist, wie: noch besser zuhören, die richtigen Fragen stellen, Stille aushalten. (Kleiner Tipp, einfach mal ausprobieren: Stille aushalten.)

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Eindeutig: Lothar Leonhard (ehemaliger Chairman von Ogilvy & Mather und Präsident des GWA). Seine glasklare Sicht auf werbliche Aufgabenstellungen, seine präzise Art, das Problem zu erfassen, seine langjährige internationale Erfahrung und seine unprätentiöse Darstellung sind Eigenschaften, die mich sehr faszinieren und begeistern. Da er einer der besten Freunde meines Mannes war, habe ich ihn des Öfteren im privaten Umfeld erleben dürfen; aber eigentlich viel zu selten.

Weitere exklusive Interviews aus der Netzwirtschaft gibt es hier.