Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Simon Eberhardt – ideenhunger media

Simon Eberhardt ideenhunger mediaWer ist Simon Eberhardt? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Mein Name ist Simon Eberhardt, ich bin 27 Jahre alt, bereits seit meinem 19. Lebensjahr vor Ausbildung und Studium mit diversen Blogs und Online-Projekten selbstständig gewesen und seit 2011 hauptberuflich Gründer und Geschäftsführer der ideenhunger media GmbH.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Meine 2-jährige Hündin Juma begleitet mich jeden Tag zwischen Büro und Freizeit, auch wenn ich längere Zeit geschäftlich unterwegs bin. Ich habe sie damals aus Griechenland nach Deutschland geholt und seitdem versuche ich ihr, so lange und gut es trotz ihres Herzfehlers geht, die Welt zu zeigen. Während sie weniger der Großstadt-Fan ist, die Berge dafür aber über alles liebt, steht nun endlich bald das Meer an. Zu verfolgen gibt es unsere Reisen auch auf ihrem eigenen Instagramprofil.

Da heute allerdings jeder dritte Hund einen eigenen Instagram-Account hat, würde ich nicht mehr behaupten, dass das ein Spleen von mir ist. Aber was vielleicht nicht jeder macht, ist das Verstecken seiner Zahnbürste in den Tiefen des Kosmetikbeutels, wenn er in Hotels unterwegs ist. Das tue ich nämlich – aus Angst, dass man meine Zahnbürste mit irgendwelchen Reinigungsmitteln „mitputzt“!

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

ideenhunger ist eine Werbeagentur mit derzeit 7 Mitarbeitern und Sitz in Leinfelden-Echterdingen – nahe dem Stuttgarter Flughafen. Wir beraten vor allem klassische KMUs  im gesamten Spektrum der Kommunikationsmaßnahmen und setzen diese, gemeinsam mit unseren Kunden, erfolgreich um. Die Kernkompetenzen unserer täglichen Arbeit liegen hierbei in der Beratung hinsichtlich strategischer Positionierung sowie Markenbildung. Operativ folgt dann die grafische Konzeption und Umsetzung im Print- und Digitalbereich. Um ein breites Leistungsspektrum wie unseres anbieten zu können, greifen wir auf spezialisierte Partneragenturen, wie bspw. für  CMS-Programmierung oder Suchmaschinenoptimierung zurück.

Was uns ausmacht, sind umfangreiche Beratung, Entwicklung individueller Strategien sowie die bedarfsgerechte Ableitung von Maßnahmen in Verbindung mit erfahrener Projektkoordination – das alles aus einer Hand. Der Vorteil für unsere Kunden: ein Ansprechpartner im Bereich Marketing, nämlich ideenhunger.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Ich bin kein Freund von der Floskel „Best Practice“. Best Practice bedeutet für mich, dass irgendjemand irgendetwas super gemacht hat und nun andere anhand dessen sehen sollen, wie man Ziele wirksam bzw. effizient erreicht. Ich denke, dass wir jeden Tag super Arbeit leisten – dazu gehört es aber auch Fehler zu machen und daraus zu lernen. Was am Ende entscheidet, ist, die nötige Flexibilität zu besitzen, um auf wechselnde Anforderungen oder auch auf die sich oftmals noch während der Projektlaufzeit ändernden Ziele einzugehen und letztendlich das optimale Ergebnis für den Kunden zu erreichen. Wie man das hinkommt, kann ich nicht pauschal sagen. Unsere Kunden entwickeln sich und wir entwickeln uns. Das ist ein Weg, den man gemeinsam geht. Und ich bin stolz, dass wir genau das mit unseren Kunden nun seit einigen Jahren erfolgreich tun dürfen. 

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Der Staat steht sicher vor der größten Herausforderung von uns allen. Ich möchte nicht sagen, dass ihm das Internet entgleitet, aber ich glaube manchmal, der Staat ist sich seiner Aufgabe noch nicht ganz bewusst. Das Internet bietet uns Chancen, die wir früher nicht hatten und gleichzeitig fehlt es an Erfahrung hinsichtlich gewisser Gesetze, Prozesse oder Regelungen. Bis der Staat oft reagiert, entwickelt sich das Netz schon wieder weiter und bietet Nährboden für diejenigen, die darin Unfug treiben.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Wo ich eine wirkliche branchenübergreifende Herausforderung sehe ist im Bereich des digitalen Markts und dessen Investoren. Es gibt viele gute Ideen, aber auch viele noch unreife Produkte. Investoren pumpen Geld in Unternehmen, die noch gar nicht richtig funktionieren, handeln kleine Start-ups wie große Konzerne am Aktienmarkt und sind nur auf schnelle Rendite aus. Das Geld fließt in Hypes und für Mentorships fehlt die nötige Zeit. Dass wir jungen Menschen aber gefühlt wöchentlich unsere Welt anders sehen, fällt vielen gar nicht auf. Am Ende schafft eins von zehn Unternehmen tatsächlich den Durchbruch und die anderen neun sind pleite. Nachhaltig ist dieses Handeln nicht. Hier müssen wir umdenken.

Herausforderung für unseren Markt:

Ich kann an dieser Stelle nur für Agenturen mit fünf bis zehn Mitarbeitern sprechen, aber hier fällt mir auf: Der Markt ist überfüllt von kurzfristig denkenden Anbietern, gleichzeitig suchen Unternehmen regelmäßig frischen Input bei neuen Agenturen und vom Ruf einer „Werbeagentur“ will ich gar nicht erst sprechen. Wenn du als Werbeagentur überleben willst, musst du dich unterscheiden – jeden Tag. Das Problem sind die vielen Dienstleister und auch Freelancer, die sich alle nicht einig sind, ob man für 20 oder 120 Euro Stundenlohn arbeiten möchte. Ein weiteres Problem ist die fehlende Zertifizierungsmöglichkeit bezüglich Know-how. Gute Mitarbeiter sind rar. Heute schimpft sich jeder zweite Grafiker „Art Director“ und jeder Dritte hat bereits für Porsche, Mercedes-Benz oder Bosch gearbeitet, zumindest in Stuttgart. Auch wenn es nur die Recherche nach der Hausanschrift des Wagens mit dem Stern war. Kunden werden angelogen, enttäuscht und  verlieren das Vertrauen in die Agenturen. Nachhaltig arbeiten ist die Devise. Und hier gibt es am  Markt eindeutig noch genügend Ausbaupotential.

Herausforderung für unsere Firma:

Wer Qualität liefern will, aber noch wenige Referenzen hat, muss investieren. Das haben wir damals gemacht und ernten nun die ersten bzw. zweiten, dritten und vierten Früchte. Um dem Wachstum gerecht zu werden, würde ich mir jedoch mehr Unterstützung vom Staat wünschen. Einfachere und passendere Förderprogramme –  auch für kleinere Unternehmen mit gesunden Zahlen. Dennoch kann man auch ohne viel Geld gesund wirtschaften. Ich habe meine Firma mit 1.500 Euro Startkapital – ich sage immer „Taschengeld“ – aufgebaut. Wäre ich allerdings nach 3 Jahren einfacher an Geld gekommen, hätte ich mehr Zeit für meine Mitarbeiter gehabt und hätte auch nicht jeden Kunden mit jedem Budget selbst annehmen müssen. Man lernt daraus zwar viel, aber es hält einen auch auf. Und dann tut es umso mehr weh, zu sehen, dass der Kunde geht, nur weil er angeblich die gleiche Leistung woanders zum halben Preis bekommt. Ein halbes Jahr später steht er allerdings wieder da und gibt reumütig zu: „Ich glaube wir sollten das doch nochmal angehen, was mir die anderen da gemacht haben, funktioniert nicht richtig nicht und ist einfach nicht zielführend.“

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Spam. Aber wem sag ich das. 😉
Was mich erfreut sind die Möglichkeiten, die das Internet uns bietet. Und da gibt es unzählige. Die Möglichkeit des Gründens gehört für mich ganz nach oben auf der Liste. Ohne das Internet, dürfte ich heute sicherlich kein solches Interview geben.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Ich fahre ja viel Auto und das auch oft auf Autobahnen. Was ich mir irgendwann einmal wünsche ist die direkte Kommunikation, sei es via Freisprechanlage oder was auch immer, mit meinem Vordermann. Ihm einfach mal sagen zu können, dass er auch die rechte Spur benutzen kann! Aber natürlich auch zum Komplimente machen. Da wäre ich der erste, der dies nutzen würde.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Ich lese viel im Web. Wirklich sehr viel. Aber die wichtigsten Branchennews lese ich eigentlich immer bei der HORIZONT.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

http://www.spiegel.de/reise/europa/dutch-windwheel-hotel-im-windrad-a-1029716.html

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Ich habe in meinem Leben genau zwei Bücher gelesen. Das eine war Homo Faber am Gymnasium und das andere war die Autobiographie von Samy Deluxe, bevor ich ein Interview mit ihm hatte. Danach hat man Wikipedia erfunden. Ich lese nicht, nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich keine Geduld habe. Ich komme nie über Seite 20 hinweg. Ich kaufe aber viele Bücher, lasse sie von meinem Geschäftspartner lesen und er fasst mir dann alles in 15 Minuten zusammen. Ich kann ihn wirklich sehr empfehlen. 😉 Das letzte war „…und mittags geh ich heim.“ Von Detlef Lohmann.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Am besten sind Veranstaltungen auf denen man interessante Menschen trifft, die einem ein Stück weit Vorbild sind. Und so habe ich vor wenigen Wochen bei einem Tagesworkshop von der Initiative für Zukunftsfähige Führung e.V. Herrn Prof. Götz Werner, den Gründer der Drogeriekette dm treffen dürfen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, aber so viel Unternehmer-Erfahrung gibt dir sonst niemand in 45 Minuten.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Mein Kalender.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

„Experten sind für mich meine Kunden. Und am liebsten würde ich mit jedem genau einen Tag zusammenarbeiten. Ich liebe es neue Branchen kennenzulernen, diese zu verstehen und mich dann an die Arbeit zu machen. Vielleicht ist es auch genau das, warum ich mir diesen Beruf ausgesucht habe.“