Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Volker Glaeser – Twice Reply

Volker Glaeser Twice ReplyWer ist Volker Glaeser? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Twice Reply GmbH, München. Ich habe rund 20 Jahre Erfahrung in der digitalen Industrie, mein Background: eine journalistische und eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Ich habe für große Unternehmen wie die Vodafone-Gruppe gearbeitet und auch für Mittelständler wie Arvato Mobile (heute: Mondia Media), einst Mobile-Dienstleister der Bertelsmann AG. Meine Karriere begann beim Westfalen-Blatt in Bielefeld und bei der KirchGruppe in München.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich spiele gerne Golf und zwar so früh wie möglich morgens, wenn ich den Platz für mich allein habe.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Twice ist ein Beratungsunternehmen mit einem Fokus auf Digitale Transformation. Wir machen große Corporates und große Mittelständler aus den Branchen Medien, Utilities, Finance und Automotive digital. Wir sind Praktiker und Pragmaten: Yes, we can! Wenn’s heiß wird im Projekt, dann sind wir an Bord und ziehen durch – hier liegt unsere Superpower.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? 

Wir haben die gesamte digitale Roadmap eines innovativen, wendigen Mobilfunkanbieters erstellt und haben die Umsetzung vorangetrieben. Das Unternehmen ist heute Vorreiter bei der Digitalisierung und nutzt eine eCommerce-Plattform für alle zentralen Prozesse – und dies über die Touchpoints hinweg: Online, in der Filiale, im CallCenter. Die Erfolgsfaktoren: Agiles Projektmanagement (Scrum) und ein Systemintegrator, zu dem es jahrelange Kontakte gab. Gemeinsam konnten wir agieren wie eine gut eingespielte Fußballmannschaft und haben immer wieder mit digitaler Innovation gegen den Wettbewerb gepunktet.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Zero Paper. Kommunikation ist 100% digital. Wenn Geschäftspartner auf Papier-Basis arbeiten, dann überzeugen wir sie vom digitalen Weg. Wir nutzen Cloud-Lösungen, die wir step by step einführen.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Wir brauchen Geschwindigkeit bei der Digitalisierung Deutschlands. Das ist einfacher gesagt als getan, weil wir dafür in erster Linie Wandlungsfähigkeit benötigen. Wir alle können jeden Tag dazu beitragen, indem wir unternehmerisch mutig sind – und offen für Innovation. Diese Offenheit beginnt in der Familie und sollte auch am Arbeitsplatz gelebt werden.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Bürokratie ist überall ein Problem, nicht nur in Deutschland. Jeder selbst kann im Job aber dazu beitragen, Bürokratie abzubauen bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu gehört Mut. Mut, Entscheidungen zu treffen. Deutschland, trau Dich was!

Herausforderung für unseren Markt:

Klassiches Consulting – Aufmalen einer Strategie und wenig Hands-on – hat keinen Platz in der digitalen Industrie. Schnelle Ergebnisse sind gefragt. Und folglich neue Herangehensweisen wie etwa Design Thinking, um schnell anfassbare Prototypen zu kreieren. Darin liegt die Herausforderung für Consultancies. Außerdem gilt: „Agiles Projektmanagement ist King. Agil oder tot.

Herausforderung für unsere Firma:

Möglichst schnell die besten Mitarbeiter zu gewinnen. Anders werden wir unser Wachstum nicht hachhaltig gestalten.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Was mich ärgert: die Überflutung mit Werbebotschaften. Das ändert sich, wenn auch eine ausgeprägte Bezahlkultur für Inhalte im Web die Folge ist.

Was mich freut: die schnellen Kommunikationsmöglichkeiten.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Knowledge Management. Jeder kennt das Thema, jeder erachtet es als wichtig – niemand praktiziert es nachhaltig richtig. Es gibt eine Fülle theoretischer Modelle, es gibt eine Fülle von Tools, aber ich würde gerne eine einfache, universell verwendbare Lösung sehen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

www.sloanreview.mit.edu

Nah an den aktuellen Themen der digitalen Industrie, Fokus auf Change.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

Erst Testen, dann Machen:

http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/warum-sie-changeprojekte-vorher-testen-sollten-a-1046811.html

Die richtige Vorgehensweise, wenn auch nicht immer und überall einfach umzusetzen.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

http://www.amazon.de/Leading-Digital-Technology-Business-Transformation/dp/1625272472

Fokus um Umsetzung. Gefällt mir deshalb sehr.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Global Digital Leaders 2015, Veranstaltung des Management Circle. Interessant, wie der Chief Digital Officer von The Economist, Jora Gill, über die Komplexität von Veränderungsprozessen berichtet hat.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Trello – agiles Projektmanagement für die Jackentasche. Love it.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Einen Tag mit Prof. Helmut Willke, ein Spezialist u.a. für systemisches Knowledge Management.