Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Utz Wilke – Filiago

Wer ist Utz Wilke? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Mit meinen 44 Lenzen habe ich schon eine Menge Erfahrung im Technologiebereich gesammelt. Computer waren dabei schon immer eine meiner Leidenschaften. Die digitale Wirtschaft und die damit verbundenen Möglichkeiten, sein eigenes Unternehmen aufzubauen, haben mich sehr gereizt und geprägt. Als mein Wirtschaftsinformatikprofessor in Würzburg 1994 eines Morgens (ich war noch müde von einer anderen meiner Leidenschaften) in einer Frühvorlesung die Vision vorstellte, zukünftige Studenten könnten vom Bett aus ihre Vorlesungen sehen, erkannte ich meine Berufung. 🙂 Nach dem Studium startete ich in Hamburg bei einem der ersten Internet Service Provider Deutschlands. Vor 15 Jahren habe ich dann meinen Traum verwirklicht und mein eigenes Unternehmen, die Filiago Gmbh & Co. KG gegründet und aufgebaut. Mit Filiago bieten wir Internetdienste über Satellit für breitbandunterversorgte Gebiete in Europa an.

Ich bin zudem leidenschaftlicher Familienvater und sehr stolz auf meine beiden Kinder, die – soweit es ihre Zeit zulässt – auch bereits bei Filiago mitarbeiten und sich sehr stark um visuelle und digitale Themen kümmern.
In meiner Freizeit übe ich gern Hobbies aus, die ich gemeinsam mit meinen Kindern betreiben kann: wir sind gern beim wakeboarden und inzwischen auch golfen. Außerdem ich bin viel mit meinem Hund unterwegs, entweder laufen wir oder genießen die Schönheit der Schöpfung im Jagdrevier.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Auch wenn es an meinem Schreibtisch im Büro nicht so erkennbar ist: ich sorge auch dort für Ordnung, wo es sonst kaum jemand tut: z.B. erwische ich mich oft dabei, wie ich meine Pommes auf dem Teller nebeneinander aufreihe oder beim Einkaufen penibel darauf achte, dass der Einkaufswagen oder das Kassenband möglichst platzsparend genutzt wird.

Elevator Pitch! Was macht Filiago? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Filiago bietet seit fast 15 Jahren Breitbanddienste über Satellit an. Wir sind mehrfacher Testsieger und im letzten Jahr von dem Verband für die Internetwirtschaft – eco – zum besten Internet Service Provider in der Kategorie „Next Generation Infrastructure“ ausgezeichnet worden.

Unsere Superpower beziehen wir aus der geballten Superpower jedes einzelnen Mitarbeiters. Wir sind quasi die Avenger der Satellitenkommunikation. Im Haifischbecken der zahlreichen Provider sind wir als typischer Mittelständler und familienorientierter Betrieb eher das Gegenbeispiel für anonyme und gesichtslose Companies. Und: Mit unserem auf Avanti-basierten Produkt Filiago.4.0 haben wir eines der leistungsstärksten und zuverlässigsten Produkte im Markt platziert. Assets, die unsere Kunden überzeugen.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Ein Best Practice von vielen ist die langjährige Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen aus der Green Energy Branche. Wir bieten diesen Unternehmen europaweit flächendeckend Dienste um Ihre Anlagen zu überwachen und stellen kontinuierlich weitere Anlagen online. Dabei ist die konstant gute Perfomance der Dienste ein wichtiger Aspekt, die Konstanz der Ansprechpartner in unserem Unternehmen aber besonders wichtig. Eingespielte Abläufe, Kommunikation und die Freude an der Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen ist dabei unsere Superpower.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Die großen Herausforderungen am Markt werden darin bestehen, ausreichend Bandbreiten über Satellit bereit zu halten. Der weltweite Bedarf an Bandbreiten wird exponentiell ansteigen. Wir beobachten, dass visionäre Firmen wie Facebook, Google, SpaceX und andere großartige Ideen haben, um eigene Satellitennetze aufzubauen. Der Platz für die Satelliten ist jedoch begrenzt und die Entwicklungszeit und die -kosten für Satelliten sind immer noch sehr hoch. Um die „last 4 billion“ mit Breitband anzubinden sind noch immense Entwicklungsschritte notwendig. Mit einem Breitbandnetz, das überall zur Verfügung steht, kann die Bildung und Aufklärung der Menschen sichergestellt werden. Glasfaser oder auch Kabel werden das weltweit, selbst in Deutschland nicht flächendeckend leisten können. Wir sind mit Filiago deshalb sowohl von der Produkt- als auch von der Mitarbeiterseite exzellent aufgestellt, um die zukünftigen Expansionsmöglichkeiten mit zu gestalten.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Geärgert: Die Anonymität in Online-Diskussionen bringt große kulturelle Probleme mit sich. Die Realität wird populistisch überzeichnet.
Inhalte verflachen, Wenn Menschen online-Diskussionen vorziehen, obwohl es auch offline ginge.

Gefreut: Internet via Satellit gewinnt immer mehr an Bedeutung für strukturschwache Regionen. Und: Online-Vorlesungen 🙂

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

…einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

golem.de geblieben. Marktrelevante Informationen erhalte ich über Clipping bots und am wichtigsten: über persönliche Kontakte in die Branche.

…einen Artikel / ein Video / …, den / das Du Deinen Kunden empfiehlst

https://youtu.be/choOYBFZBVA?list=FLOal0EwQ-Oz2rWkTlm_bw4w

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Fish – mein damaliger Einstieg und ein Klassiker für Führungspersonal
Führen mit Hirn – von Sebastian Purps-Pardigol und Gerald Hüther. Wegweisend für Unternehmensstrategien.

…das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Surveymonkey – ein Tool, mit dem man schnell Umfragen erstellen und auswerten kann. Ideal um immer mal wieder Feedback zu bekommen, um den eigenen Kurs anzupassen.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Prof. Gunter Dueck und Edward Snowden.
Professor Dueck, durfte ich bereits einmal kennen lernen, leider jedoch keinen ganzen Tag. Er beeindruckt mich mit seiner menschlichen Art, komplexe Strukturen lösungsorientiert anzugehen.
Edward Snowden – der Mann mit Background-Daten und -Wissen.

Mit diesen beiden Herren einen Tag gemeinsam zu verbringen, dürfte Ansätze zur Weltverbesserung liefern.