Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Stefan Hoff – nobeo

Stefan Hoff nobeoWer ist Stefan Hoff? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Stefan Hoff, 47 Jahre alt, gebürtiger Kölner und bereits Großvater. Im Hauptberuf bin ich

Geschäftsführer der nobeo GmbH. Des Weiteren bin ich als Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes VTFF – Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen tätig.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich sammle leidenschaftlich Länderpunkte mit dem großen Ziel, irgendwann mal 100 oder mehr Landesgrenzen „überschritten“ bzw. bereist zu haben. ¾ der Liste ist bereits „abgereist“…

Frei nach Freiherr von Humboldt: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“ Grenzen überschreiten. Die Komfortzone verlassen. Genau mein Ding!

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir sind Mediendienstleister mit eigenen TV-Studios, state-of-the-art Übertragungswagen und angehängter Postproduktion. Seit „Ich bin ein Star – lasst mich wieder rein!“ weiß jeder: Man findet die nobeo im „Outback von Köln“ – in Hürth!

Technik ist das eine, aber unsere Superpower erhält unsere Dienstleistung erst durch die sach- und fachkundige Bedienung der Technik bzw. durch eine intensive Betreuung der Kunden und ihren Anforderungen. Wer uns sein Vertrauen schenkt, darf sich, ob live oder bei einer Aufzeichnung, wohl und sicher fühlen. That’s the pure elevator pitch: 30 seconds!

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

www.at-car.de) einen eigens für Web-TV konzipierten Ü-Wagen entwickelt, mit dem von jeglicher Location, auch außerhalb eines Studios, Live-Streaming möglich wird. Neben vielen Formaten für MyVideo wie ‚Gronkh und Sarazar: Let’s play together‘ oder ‚Last Man Standing‘ haben wir mit dwdl.de ein eigenes Branchen Talk-Format etabliert, welches mittlerweile auf mehr als 50 Ausgaben zurückblicken kann. Best practice – Studio D ist ein schönes Beispiel.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Wie bereits beschrieben, hat die Digitalisierung zuerst in den Kernbereichen unserer Dienstleistung Einzug gehalten. Auch die Postproduktion und die damit verbundenen Produktionswege wie ‚Tapeless Workflow‘ oder ‚Digital Archiving ‘. Seit diesem Jahr haben wir die Entwicklung weiter ausgebaut und gemeinsam mit unserem Mutterkonzern, der Euro Media Group unter dem Label EMG Content Services, eine eigene VOD-Plattform entwickelt und bieten alle gängigen OTT Services an.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Auch in weniger bevölkerten ländlichen Gebieten muss eine schnelle Internetverbindung sichergestellt werden, damit diese Bürger ebenso an der Digitalisierung teilhaben können. Für uns als TV-Dienstleister ist dies natürlich besonders wichtig, damit Bewegtbildinhalte über das Netz flächendeckend konsumiert werden können und nicht ganze Bevölkerungsteile ausgeschlossen sind.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die Nutzung digitaler Inhalte ist für die heutige junge Generation eine Selbstverständlichkeit, die Kinder wachsen mit iPad und Co auf. Doch die nun bereits älteren Fachkräfte, die nicht in der digitalen Welt aufgewachsen sind, aber dennoch viel Know-How und Erfahrung mitbringen, müssen entsprechend fortgebildet werden, um beide wertvollen Komponenten miteinander zu verbinden.

Herausforderung für unseren Markt:

Ich wünsche mir ein kostenfreies, flächendeckendes WLAN in Ballungszentren, damit sowohl Anwohner als auch Touristen die internationalen Standards hierzulande nutzen können. Für ländliche Gebiete ist dies aus Kosten-Nutzen-Gründen leider (noch) eine illusorische Vorstellung.

Herausforderung für unsere Firma:

Die sich rasant weiterentwickelnden Technologien verlangen mit diesen Innovationen Schritt zu halten. Nicht nur vom Wissen her, sondern natürlich auch mit der entsprechenden Hard- und Software. So müssen stets ausreichend Investitionsmittel erwirtschaftet werden, um unseren Kunden die aktuellste Technik bieten zu können.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Am meisten „ärgert“ es mich, dass die Nutzung der Möglichkeiten im World Wide Web oft verwechselt wird mit dem individuellen Nutzungsverhalten jedes Einzelnen. Ich sage immer, ein Schraubenzieher ist ein nützliches Werkzeug, kann aber auch als Waffe verwendet werden. Neue „Werkzeuge“ in den richtigen Händen bedeuten meist Fortschritt.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Innovative Ideen können oftmals besser von externen Betrachtern in Unternehmen eingebracht werden. Dieser Blick von außen tut uns zumindest immer wieder gut. Ich würde gerne viel mehr mit Start-ups zusammenarbeiten. Wir bieten die Infrastruktur und das Renommee, von Start-Ups gehen neue Ideen aus. Sie ändern häufig einfach mal die Perspektive des gängigen Vorgehens. Dies zu bündeln, wäre sehr interessant.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Ich habe eine tägliche Routine an Seiten, die ich morgens bis abends im Auge behalte. Darunter natürlich die einschlägigen Branchendienste wie dwdl.de, kress.de, wuv.de, aber auch fc-koeln.de, um über meinen Fußball Club informiert zu bleiben.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

Die ganze Flüchtlingsdebatte verfolge ich sehr intensiv. Ich möchte keine URL hervorheben, aber es begeistert mich, wie couragiert sich viele Menschen verhalten und äußern.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Es gibt einige Bücher, die mich im Business inspiriert haben, aber die werde ich hier nicht nennen. Sorry. Das würde mich ja berechenbarer machen… (lacht!)

Inspiriert haben mich immer Autoren, die sehr pragmatisch und ausgesprochen unaufgeregt über ihre eigene Business-Erfahrung geschrieben haben. Dadurch habe ich schnell gelernt, dass man sich selbst nicht ganz so wichtig nehmen soll, sondern den Fokus auf die Themen und die Menschen, mit denen man sich beschäftigt, legt.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Die Gamescom 2015 und unsere Produktionen ‚Last Man Standing‘ und die täglichen Web-Shows auf dem YouTube Messestand. Die Umsetzung dieser Produktionen sind perfekte Lehrstunden für uns. Hier prallen die gängigen TV-Produktionsabläufe, die für uns selbstverständlich sind, und ganz frische Herangehensweisen der ‚Generation YouTube‘ positiv aufeinander. Das sind schöne Herausforderungen und bei denen lernt man ja bekanntlich dazu. 😉

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Mein iPhone undiPad haben mein tägliches Arbeiten wesentlich effektiver gemacht. Da der Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf der Kommunikation via Telefon, SMS, What’s App und in Social Media Netzwerken wie LinkedIn, XING und Facebook liegt, habe ich mein Büro immer am Mann.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? 

Meinen Werdegang in der Medienbranche, immerhin seit 1987, haben viele Menschen geprägt, mit denen ich Zusammenarbeiten durfte. Von jedem konnte ich etwas dazulernen. Positives wie negatives. Aus diesem Mix habe ich meinen eigenen (Führungs)-Stil entwickelt.

Wirklich gelernt, habe ich auch von den eigentlichen Experten: meinen Mitarbeitern in Bezug auf die Entwicklung des Unternehmens; unseren Kunden in Bezug auf die Entwicklung unserer Leistungen und Produkte und von meiner Tochter in Bezug auf meine persönliche Entwicklung als Mensch und in der Rolle des Vaters.

Darüber hinaus würde ich gerne einmal einen Tag im Stab von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel mitlaufen.