Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Robert Trenkel – STURMFEST

Robert Trenkel STURMFESTWer ist Robert Trenkel? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Als gebürtiger Bonner bin ich ein echter Rheinländer, lebe aber seit 17 Jahren gern und freiwillig in Hamburg. Privat steht mein zweijähriger Sohn an erster Stelle, direkt gefolgt von meiner Frau und dem FC St. Pauli. Beruflich blicke ich auf viele Jahre in leitender Position für Netzwerkagenturen und inhabergeführte Agenturen zurück, bin von Haus aus PR-Berater und

Seit 2013 mit der Agentur STURMFEST selbständig. Die Selbständigkeit ist zwar kein lang gehegter Lebenstraum, aber ein logischer Schritt. Denn ich möchte selbst gestalten, ohne Einschränkungen, und das habe ich für mich in den etablierten Agenturmodellen nicht mehr gesehen. Vielmehr geht es in dem Agenturzirkus fast nur noch um die Beschäftigung mit sich selbst, um wirtschaftliches Wachstum um jeden Preis und um kurzfristige Erfolge. Mit STURMFEST versuche ich deshalb ganz bewusst, von Beginn an einen anderen Weg zu beschreiten. Ich bin sehr gespannt, wohin uns das führen wird.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Zeitschriften und Zeitungen von hinten nach vorne lesen. Das habe ich mir schon im Kindesalter bei meiner Großmutter abgeguckt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass mich damals die bunten Themen und der Sportteil im Bonner Generalanzeiger mehr interessiert haben als die Wirtschaftsnachrichten oder der Politikteil. Und weil das als Spleen vielleicht noch nicht reicht: Ich kann das auch mit der Gala.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

STURMFEST ist eine Mischung aus Agentur und Beraternetzwerk. Wir arbeiten mit Festangestellten, die ein Netzwerk an freien Experten koordinieren. So können wir auf jede Kundenanfrage individuell reagieren und auch bei Spezialthemen auf die besten Experten im Markt zurückgreifen. In diesem kundenorientierten Agenturmodell sehen wir die Zukunft! Unsere inhaltlichen Schwerpunkte sind Veränderungs- und Krisenkommunikation, aber auch die klassische B2B-Kommunikation und PR-Arbeit.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

Wir sind seit zwei Jahren im Markt und versuchen, jeden einzelnen Tag erfolgreich zu gestalten. Unser Ziel ist es nicht, mit einem Leuchtturmprojekt Preise zu gewinnen, sondern täglich einen guten Job für unsere Kunden zu machen. Professionelle Beratung auf Augenhöhe, die Nähe zu unseren Kunden und ein hoher Anspruch an die Qualität unserer Arbeit, das ist unser tägliches Ziel. Bisher sind unsere Kunden und Kooperationspartner zufriedenen, sie empfehlen uns weiter – was will man mehr?

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Im Zuge der Digitalisierung hat sich der Marketing- und PR-Alltag mit all seinen Aufgabenstellungen natürlich stark verändert. Trotzdem bleiben wir unserem Ansatz treu, Kommunikationsaufgaben ganzheitlich zu betrachten und nicht vorrangig in Kanälen zu denken. Die Unternehmensziele und die daraus abgeleiteten Marketingziele bilden die Grundlage für die tägliche Arbeit. Die Marke und ihre Werte bilden den Korridor, in dem wir uns bewegen. Das gilt für sämtliche Kommunikationskanäle und besonders für die digitalen.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Ich sehe die Herausforderungen vor allem auf gesellschaftlicher und sozialer Ebene: Der Zugang zu Informationen darf kein Privileg von wenigen sein, sondern muss allen Bevölkerungsgruppen bedingungslos möglich sein. Außerdem sehe ich im Cybermobbing eine große Gefahr. Menschen müssen vor Mobbing und anderen Angriffen im Netz geschützt werden, da stehen wir alle in der Verantwortung.

Die Herausforderung für unseren Markt liegt meiner Meinung nach in der Rolle der PR, insbesondere im Hinblick auf die sozialen Medien. PR hat das Zeug zur Leitdisziplin, mehr denn je.

Für STURMFEST empfinde ich es als besondere Herausforderung, den Überblick zu behalten. Trends mitnehmen, ja, aber nicht jede digitale Sau durch das Dorf jagen. Es gilt, sich auf die Themen und Kanäle zu fokussieren, die für unsere Kunden und deren Zielgruppen relevant sind. Digital ist nicht alles. Und wenn, dann gibt es genügend Experten, die sich da auskennen. Worum es nach wie vor geht, ist Content.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Die Entwicklung im Bereich der sozialen Medien in den letzten Jahren hat mich sehr überrascht und am Anfang auch ziemlich geärgert. Wer da zum Teil über Nacht zum vermeintlichen Experten mutiert ist und glaubte, man könne ein Thema losgelöst von Strategie und Gesamtkommunikation und ohne Berücksichtigung der Markenführung an den Mann bringen! Erstaunlich auch das zum Teil so gar nicht vorhandene, inhaltliche Verständnis von Relevanz und Mehrwert zahlreicher Unternehmen: Verlängerung der Marketingaktivitäten über platte Gutscheinaktionen auf Facebook mag ja für einige Zielgruppen funktionieren, aber in der Mehrheit wurde das Potenzial der Medien verschenkt. Dabei sein war alles, egal wie. Gefreut hat mich hingegen, dass das Thema inzwischen da ist, wo es hingehört, nämlich eingebettet in eine gesamthafte Kommunikationsstrategie. Das hat inzwischen auch der Großteil der Berater verstanden.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Wie schon gesagt: Ich empfinde den Raum, den Cybermobber und chronische Niedermacher in den sozialen Netzwerken einnehmen, als unangenehm, zu groß und auch gefährlich. Ich habe nur keine Idee, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte. Virtuelle Erkennung, Frühwarnsysteme? Das würde ich gerne ein paar klugen Köpfen überlassen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Für mich sind die Branchenmagazine und Pressespiegel unserer Kunden Pflichtlektüre und helfen mir, inhaltlich im Thema zu sein. Zur Kür gehören für mich die brand eins, wenn der Themenschwerpunkt stimmt, und natürlich enorm als zeitgeistiges Wirtschaftsmagazin. Einblicke in unsere Branche und die Kreativwirtschaft hole ich mir über die Lead und natürlich, wenn auch unregelmäßig, im PR-Journal und dem PR-Magazin.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

http://www.zeit.de/2015/26/harley-days-lautstaerke-anwohner Dieser Artikel spricht mir aus der Seele!

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

www.agenturenderzukunft.de

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Da bin ich noch immer auf der Suche… – das ist wahrscheinlich eine Lebensaufgabe.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Das ist definitiv mein iPhone, ohne läuft fast nichts. Das gilt natürlich in erster Linie für E-Mails und Telefonate, aber auch für viele andere Funktionen. Vor allem aber macht es mir die Vereinbarkeit von Job und Privatleben einfach, weil ich dadurch immer erreichbar und handlungsfähig bin.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Schwer zu sagen, da fällt mir spontan niemand ein. Helmut Schmidt vielleicht. Für den würde ich sogar wieder eine Zigarette in die Hand nehmen. Dieser Mensch inspiriert mich mit seiner geistreichen Gelassenheit, davon würde ich mir gerne etwas abgucken.