Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Saskia Schade – myToys

Wer ist myToys / die MYTOYS GROUP? Bitte stell Euch doch mal kurz vor.

Die MYTOYS GROUP ist der Nr. 1 Online-Händler für Family-Shopping in Europa. Zur unserer mehrfach ausgezeichneten Markenfamilie, die im Geschäftsjahr 2016/17 einen Gesamtumsatz von 556 Mio. Euro erwirtschaftet hat, gehören die Shopping-Angebote von myToys, ambellis, mirapodo, yomonda und limango. Die MYTOYS GROUP zählt damit zu den erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen Deutschlands. Der Damenmode-Online-Shop ambellis wurde im Jahr 2010 gestartet, seit 2013 gehören der Online-Schuhshop mirapodo sowie der Shopping-Club limango zur Markenfamilie. 2016 ging der Home & Living-Shop yomonda online. Durch das innovative Kombi-Shop-Konzept haben unsere Kunden die Möglichkeit, mit nur einem Kundenkonto und einem gemeinsamen Warenkorb in den Online-Shops myToys, ambellis, mirapodo und yomonda einzukaufen. Die MYTOYS GROUP beschäftigt derzeit über 1.500 Mitarbeiter und belegt damit Platz drei der größten Arbeitgeber der Digitalbranche in Deutschland. (Laut Ranking der Digitalagentur Piabo und der Personalstrategieberatung i-potentials)

Selber bin ich seit 2009 bei myToys und habe seitdem in verschiedenen Rollen an der Konzeption und Weiterentwicklung des aktuellen Data Warehouse mitgewirkt und die Teamleitung für das DWH-Entwicklungsteam übernommen. Seit 2015 leite ich die Abteilung IT Data Warehouse und verantworte u.a. den Aufbau der neuen BI-Plattform. Mein Studium der Wirtschaftsinformatik mit der Spezialisierung Data Warehousing habe ich an der HTW Berlin absolviert.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich habe einen sehr großen Drang, mich stetig weiterzuentwickeln, Neues zu lernen – bloß kein Stillstand. Unter anderem teste ich mit großer Freude neue Tools und Gadgets hinsichtlich ihrer Potentiale und vor allem ihrer Grenzen. So lebe ich nun seit einigen Wochen mit einer doppelten Ausführung von Alexa in einer WG, um zu lernen, wie sich mein Shoppingverhalten (und natürlich das der myToys Kunden) zeitnah verändern wird.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht Ihr am besten, wofür stehen Eure Produkte und Marken?

Seit der Gründung 1999 konzentrieren wir uns voll auf die Zielgruppe Familie. Und das mit Erfolg: Die klare Positionierung und die Relevanz des Angebots für diese Zielgruppe haben sich als wichtiger Wachstumstreiber erwiesen. Über 7 Millionen Familien und Mütter sind zufriedene Kunden der MYTOYS GROUP. Damit erreichen wir einen Großteil aller deutschen Haushalte mit Kindern. Mit der Marke myToys betreiben wir den Nr. 1 Online-Shop für Spielzeug und Produkte rund ums Kind in Deutschland sowie 16 gleichnamige Filialen. Wir sind damit einer der führenden Multi-Channel-Anbieter für Kindersortimente im deutschsprachigen Raum. Das Kombi-Shopping-Konzept der MYTOYS GROUP und unserer Online-Shops myToys, mirapodo, ambellis und yomonda ist in Europa einzigartig. Wir sind damit europaweit die Nr. 1 im Family Shopping Segment und bieten für Familien als unsere Zielgruppe „einfach alles für Ihr Kind“. Über 130.000 Artikel führt der Shop bereits und das Angebot wächst täglich. Durch die signifikante Ausweitung von Lieferanten-Kooperationen und die damit verbundene Verbreiterung des Sortiments bis in Nischenbereiche familienrelevanter Produkte entwickeln wir unser Shopping-Angebot zum umfassenden One-Stop-Shop für die Familie.

Welche Rolle spielt Business Intelligence für die Produktentwicklung und / oder den Vertrieb Eurer Produkte – und warum?

Business Intelligence spielt seit jeher eine sehr zentrale Rolle für das gesamte Unternehmen. Wir haben den großen Vorteil, eine lange Historie an Daten für eine sehr große Anzahl an Kunden nutzen zu können. Hierdurch können wir sehr datengetrieben an die allermeisten Fragestellungen herangehen. Ohne unser BI-Team, das diesen Datenpool in einem zentralen DWH für das gesamte Unternehmen zur Verfügung stellt, wäre diese Vorgehensweise nicht möglich. Unser Ziel ist es, in möglichst allen Unternehmensbereichen noch stärker datengetrieben zu entscheiden, als wir es eh schon tun. Um den organisatorischen Rahmen dafür zu schaffen, haben wir unseren Analytics-Bereich ausgebaut, um so unsere Kompetenzen weiter ausgestalten und bündeln zu können. Anfang 2016 haben wir mit der Weiterentwicklung der State-of-the-art BI Plattform begonnen. Mit der Nutzung von u.a. Data Vault als Modellierungstechnik bzw. dem Einsatz von Tableau als Visualisierungstool soll Self Service BI in einem agilen Umfeld weiter gestärkt werden.

Verrätst Du uns ein “Best Practice” Deines Unternehmens im Bereich Business Intelligence? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren für diesen Case?

Eines der wesentlichen Ziele im Marketing ist die gezielte Aussteuerung von Incentives an unsere Kunden, um ihnen einen konkreten Mehrwert beim Einsatz von Gutscheinen oder Rabatten zu bieten. Zur optimalen Unterstützung des Ziels wurde ein Kampagnenmanagement System eingeführt. Bestückt mit Daten aus dem Data Warehouse bietet es dem Marketing die Möglichkeit, eigenständig personalisierte Kampagnen zu erstellen. Wesentliche Faktoren für den Erfolg des Tools sind dabei die detaillierten historischen Marketing- und Kundentransaktionsdaten aus dem Data Warehouse, eine kanalübergreifende Aussteuerung der Kampagnen, die Automatisierung bisher manueller Aufwände sowie das interdisziplinäre Projektteam, das die Einführung und Weiterentwicklung betreut.

Wenn Du Dir Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die größten Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Ich würde hier sehr gern auf Klaus Schwab referenzieren: „In the new world, it is not the big fish which eats the small fish, it’s the fast fish which eats the slow fish.” Kundenanforderungen und -bedürfnisse in ihrem Kaufverhalten ändern sich schnell und stetig. Firmen müssen entsprechend schnell darauf reagieren können – dies gilt selbstverständlich auch für die BI. Schlanke agile Prozesse und Denkweisen sind notwendig, um nicht nur auf Änderungen reagieren zu können, sondern sie auch proaktiv zu erkennen und zu steuern.

Hand auf’s Herz: Wenn Du Dir eine Sache im Bereich Business Intelligence wünschen könntest, was wäre das?

Als BI Abteilung bei myToys hat man den Luxus, sehr viele leidenschaftliche und datenaffine Kollegen zu haben. Das ist die perfekte Grundlage, um ein hypothesenbasiertes Denken noch stärker in der Organisation zu verankern. Schöner kann es doch gar nicht sein!

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

… einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu (digitalen) Themen gerne informierst

feedly, um täglich möglichst viel zu den Themen #ai #bi #digitalisierung #iot #tech zu lesen.

… einen Artikel / ein Video / …, zum Thema Business Intelligence, den / das Du Deinen Kollegen gerne empfiehlst

Sam DeBrule zeigt in seinem Artikel die entsprechenden Potentiale an die eigene persönliche Weiterentwicklung auf.

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Radical Focus von Christina Wodtke. Das Buch beschreibt OKR als Methode zur fokussierten Zielerreichung. Ein (radikaler) Fokus ist meines Erachtens ein wesentlicher Faktor für das erfolgreiche Aufsetzen einer agilen BI Struktur und Plattform.

… das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Meine Whiteboards 😉 Und natürlich Tableau als starkes Datenvisualisierungs- und Reporting- Tool, das zum einen auf unser Ziel, Self Service BI zu stärken, einzahlt, und zum anderen die Leidenschaft unserer Nutzer gegenüber unseren Daten weiter unterstützt.

Mit welchem Experten aus dem Bereich Business Intelligence (oder der Netzwirtschaft insgesamt) würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Definitiv mit Fabian Westerheide. Ich bin fasziniert von seiner Leidenschaft und Ausdauer, mit der er das Thema AI in Deutschland vorantreibt. Gern würde ich mit ihm erörtern, welche konkreten Möglichkeiten AI in naher Zukunft im E-Commerce bietet.