Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Sabrina Goerlich – Asenauer’s

abrina Goerlich Asenauer’sWer ist Sabrina Goerlich? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Agentur Asenauer’s, die ich mit gegründet habe.

Ich stürze ich mich täglich in den Spagat zwischen der Herausforderung, 3 Kinder verantwortungsvoll zu erziehen und der anspruchsvollen Aufgabe, Kunden mit guten Konzepten zu versorgen. Meistens gelingt mir das auch …

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich möchte gerne mal wieder mit dem Mountainbike über die Alpen. Leider komme ich momentan durch Kinder und Job nicht genügend zum Trainieren.

Bei meinem Praktikum in Verona habe ich mein Herz an Italien verloren – daher zieht es mich immer wieder dorthin zurück.

Ach ja – und ich lese Bücher auf meinem iPhone.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

www.asenauers.de).

Unsere Kernkompetenz ist Communication Design mit allem was dazugehört:
Print, Packaging, POS und digitale Medien.

Wir entwickeln nachhaltige Gestaltungskonzepte und kümmern uns auch um die Realisierung. Dabei verstehen wir uns als Mittler zwischen den einzelnen Disziplinen, sind immer konzentriert auf die Markenbotschaft und lassen die Rahmenbedingungen nicht aus den Augen.

Mit unseren Kreativlösungen verhelfen wir Marken, Produkten und Unternehmen zu einem unverwechselbaren Charakter.

Superpower? Unsere Kreativpower!

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Wir arbeiten seit 2007 mit einer digitalen Jobverwaltung (I love it!) und archivieren alles digital. Der Workflow inklusive Farbprofile wird komplett digital abgestimmt, und inzwischen wirklich auf einem sehr guten Niveau. Ich schaue regelmäßig nach neuen (digitalen) Möglichkeiten, um unseren internen Workflow zu verbessern.

Für mein digitales Workout lese ich einige Newsletter und informiere mich in verschiedenen Social-Media-Kanälen. Besonders spannend finde ich die Kombination von digitaler und analoger Welt.

Bei uns wird viel über E-Mails, Skype und digitale Mindmaps kommuniziert. Zugleich versammeln wir uns regelmäßig an unserer großen Tafel – dort tauschen wir uns aus und halten mit Kreide Gedanken und Skizzen fest. Denn bei allen Vorteilen, die digitales Arbeiten bietet, ist die soziale Komponente eines persönlichen Gesprächs nicht zu unterschätzen.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Alle Menschen sollten einen gleichberechtigten Zugang zum Internet haben – ungefiltert, so dass sich alle ihr eigenes Bild von der Welt und den Geschehnissen in ihrem eigenen Land machen können, ohne dass eine Regierung die Informationen und somit die Gedanken und Meinungen lenkt.

Die Gesellschaft sind wir alle zusammen. Bei jedem sollte ein Bewusstsein für mehr gemeinsame, smartphonefreie Zeit wachsen – ich schließe mich da nicht aus. Sobald bei uns mehr als eine Person am Tisch sitzt, ist handyfreie und lesefreie Zone.

Herausforderung für unseren Markt:

Für Agenturen, die sich bislang in der Welt der gedruckten Medien bewegen, gilt es nun, die digitale Welt mit einzubeziehen. Immer mehr Kunden legen Wert auf Online- und/oder Social-Media-Marketing. Auch wenn es für alle Bereiche die entsprechenden Spezialisten gibt, sollten sich die Allrounder nicht verstecken: Wer den Überblick hat und seinen Kunden gut kennt, findet den gelungenen Mix aus analoger und digitaler Werbung. Bei Bedarf können ja auch Spezialisten hinzugezogen werden!

Herausforderung für unsere Firma:

Eine klare Profilierung am Markt.

Wir waren nie die klassische Werbeagentur und haben schon von Anfang an unseren Spielraum von der Fläche in den Raum und von dort ins Netz ausgedehnt.

So haben wir einmal für ein POS Paket (Point of Sale) 1.600 leere Benzinkanister vom Schweizer Bundesheer gekauft, gedruckte Metallschilder von Hand zerkratzt und angerostet und Holzdisplays bearbeitet, damit sie aussahen wie Treibholz. Aber auf der anderen Seite gestalten und realisieren wir auch erfolgreich einen 200 seitigen Katalog mit Shooting, Postproduktion, Satz und Fremdsprachen oder eine kreative Powerpoint Point Präsentation.

Die Rolle der Designer hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Sie zeigt sich mittlerweile als die eines Mittlers zwischen den verschiedenen Disziplinen.

Genau da sehen wir unsere Stärke.

Wir vermitteln unseren Kunden den Überblick über die passenden Medienkanäle. Vor allem über die digitalen und die sozialen Kanäle, die den meisten Kunden noch nicht so vertraut sind. Für die Umsetzung vermitteln wir – wie bei allem was wir nicht inhouse machen – Spezialisten.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Die Überflutung mit so vielen Themen und Informationen und die vielen unübersichtlichen und – vor allem – schlecht gestalteten Internetseiten. Ich hole mir viele Informationen aus dem Netz, aber es kostet Energie, trotz passender Suchhilfen, die richtigen Infos und Bilder zu finden. Selektion ist das Stichwort: Es gibt einige Portale und interessierte Menschen, die schon mal vorsortieren und Informationen bündeln. Das finde ich klasse!

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Die ZEIT, Page, klonblog, t3n, brand1, myfonts.com, der printweb.de blog, wgsn, medium daily digest, businesspunk, und noch einige mehr. Ich versuche in unterschiedlichen Kategorien informiert zu bleiben, auch das, was unsere Kunden interessiert, schaue ich regelmäßig an.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

Fast alle ZEIT-Magazin-Kolumnen von Martenstein.

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

„Das Schiff des Theseus“, von Abrams. Ich habe es gerade erst geschenkt bekommen und angefangen zu lesen. Allein schon der Look, die Typografie und die Details sind gestalterisch ein echtes Highlight.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Der Vortrag „Handy & Co.“ im Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium zum Thema Medienkonsum und -beeinflussung aus dem Blickwinkel von Jugendlichen. Das hat mir neue Perspektiven über das Nutzerverhalten der Jugendlichen vermittelt.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit 

Ganz klar natürlich InDesign und Photoshop, wie bei fast allen Designern und unsere Jobverwaltung „easy“. Dazu viele kleine, digitale Tools und mein Pinsel mit integriertem Wassertank.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Ich habe lange überlegt …

Es gibt viele Experten aus meinem Fachgebiet, die ich toll finde. Vor allem Frauen, die Ihr eigenes Business haben. Viel lieber würde ich aber einen Tag mit jemanden verbringen, der etwas völlig anderes macht, also Ziegen hütet auf einer Alm, in einem italienischen Bergdorf kocht oder als Entwicklungshelfer in Indien ist.

Ich denke, es wäre sehr inspirierend, in eine andere Welt einzutauchen.

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