Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Monique Hoell – Sixtyone Minutes

Monique Hoell Sixtyone MinutesWer ist Monique Hoell? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

Ich bin Cofounder von Sixtyone Minutes und dort verantwortlich für die Operations und das Prozess- und Produkt Management. Ich bin ein realistischer Optimist und habe eine ziemlich große Abneigung gegenüber unfairem Verhalten. Ich fordere viel, kann aber auch viel einstecken. Mit Offenheit und Geradlinigkeit kommt man bei mir am weitesten.

…und wer mich bestechen will: Schokoladenkekse gehen immer!

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

Wir sind ein Assistenzdienst der via mobiler Applikation erreichbar ist. Wir haben im Sommer 2014 erst eine Beta und im Herbst 2014 dann mit der iOS gestartet. Inzwischen gibt es auch eine Android App von uns. Unsere Nutzer lassen uns Bahntickets buchen, Arzttermine koordinieren, Geschenke bestellen und was ihnen sonst noch so einfällt. Im Mai 2015 gingen wir mit der Businesslösung in den Markt und bieten den Service auch für Unternehmen an. Diese haben die Möglichkeit, eine eigene mobile Whitelabelintegration in bestehende Systeme (App, Intranet, Homepage  etc.) zu erwerben, um das wiederum für sich selbst als USP zu nutzen und so ihren Kunden das i-Tüpfelchen an Customer Experience bieten zu können.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”? 

Viele junge Unternehmen scheitern nicht zuletzt auch, weil sie es nicht schaffen, ein ordentlich zusammenspielendes Team aufzubauen. Wir haben den Vorteil, dass wir thematisch in jeder Richtung top aufgestellt sind und menschlich sehr gut harmonieren. Unser Team arbeitet Hand in Hand. Ich freue mich enorm, wenn ich bemerke, wie Mitarbeiter mit ihren Aufgaben wachsen und eine Stelle mit Verantwortungsbewusstsein und Freude ausfüllen. Jeder bei uns im Team ist mit seinem Charakter und seiner Position genau richtig, bringt eine eigene Dynamik mit und ist eine Bereicherung, persönlich UND professionell. Wir sind ein super Team und ich bin stolz auf jeden einzelnen.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”? (Gerne auch ganz konkret)

Als wir mit Sixtyone Minutes angefangen haben, gab es ein solches Produkt am Markt ja noch überhaupt gar nicht. Wir standen zu Anfang vor einem Berg an Prozessproblemen, die alle erstmal irgendwie in eine Abfolge gebracht werden mussten. Bei einem Assistenzdienst geht es um sehr viel mehr als nur ‚Aufgaben’ zu beantworten. Es fängt schon bei der Frage an: wie definieren wir Recherche? Sind das die Öffnungszeiten deines Hautarztes oder fällt die Literaturrecherche deiner Doktorarbeit auch noch darunter? Wo zieht man die Grenze und wie argumentiert man diese? Zusätzlich arbeiten wir mit einer eigens von uns programmierten und auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Backendsoftwarelösung. Diese obliegt einer konstanten Weiterentwicklung. Ich bin dafür verantwortlich, all diese Prozesse und Regeln festzulegen und weiterzuvermitteln.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat / Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Viele große Corporates haben bereits erkannt, dass es wichtig für sie ist, mit jungen und dynamischen Unternehmen zu arbeiten. Ich denke, das liegt nicht zuletzt auch daran, dass diese Corporates sich in einem internationalen Umfeld bewegen und sehen, wie Startups in den letzten Jahren die Wirtschaft umkrempeln. Mit ihnen kommen Innovation und Flexibilität. Deutschland hat sich durch Ehrgeiz und Pragmatismus die letzten Jahrzehnte eine sehr starke Wirtschaft aufgebaut. Genau dieser Pragmatismus ist es nun aber, der viele davon abhält, sich auf diese neuen Marktbewegungen einzulassen. Man ruht sich zu oft aus auf seiner Geschichte, ist zu stolz neue oder andere Wege zu gehen. Ich glaube, hier werden aktuell eine Menge Gelegenheiten und Potential verschenkt.

Herausforderung für unseren Markt/ Herausforderung für unsere Firma:

Der deutsche Markt ist für das Thema ‚persönlicher Assistent‘ noch nicht sehr sensibilisiert. In der Startupszene selbst ist das Ganze zwar wohl jedem inzwischen ein Begriff, da das Thema an sich die letzten Monate enorm mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Es gibt da draußen aber viele andere Branchen und Menschen, die damit noch keine Berührungspunkte hatten. Die wollen wir erreichen. Dort liegt sehr viel bisher ungenutztes Potential.

Meine Persönliche Herausforderung:

Sixtyone Minutes ist mein erstes Unternehmen. Ich bin nicht der typische Seriengründer. Ich vertraue an einigen Stellen, an denen andere auf Erfahrung zurückgreifen können, darauf, dass ich mit meiner Intuition richtig liege. Ich habe sehr viele Dinge in den letzten anderthalb Jahren ‚zum ersten Mal‘ erlebt: von der Freude über die ersten abgeschlossenen Verträge über gnadenlos schiefgegangene Fernsehauftritte. Ehrlich zu sich selbst zu sein, zäh und reflektiert und aus jeder noch so unangenehmen Erfahrung immer das Beste zu mitnehmen sind sehr große Vorteile, wenn man gründet.

Wie sieht Dein “digitales Workout” in der nächsten Zeit aus? In welchen Themenbereichen willst Du Dich oder würdest Dich gerne verbessern?

Wir haben ein ziemlich komplexes Produkt und da sind einige Themen, mit denen ich mich in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen werde. Es gibt sehr viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um bspw. die Conversion zu verbessern oder bestimmte Abläufe zu optimieren – sowohl im faktischen Arbeitsablauf  als auch auf Produktseite. Wir haben mit unserer Businesslösung gerade ein neues Produkt gelauncht – und auch wenn die Prozesse im Grunde genommen stehen, ist das natürlich nichts, worauf man sich ausruht.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Neben den üblichen Verdächtigen lese ich ganz gerne durch den Techblog der Huffington Post. Interessante Themen ordentlich aufbereitet. Die Themen eines Blogs können noch so gut sein – unordentliche Darstellungen ertrage ich nicht.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://www.gruenderszene.de/allgemein/sixtyone-minutes-interview-die-hoehle-der-loewen

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat 

Der Pfad des friedvollen Kriegers von Dan Millman – ein Buch über Selbstreflektion und innere Stärke.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

iBridges 2015. Eine dreitägige Konferenz über Entrepreneurship im Iran. Ich bin davon überzeugt, dass wir – sobald es die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zulassen – noch wahnsinnig viel von dieser jungen, starken und aufstrebenden iranischen Startupszene hören werden.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

My very own Brain. Auch ganz vorne mit dabei: To Do Listen und mein Kalender.

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Ich habe auf einer Konferenz im Juni Dave McClure getroffen. Ein unglaublich charismatischer Mensch, der sehr viel erreicht hat mit seiner fesselnden und mitreißenden Art. Ich würde wahnsinnig gerne von ihm lernen.