Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Michael Radomski – uplink-network.de

Michael_RadomskiWer ist Michael Radomski? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

Ich bin seit meinem Betriebswirtschaftsstudium seit 20 Jahren im Telekommunikationsmarkt beheimatet, direkt nach dem Studium habe ich Ende der 90er Jahre beruflich den ersten Mobilfunkboom mitgemacht, war danach Geschäftsführer einer Mobilfunkmarke, die u.a. die Eigenmarken der REWE verantwortet hat und bin seit 2008 selbständig. Mit 16 Jahren habe ich schon mit den ersten frei verkäuflichen Festnetztelefonen und Anrufbeantworter gehandelt. Mich reizt es seit jeher, Neues auszuprobieren und dabei erfolgreich zu sein – beruflich wie privat. Daher kommt auch mein Hang zur Herausforderungen in der Freizeit: in habe seit über 10 Jahren einen Pilotenschein, gehe leidenschaftlich gerne Segeln und aktuell lerne ich Reiten. Letzteres auf Wunsch meiner beiden Töchter, mit denen ich als Ausgleich zum Job viel Zeit im Reitstall verbringe.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

www.uplink-network.de)betreiben dezentrale, laufzeitkritische IT-Infrastruktur, z.B. bundesweit Leitungen und Sendeanlagen für Radio und TV. Praktisch sorgen wir dafür, dass Radio- und Fernsehen ausgestrahlt werden. Hört sich langweilig an, ist auf Grund der technologischen und regulatorischen Entwicklungen aber ein extrem spannendes Feld mit vor einigen Jahren noch unabsehbaren Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten erschließen wir für unsere Kunden aus der Medienbranche.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”?

Unser Kernteam kennt sich schon seit sehr langem und arbeitet nicht zum ersten Mal zusammen. Das ist eine eingespielte Mannschaft, die die gegenseitigen Stärken und Schwächen perfekt ausgleicht. Im Vordergrund steht aber vor allem das Interesse daran, Neues auszuprobieren und dabei Erfolg zu haben. Das kommt wiederum unseren Kunden zu Gute, die davon profitieren, dass wir neue Wege gehen und nicht nur alte Produkte so lange wie möglich ausschlachten.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”?

Ich bin bekennender Generalist – d.h. ich interessiere mich im Detail für viele verschiedene Themen in meinem direkten Umfeld, sei es Technik, Rechtliches oder Politik. Studiert habe ich Betriebswirtschaft, eine wirklich gute Basis um mit großer Neugier immer wieder neue Dinge auszuprobieren. Bei meinen Mitarbeitern habe ich den Leitsatz „erwisch jeden da wo er gut ist“, d.h. ich dränge Menschen nicht in Aufgaben oder Rollen sondern versuche, sie dort einzusetzen wo sie ihren maximalen Wertbeitrag fürs Unternehmen leisten können.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Der Kern einer sozialen Marktwirtschaft ist ein fairer Ausgleich zwischen den Interessen aller Marktteilnehmer. Wo dies nicht automatisch eintritt, muss staatlich regulierend eingegriffen werden. Das gilt insbesondere bei Monopolen und Kartellen. Leider erzeugt die Digitalisierung an vielen Stellen eben solche Monopole und Kartelle und das sogar global – man muss sich nur Google oder Facebook anschauen. Hier besteht massiver Handlungsbedarf, den nationale Strukturen heute nicht erfüllen können.

 Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Ich befürchte, dass unser derzeitiges politisches System den gewaltigen Herausforderungen der Digitalisierung klar unterlegen ist. Da existiert eine deutliche Überforderung durch zu viele Veränderungen in zu kurzer Zeit. Als Antwort wird viel in kurzfristige Maßnahmenplänen und Aktionismus investiert, ein langfristiger ordnungspolitischer Überbau ist aber kaum zu erkennen.

Herausforderung für unseren Markt:

Die alten Medienwelten sind definitiv im Umbruch, auch wenn ihre gewaltige Schwungmasse sie noch viele Jahre weitertragen wird. Das gilt für die Verlagsbranche ebenso wie für Radio und Fernsehen. Die Digitalisierung macht auch nicht automatisch alles besser. Aber sie ermöglicht es, Dinge deutlich besser zu machen. Diese Chance strategisch zu nutzen, ist die eigentliche Herausforderung für reife Märkte und ihre Player.

Herausforderung für unsere Firma:

Wir wachsen extrem schnell in alte, bislang monopolisierte Märkte hinein. Da stoßen wir täglich auf tradierte, informelle Systeme, die Veränderungen nicht akzeptieren wollen. Wir müssen uns daher ständig fragen, wo kämpfen wir gegen diese Systeme an und wo arrangieren wir uns mit ihnen. Der Satz „das war aber immer schon so, das haben wir noch nie so gemacht“ hören wir eigentlich jeden Tag…

Meine Persönliche Herausforderung:

Mein Interesse an Optimierung und Details in der täglichen Arbeit. Ich liebe es, die Hintergründe unseres Geschäfts zu verstehen und halt meine Mitarbeiter und Dienstleister gerne mit Detailfragen auf. Der Vorteil ist, dass mir in Diskussionen meistens keiner etwas vormachen kann – das benötigt aber auch viel Zeit und birgt die Gefahr, dass man von den großen, wichtigen Themen abgelenkt wird.

Wie sieht Dein “digitales Workout” in der nächsten Zeit aus? In welchen Themenbereichen willst Du Dich oder würdest Dich gerne verbessern?

 Angesichts der unendlichen Anzahl an digitalen Trends und Hypes sehe ich die größte Herausforderung darin, frühzeitig die echten „Game Changer“ in einem Markt zu identifizieren und ihre Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell zu verstehen. Das war aber wahrscheinlich schon immer so, nur hat die Geschwindigkeit durch die Digitalisierung extrem zugenommen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst (deutsch oder Englisch)

Ich lasse die Informationen gerne direkt zu mir kommen – die Verfeinerung und der Ausbau meiner Google Alerts sind mir daher sehr wichtig.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://waitbutwhy.com/2013/09/why-generation-y-yuppies-are-unhappy.html).

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat (das nicht unbedingt ein Business Buch sein muss)

Oje, gilt das Telekommunikationsgesetz als spannendes Buch? Falls ja, bietet es in jedem Fall viel Stoff für das Engagement von Unternehmen in neuen Märkten – wenn man denn die Chance bekommt und die Ausdauer besitzt, seine Ideen tatsächlich umzusetzen.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Ich war oft auf der jährlich stattfindenden „Leadership Conference“ von Quarterly Crossing, dem Netzwerk von Thomas Fuchs. Tolle Themen, spannende Leute und sensationelle Partys. Unschlagbar war immer der „Bericht aus der Werkstatt“ von Oliver Bialowons, ein manchmal etwas selbstverliebter aber immer inspirierender Einblick in die Herausforderungen an Unternehmer in Umbruchsituationen.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Definitiv Google Apps, da hat man sofort alles was man selbst oder die Mitarbeiter eines schnell wachsenden Unternehmens zum Arbeiten brauchen.

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? (Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? Und was war das)

Ich habe das große Glück, dass der ehemalige Bundespostminister Prof. Dr. Schwarz-Schilling mit mir Gesellschafter in der UPLINK Network GmbH ist. Als Vorsitzender des Unternehmensbeirats mit Geburtsjahr 1930 überrascht er alle Beteiligten immer wieder mit einer Analytik und Dynamik, die absolut faszinierend ist. Er ist einer der ganz wenigen Menschen, der sowohl als Politiker als auch als Unternehmer gleichermaßen erfolgreich war und ist. Und er verkörpert das, was man landläufig als „alte Schule“ bezeichnet – davon und aus seiner Erfahrung kann man wahnsinnig viel lernen.