Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Manuel König – esome

Wer ist Manuel König? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

esome advertising. Ich verantworte bei esome neben ausgewählten Kundenbeziehungen bei uns im Unternehmen die Entwicklung von ganzheitlichen Medialösungen für Kunden sowie die Internationalisierung unseres Geschäfts.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Vor der Gründung von esome war ich einige Jahre bei der Boston Consulting Group als Berater tätig. Davon ist so einiges hängen geblieben – vor allem meine Liebe zu verschiedenen Kundenbindungsprogrammen diverser Airlines und Hotels, welche ich mit Leidenschaft optimiere.

Elevator Pitch! Was macht esome? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

esome ist mehr oder weniger einzigartig in der DACH Region. Wir sind Kanalspezialist für Paid Social Advertising, das heißt Experten für Mediaplanung- und Einkauf über alle Social Media Kanäle hinweg. Während viele Agenturen Social nur als einen Teil eines breiten Leistungs-Portfolios anbieten oder eigentlich aus dem Community Management stammen, fokussieren sich bei uns 100 Mitarbeiter ausschließlich auf die Themen Mediaplanung und Einkauf auf Social Media.

Die fundierte esome-Expertise wird ergänzt durch unsere selbst-entwickelte Technologie welche direkt an die Marketing-APIs von Facebook, Instagram, Twitter und Tumblr angeschlossen ist. Dieses Zusammenspiel aus Tech und Team verknüpft mit der engen Partnerschaft zu den sozialen Plattformen ist unsere Superpower.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Meiner Meinung nach ist dies die hervorragende technische und fachliche Ausbildung unserer Mitarbeiter. Bei uns betreut ein Account Manager einen Kunden in allen Bereichen, von Planung über Umsetzung bis hin zur Interpretation der Ergebnisse. Dies führt dazu, dass unsere Kollegen in jedem Detail des Paid Social Advertising Experten sind und somit einen deutlich besseren Service auf alle Fragestellungen des Kunden bieten können als andere Anbieter im digitalen Werbemarkt. Auch wenn uns an dieser Stelle durch weniger Aufgabenteilung und Spezialisierung etwas Effizienz verloren gehen mag, so stehen wir doch genau dadurch für tiefgreifende Expertise auf unserem Fachgebiet.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Netzwirtschaft: Für die Anbieter digitaler Dienste: Wachstum, Differenzierung, Selektion – wir stehen noch am Anfang der Digitalisierung und wer sich durchsetzen will, muss dem rasenden Wandel mit stabilen Geschäftsmodellen standhalten. Die Sensibilität für Datenschutz in Deutschland kann ein hemmender Faktor für Innovation sein, den gerade internationale Unternehmen nicht missachten dürfen.

Zum Journal „Dax Digital“.

Unser Markt: Alle Social Media Plattformen agieren aktuell als „walled gardens“ mit individuellen KPIs, eigenen Messlösungen und dadurch schwieriger Messbarkeit für Werbetreibende. Die Messbarmachung von Kennzahlen über die Social Media Plattformen hinweg sowie darüber hinaus eine Integration mit anderen digitalen Werbekanälen ist eine große technische Herausforderung der kommenden Jahre.

Unsere Firma: Die klare Abgrenzung unserer Dienstleistung gegenüber dem Angebot von Media- und Content-Agenturen. Nur weil jemand „Social Advertising“ auf seine Homepage schreibt wird dort eigentlich in keinem mir bekannten Fall die Leistung erbracht die wir als Spezialist liefern. Gleichzeitig werden wir leider häufig daher mit der falschen Peer-Group verglichen.

Meine Position: Wir sind in zwei Jahren erheblich gewachsen und das an zwei Standorten. Mit diesem Wachstum in einer Weise Schritt zu halten, die die Agilität eines Start-Ups nicht verliert und trotzdem der Größe des Unternehmens gerecht wird, ist eine dauerhafte Herausforderung.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Am meisten freut mich die schnelle Verfügbarkeit von Wissen in beliebiger Tiefe. Egal ob auf Reise ein paar Informationen zur aktuellen Stadt oder zu Hause etwas mehr Detailrecherche zu einem gerade diskutierten Thema.

Am meisten ärgert es mich, dass beliebiger Inhalt häufig ohne weitere Prüfung als wahr erachtet wird, nur weil er irgendwo im Internet steht. Da jeder Inhalte produzieren, online stellen und somit einer breiten Masse einfach zugänglich machen kann, gewinnen so vor allem die Meinungen an Gewicht, die am lautesten propagiert werden – diese sind aber selten ausgewogen oder faktisch belegt.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

…einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

The Economist sowohl als Print als auch als digitale Ausgabe eines der besten Magazine. Nicht nur weil die Themen sehr breit gestreut sind und gleichzeitig ins Detail gehend analysiert werden, sondern auch weil es eines der wenigen ist welches News und Hintergründe aus vielen Ländern der Welt liefert. Die Artikel gehen oft über das Tagesgeschehen hinaus und beleuchten die Treiber und damit verbundene Veränderungen durch Innovationen im Digitalen und vielen anderen Lebensbereichen.

…einen Artikel / ein Video / …, den / das Du Deinen Kunden empfiehlst

Beschreibung aktueller Marktherausforderungen und dem Wandel von Mediaagenturen findet sich bei AdAge. Hier wird, unter anderem, darauf Bezug genommen, dass die Komplexität der Werbewelt einen Strukturwandel bei Agenturen erfordert und dass diese als Kontaktpunkt zum Kunden Experten verschiedenster Disziplinen und Kanäle (wie zum Beispiel esome) suchen und steuern müssen. Eine historische one-stop-shop Lösung inhouse ist angesichts der Komplexität und des schnellen Wandels im Markt für anspruchsvollen Kunden unzureichend.

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Ich persönlich halte nicht viel von Management-Handbüchern oder ähnlichem, da sie häufig ausschließlich Erfolge, die stark mit individueller Leistung (und Glück) zu tun haben zu generalisieren Versuchen. Viele der Sachbücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, drehen sich um gesellschaftliche, volkswirtschaftliche oder politische Themen. Aktuell lese ich Narconomics, welches anhand von allgemeinen wirtschaftswissenschaftlichen Grundsätzen die Handlungsweisen von Drogenkartellen erklärt – auch ohne direkten Bezug zum eigenen Business unterhaltsam.

…das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Slack – das Tool wird weltweit immer beliebter und wir wissen auch warum. Richtig genutzt kann Slack individuelle Kommunikation, aber auch Kommunikation in Gruppen oder zu bestimmten Themen erheblich effizienter gestalten als Mails. Zudem fördert das Tool den einfachen Austausch von Wissen, was gerade uns als Spezial-Dienstleister in die Karten spielt.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Grundsätzlich fände ich einen Tag Zusammenarbeit mit jedem Experten spannend, dessen Branche sich zum Zeitpunkt im digitalen Wandel befindet. Aktuell finde ich insbesondere das Thema Städteplanung ansprechend, welches durch Innovationen rund um Vernetzung, autonomes Fahren, App-basiertes ride sharing und vielen weiteren vor große Herausforderungen gestellt wird. Da Investitionen hier über viele Jahre im Voraus geplant werden müssen, sind die Entscheidungsprozesse hier meiner Erwartung nach völlig andere als im schnelllebigen digitalen Werbegeschäft, weswegen ich eine solche Perspektive als spannend und lehrreich erachte.