Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Julia Schössler – schoesslers

Julia Schössler schoesslersWer ist Julia Schössler? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Hallo, ich bin Julia Schössler, Gründerin und Geschäftsführerin von
schoesslers, einer PR-und Marketing-Agentur hier in Berlin. Zudem unterrichte ich als Professorin an der bbw Hochschule Medienmanagement, Eventmanagement und Wirtschaftskommunikation.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir

Ich habe einen 32-kg schweren Spleen: meine 5-jährige Schäferhündin Buffy, die mich fast immer begleitet. Der Hund prägt nicht nur viele Situationen im Alltag, sondern bestimmt auch so manche Entscheidung, wie die Wahl des Autos oder des Urlaubsorts.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Unser Team betreut nationale und internationale Kunden aus der digitalen Wirtschaft mit Fokus auf Medien, Technologie, Mobile, E-Commerce, Telekommunikation und Advertising. Zu den Kunden zählen sowohl Start-ups aus Berlin als auch global tätige Unternehmen mit Sitz in Großbritannien und den USA. Und: Unsere Superpower ist unser Team! Tolle, kreative Menschen!

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Unser Unternehmen arbeitet mit Kunden aus der digitalen Wirtschaft. Das Thema Digitalisierung ist unsere DNA. Rein operativ nutzen wir täglich Technologien und Lösungen, die unseren Alltag erleichtern. Modernste Kommunikationssysteme sind bei der Zusammenarbeit mit Kunden rund um den Globus nicht nur hilfreich, sondern heute sogar Voraussetzung.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Die Digitalisierung! Deutschland ist leider gerade in der Situation, den Anschluss an die digitale Weltwirtschaft zu verpassen. Die Digitale Agenda der Bundesregierung muss endlich in Angriff genommen werden.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

In Deutschland ist der Zugang zum Kapitalmarkt wesentlich schwieriger als beispielsweise in den USA. Die US-Amerikaner sind einfach risikofreudiger und haben ein ganz anderes unternehmerisches Mindset. Auch die Bereitschaft zum Change-Management ist hier vergleichsweise minimal.

Herausforderung für unseren Markt:

Wir arbeiten hauptsächlich in der digitalen Wirtschaft und dieser Markt entwickelt sich rasant. Die größte Herausforderung besteht daher vor allem darin, die Komplexität der Digitalisierung zu verstehen und auf ihre Geschwindigkeit nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten.

Herausforderung für unsere Firma:

Die Digitalisierung macht auch nicht vor der Kommunikation halt. Digitale und interaktive Kanäle und vor allem die sozialen Medien verändern die Kommunikationsstrukturen grundlegend und nachhaltig. Wir müssen mit innovativen Konzepten und Inhalten neue Wege beschreiten, um die  Zielgruppen zu erreichen.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Mich ärgern undifferenzierte und polemische Diskussionen, die bequem unter dem Mantel eines Pseudonyms in den digitalen Medien, vor allem den sozialen Medien, abgegeben werden.

Auf der anderen Seite finde ich es super, wie einfach es heutzutage dank der sozialen Netzwerke ist, mit Menschen aus der ganzen Welt und aus verschiedenen Lebensabschnitten in Kontakt zu bleiben. Vor ein paar Jahren habe ich z.B. über Facebook meine Cousine wiedergefunden, die heute in Australien lebt. Zudem freue ich mich über die Facebook-Wall als meine private „Gala“, wo ich immer aktuelle News, Urlaubsfotos usw. von Freunden und Bekannten, aber auch ehemaligen Schulfreunden und Kollegen sehen kann.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Pflichtlektüre sind SPIEGEL und BILD. Dazu lese ich vor allem berufsbedingt viele Fachmedien wie z.B. W&V, Internet World Business, Wired, HORIZONT, Gründerszene, Berlin Valley News und brand eins.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

Der Artikel unter dem nachfolgenden Link zum Harvard Business Review ist zwar nicht super aktuell, das Thema ist es aber umso mehr. Es geht um die Diskussion, warum so viele inkompetente Männer in den Führungsebenen sitzen.

https://hbr.org/2013/08/why-do-so-many-incompetent-men

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Mich hat das Buch „Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt“ sofort in den Bann gezogen. Christoph Keese berichtet dort von seiner durchaus lehrreichen Zeit in Palo Alto, und was wir hier in Deutschland davon lernen können. Spannend!

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Im November durfte ich am AppNexus Summit in New York teilnehmen. Die Vorträge und Diskussionen dort über die Entwicklung des digitalen Werbemarkts waren sehr spannend. Noch spannender war der Austausch mit den Gästen und Referenten vor Ort.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit 

Mein Smartphone

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? Und was war das?

Mit meinem 10-jährigen Neffen! Er ist ein Digital Native durch und durch. Bei ihm kann ich mir abschauen bzw. ansatzweise erahnen, was in Sachen Mediennutzung und Kommunikation noch auf uns zukommt.

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