Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Hayo Werner – CANBOX

Hayo Werner CANBOXWer ist Hayo Werner? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Menschen und ungewöhnliche Projekte inspirieren mich und gerade deshalb liebe ich es unternehmerisch aktiv zu sein. Der Aufbau einer neuen Idee in leistungsfähigen Strukturen, das Begleiten von Menschen oder auch das Schreiben eines Buches macht mir Spaß und über die Ergebnisse freue ich mich. Menschen zu verbinden ist meine Passion!

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Mein Motorrad – ein inzwischen etwas altertümliches Fortbewegungsmittel, dass mich in die unmittelbare Verbindung zur Umgebung bringt und mich Lächeln lässt, wenn es in der Sonne blitzt.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir schaffen Verbindungen – zwischen Menschen, zwischen Menschen und ihren Zielen, zwischen Menschen und Unternehmen, zwischen Menschen und der jeweils möglichen Zukunft.

Das beginnt im Einzel- oder Team-Coaching, geht weiter über die Entwicklung passender Strategien für Unternehmen, deren Integration mit Change-Prozessen bis hin zur Entwicklung von ganz neuen Ideen, die zu ganz neuen Unternehmen werden können. Immer geht es dabei um die Verbindungen – je besser die Verbindungen sind, umso tragfähiger die Leistungen.

Zur Zeit arbeiten wir an einer neuen Idee, mit der die Verbindung zwischen Menschen noch einfacher, spielerischer und schneller werden kann und wir freuen uns schon, bald mehr darüber zu erzählen.

Apropos Superpower: Welches Best Practice Beispiel in Deiner Branche hat Dich besonders fasziniert und warum?

Der Turnaround von Apple fasziniert mich besonders. Steve Jobs zeigte, wie der Funken der Verbindung zwischen Menschen und Produkten auf allen Ebenen überspringen kann. Der hohe Anspruch, der zu höchsten Leistungen führt und damit zu Produkten, die neben einem maximalen Nutzen eine eigene Identität annehmen. Immer wenn es gelingt eine derartige Verbindung zu kreieren, entsteht etwas magisches, mit einer eigenen inneren Anziehungskraft, dass sich mit Marketinginstrumenten exzellent vermitteln lässt.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Alle Daten werden digital vorgehalten – doch das ist bereits seit über 15 Jahren bei uns selbstverständlich und wurde seitdem nur immer einfacher. Wir können auf alle erbrachten Leistungen transparent zugreifen und das erweist sich oft als zeitsparender Vorteil. Vielleicht arbeiten wir auch deshalb seit 15 Jahren an unserer neuen Website, denn letztlich hatten unsere Kunden immer eine höhere Priorität.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Mit jedem Tag wird unser Leben etwas transparenter und das gilt in alle Richtungen. Schon aus diesem Grund ist eine aktive wahrhaftige Kommunikation für alle beteiligten Institutionen der einzig nachhaltige Weg in die Zukunft. Die Bewertung dieser Informationen macht die Verbindung aus. Die glaubwürdige Verbindung zwischen „Staat und BürgerInnen“ wird sich auf die Stabilität von Staaten auswirken.

Die wertschöpfende Verteilung der Einkommen kann in einer Informationsgesellschaft nicht in gleicher Weise erfolgen wie in der Industriegesellschaft. Die bestehenden Instrumente führen zu international zentralisierten Systemen und damit zu Kapitalkonzentrationen mit wohlstandsvernichtenden Auswirkungen in breiten Gesellschaftsschichten. Hier besteht international ein enormer Nachholbedarf in der Entwicklung zukunftsfähiger Instrumente.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Unsere PolitikerInnen sind weit von den UnternehmerInnen entfernt und es kann angenommen werden, dass die PolitikerInnen sich kaum nicht in die Welt von UnternehmerInnen versetzen können. Deshalb verwundert es nicht, dass politischen Entscheidungen unternehmerfern sind. Es wird weiter eine Herausforderung sein, ein unternehmerisch positives Klima bei uns zu erzeugen, dass nicht hemmt, sondern Ideen beflügelt. Gleichzeitig ist genau dieses Klima eine wesentliche Voraussetzung für unsere Zukunftsfähigkeit.

Herausforderung für unseren Markt:

Wenn auch in unserer Region internationale Unternehmen entstehen sollen, ist es notwendig, größer und mit internationalem Anspruch zu denken. Auch wenn es sich dabei nur um die Spitze handelt, wäre eine solche Spitze auch in unserem Markt wünschenswert. Dazu gehören sowohl Mut zum Risiko durch Investoren, wie auch eine besondere Fokussierung auf kundennahe Lösungen, die weitere Effizienzpotenziale heben.

Herausforderung für unsere Firma:

Die immer wieder aufs Neue zu entwickelnde Verbindung zwischen nachhaltigem Unternehmensentwicklungsauftrag, sowie eine Idee zur zukunftsfähigen Applikation für Anwender zu entwickeln, spornt an und bleibt für die eigenen Ideen, wie für die Aufträge von Partnern/Kunden der Mittelpunkt des Wirkens.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Am meisten ärgert mich destruktives Handeln und Kommunizieren wie z.B. durch Trolle. Es ärgerte mich auch jahrelang, als der Missbrauch eines neuen Services zu Nachfragen von der Polizei in meiner Firma führte (es ist oft unglaublich, auf welche destruktiven Ideen Menschen kommen).

Täglich freue ich mich darüber, wie überall die Effizienz durch die Strukturen des Internets enorm gesteigert wird. Es ist fantastisch, wie immer wieder neue Ideen entwickelt werden, um diesen Nutzen weiter voran zu treiben. Neue Applikationen zu entdecken macht mein Leben bunt und die weltweite Kreativität spornt mich an.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Wenn mir eine Idee kommt, womit ein Start-up sinnvoll ein Problem lösen kann – nehme ich Verbindung mit potenziellen GründungspartnerInnen auf. Davon unabhängig wird es endlich Zeit für die Erfindung von Teleporter und Babelfish – das würde das Potenzial unser aller Verbindungen auf ein völlig neues Niveau heben.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Lesen gehört zu meinen Hauptbeschäftigungen und für mich gibt es nicht eine einzige Newsseite oder einen einzigen Blog. Die Zeit, turi2, wired, techcrunch, gruenderszene und deutsche-startups lese ich bevorzugt, um mich zu informieren.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/innovation-lohnt-sich-nicht-a-1035759.html

Wenn man das volle Potenzial erreichen möchte, geht es immer um die nachhaltige Verbindung zwischen den Menschen, sowie zwischen Menschen und ihrer Umgebung.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jugend-schreibt/hirnforscher-huether-ueber-jungs-das-wichtigste-waere-ein-richtig-guter-vater-1867114.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Wenn Eltern ihre Kinder nachhaltig unterstützen wollen, geht es um die Auseinandersetzung in der Verbindung zwischen den Eltern und den Kindern, was wiederum auch das Leben der Eltern bereichert. Es ist wichtig, unsere Kinder auf dem Weg in die Gesellschaft nicht sich selbst oder gar den Medien zu überlassen.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Bücher, die mich inspirierten sind „Digitale Elite“ von Geoffrey James und „Führen Leisten Leben“ von Fredmund Malik.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Meine Lieblingsveranstaltungen sind „Trend- und Zukunftskongresse“ – gerne höre ich Matthias Horx zu.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Slack und Trello gehören neben dem Messaging zu den für meine Arbeit hilfreichsten Anwendungen.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Die Zusammenarbeit mit Experten unterschiedlicher Schwerpunkte fasziniert mich immer wieder und ich bin überzeugt, dass wir generell genau die Menschen treffen, von denen wir am meisten lernen können. Gerne würde ich einmal einen Tag mit Sir Richard Branson verbringen.

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