Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Susanne Päch – HYPERRAUM.TV

Susanne Päch HYPERRAUM.TVWer ist Susanne Päch? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Sozialisiert in der Apollo-Zeit, waren Armstrong und Co. meine wahren Helden der Jugend. Das Universum  ist für mich bis heute der Ort der Wahl. Zu ihm bin ich stets abgehoben – im Studium auch wissenschaftshistorisch und danach journalistisch. Satelliten öffneten mir schon früh die ganze Welt der Telekommunikation. Der schnöde Mammon hat mich aber immer wieder aus den galaktischen Fernen des Weltraums in die Tiefen der irdischen Welt zurück verschlagen. Denn das Universum ist zwar groß, bietet aber für den Lebensunterhalt einer freien Journalistin nur ungenügend Platz. Hier unten kam es deshalb zu schreibendem Ausweichverhalten in die bodenständigen Grauzonen von Forschung und Innovation. Dann kam der Punkt, an dem ich nicht nur Fragen stellen, sondern sie auch beantworten wollte. Ich habe die Fronten gewechselt, beratend und bevorzugt im Projektmanagement gearbeitet (man will ja nicht nur reden, sondern auch machen …), dabei reichlich berufliche Erfahrung im explodierenden Netz gesammelt. Ein berufliches Intermezzo: Drei Jahre war ich nicht selbstbestimmt, sondern habe als Geschäftsführerin  in einem DAX-Konzern eine Internet-Tochterfirma aufgebaut, die hervorragende Ideen leider viel zu früh dachte. Geschäft machen heute damit Google und apple. Naja, wer zu früh kommt oder gute Ideen falsch verortet hat, den bestraft das Leben eben auch … Inzwischen leiste ich mir den Luxus eines eigenen TV-Senders im Netz, bin also mit HYPERRAUM.TV wieder „back to the roots“, wieder zurück beim Fragen stellen, aber irgendwie auf einer höheren Stufe, bei den Fragen mit der dauerhaft unbestimmten Antwort: Wohin entwickeln wir uns als Menschen? Wie sieht unsere Zukunft aus? Die Frage nach dem Sinn des Lebens also – zeitlos spannend! Wie ich aufs Fernsehen im Internet kam? Ist ne andere Geschichte, die lasse ich jetzt aber; im Zeitalter von Facebook & Co sind schon zehn zusammen hängende Sätze eine ziemlich große Zumutung für den Leser…

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Spleen? Weiß nicht, ob das einer ist; zumindest ist es kein besonders ungewöhnlicher, weil ich meine Sammelleidenschaft mit vielen Menschen teile. Aber vielleicht ist’s etwas marottig, was ich da so sammle – Bücher natürlich ausgenommen (als überzeugter Netzgänger liebe ich dennoch Printware). In Sachen Spleen: Zuckerwürfel und Hotelseifen aus der ganzen Welt (meine erste Sammlung, die mit sechs Jahren eröffnet wurde, inzwischen habe ich bereits Kohorten, die für mich auf Reisen mitsammeln…),  Teddy-Bären, die schon zwei Zimmer bevölkern, Barbie-Puppen wegen der tollen Fummel, die sie bei mir tragen dürfen, last, but not least und natürlich Ehrensache: Weltraum-Spielzeug und Mini-Roboter.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Also, zuerst einmal: Im „wir“ ist’s der pluralis majestatis. HYPERRAUM.TV hat nur eine einzige menschliche Inkarnation – und die bin eben ich … die Kabelträgerin, Cutterin, Telefonistin und der IT-Admin, der vor und hinter der Kamera steht – recherchiert und schreibt. Die Superpower nutze ich vor allem dafür, die Wirklichkeit, wie sie ist, verstehen zu wollen, die Puzzleteile zum großen Bild zusammen zu setzen, daraus Schlüsse über die Zukunft zu ziehen und – naja, ein bisschen eitel ist man schon! – diese vermeintlichen Erkenntnisse dann auch anderen Menschen mitzuteilen. Kurz gesagt: Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass wir als Gesellschaft nicht blind in unsere technologisch getriebene Zukunft rennen. Die Digitalisierung bildet das Herzstück dieser Entwicklung, das Netz ihr Kreislaufsystem. Ich halte diese Entwicklung nicht nur – wie Visionäre aus der Wirtschaft – für die Grundlage der vierten industriellen Revolution; sie ist Basis der zweiten Evolution. Es geht letztlich um Strukturbildung im Universum … Mensch und Maschine wachsen über das Netz zu einer Einheit zusammen, Algorithmen im Gehirn und im Internet verschmelzen…der Mensch als Schöpfer intelligenter Technologie wird eins mit ihr …

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

www.hyperraum.tv, einfach rein schauen und sich selbst ein Bild machen.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Für vernünftige Entscheidungen den erforderlichen Überblick zu bewahren

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Einfach zu langsam

Herausforderung für unseren Markt:

Die hohe globale Dynamik

Herausforderung für unsere Firma:

Ich sehe vor allem die Chance!

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Der Verlust an Kontrolle und die Erweiterung des eigenen Horizontes

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Mehr Zeit zu gewinnen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

… lang ist’s her: Stanislaw Lems „Summa technologiae“

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

… o je, ich lerne bei jeder Veranstaltung irgendwas dazu … selbst von dreisten Dummschwätzern,  lahmen Plattitüden-Schwaflern, ermüdenden Kauderwelsch-Präsentatoren und all jenen mentalen Hochstaplern, die mit eloquenten Worten rein gar nichts zu sagen haben.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

WordPress – ohne das Tool wäre HYPERRAUM.TV nicht möglich geworden.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

.. würde, möchte, sollte …  bin nicht der Typ für den Konjunktiv – eindeutige Antwort: mit Herbert W. Franke, auch deshalb habe ich ihn geheiratet; intellektueller Tiefgang und überschäumende Kreativität – in einer Person vereint. Das ist schon was!

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