Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Hauke Hannig – ebm-papst Gruppe


Wer ist Hauke Hannig? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Hauke Hannig ist Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der ebm-papst Gruppe. In dieser Funktion ist er für die Kommunikation der gesamten Unternehmensgruppe zuständig.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Von Zeit zu Zeit „bissle hektisch“.

Elevator Pitch! Was macht die ebm-papst Gruppe? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

ebm-papst ist der weltweit führende Hersteller von Ventilatoren und Motoren und setzt seit Gründung kontinuierlich weltweite Marktstandards. Unsere „Superpower“ liegt ganz klar im Bereich der Luft- und Antriebstechnik und darin Luft intelligent und effizient zu bewegen. Ventilatoren und Motoren von ebm-papst sind in vielen Branchen zu finden, wie zum Beispiel in den Bereichen Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Haushaltsgeräte, Heiztechnik, Automotive und Antriebstechnik.

Verrätst Du uns ein digitales “Best Practice“ Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Im Bereich Industrie 4.0 ist ebm-papst seit 2009 als Pilotpartner von SAP aktiv. Wir gehören damit zu den führenden Unternehmen in Deutschland, die ihre Produktionsabläufe digitalisiert und das Thema vernetzte, papierlose Fertigung vorangetrieben haben. Ziel hierbei war und ist jedoch nicht die komplette Vernetzung der Produktion, sondern immer nur dort, wo ein Mehrwert durch Vernetzung geschaffen werden kann. Die Produktion wird so vom Start über die Durchführung bis zum Abschluss in einem zentralen System gemanagt und überprüft. Dadurch können etwaige Fehler in der Herstellung sofort erkannt und behoben werden. Alle Fertigungsschritte sind nachvollziehbar, da die Daten zentral gesammelt und gespeichert werden. Mit der Digitalisierung der Produktion werden Prozesse optimiert, kontrolliert sowie transparenter gestaltet. Dazu zählen einfach bedienbare Benutzeroberflächen, eine fast komplett papierlose Fertigung, die Unterstützung bei Lean-Prozessen, das Einhalten und Überprüfen der Prozessreihenfolge, die sichergestellte Verwendung des korrekten und mängelfreien Materials, die Traceability sowie die Erfassung der Prozessdaten. Um die Anwendung weiter zu optimieren arbeitet ebm-papst als Mitglied im Customer Council eng mit SAP zusammen.

Und welches „Best Practice“ aus der Netzwirtschaft insgesamt hat Dich besonders fasziniert – und warum?

Für die Digitalisierung der Produktion gibt es weltweit viele namhafte „Best Practice“ Beispiele. Die durch ihre vernetze Produktion schnelle und effiziente Fertigungsprozesse und die Erfüllung individueller Kundenwünsche ermöglichen. Des Weiteren werden in diesen Unternehmen durch Kompetenzzentren für Digitalisierung und Think Tanks immer neue Lösungsansätze und Digitalisierungsstrategien entwickelt, um die Produktion noch nachhaltiger und schneller zu machen. Neben großen Automobilzulieferern und Maschinenbauern ist auch ebm-papst eines dieser innovativen Unternehmen, die Industrie 4.0 vorantreiben.

Wenn Du Dir Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? Und welche Rolle spielt die Digitalisierung für euer Unternehmen?

Die weitere Digitalisierung hat für ebm-papst in den nächsten Monaten und Jahren weiterhin einen hohen Stellenwert. Besonders wichtig ist hier das Thema „Connectivity“. Bereits heute sind Produkte von ebm-papst mit allen Anforderungen der Connectivity ausgestattet. Das bedeutet, in unseren Produkten sind entsprechende Prozessoren enthalten, die eine Kommunikation der Produkte untereinander sowie zu übergeordneten Systemen ermöglichen.

Wenn sich Deine Firma ein eigenes Startup wünschen dürfte, was würde dieses Startup tun?

Tatsächlich hat ebm-papst seit 2017 ein eigenes Start-Up in Osnabrück gegründet. In dieser „digitalen Denkfabrik“ tüftelt ein kleines, schlagkräftiges Team unter Startup-Bedingungen an neuen Lösungen für elektronische Verbrennungsanlagen. In Dortmund sitzt in naher Zukunft eine zweite kreative „Keimzelle“, die im Bereich der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik neue, digitale Ansätze entwickelt.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

…einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu (digitalen) Themen gerne informierst

IoT, um mich über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 zu informieren.

…einen Artikel / ein Video / ein Buch, über ein Thema aus der Netzwirtschaft, den / das Du Deinen Kollegen empfiehlst (mit URL)

Einen wirklich spannenden Artikel zum Thema kann ich derzeit leider nicht empfehlen.

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Mit einer Buchempfehlung verhält es sich da ähnlich wie mit der Empfehlung eines Artikels.

…das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

SAP ME ist für unsere tägliche Arbeit in der Produktion das wichtigste Tool.

Mit welchem Experten aus der Netzwirtschaft würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Als Pressesprecher interessiere ich mich natürlich für die Veränderung der Kommunikation. Ich verfolge hier aufmerksam wie sich die sozialen Medien und die Bloggerszene weiterentwickeln und welche Möglichkeiten sich daraus für die Kommunikation ergeben.