Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Duncan Bradford – CA Technologies

Wer ist Duncan Bradford? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Duncan Bradford und lebe und arbeite in Großbritannien. Als CTO EMEA des internationalen Softwareunternehmens CA Technologies leite ich das technische Vertriebsteam europaweit. In dieser Position bin ich für alle Mitarbeiter bei CA zuständig, die Kundenbewertungen durchführen und unsere Kunden vom technologischen Mehrwert unserer Software überzeugen.

Seit fast 20 Jahren arbeite ich jetzt schon bei CA Technologies und habe in dieser Zeit die unterschiedlichsten Positionen innegehabt. Da ich fachlich aus dem Bereich Software-Integration und -testing komme, habe ich meine Karriere bei CA 1998 als Leiter der Qualitätssicherungstests begonnen. Im Laufe der Jahre habe ich dann praktisch alle Facetten unseres breiten Lösungsportfolios kennengerlernt – unter anderem in der CA-Zentrale in New York. Das waren drei aufregende Jahre für mich, in denen ich nicht nur Erfahrungen mit neuen Unternehmensbereichen, sondern auch mit anderen Kunden sammeln durfte.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Wer sich meinen Twitter-Account ansieht, wird schnell merken, für was ich mich privat begeistere: Motorsport! Meine Leidenschaft für Formel 1 ist zwar mehr ein Hobby als ein Spleen, aber es kommt doch häufig vor, dass ich mich selbst ans Steuer setze und mein eigenes Auto auf dem Nürburgring in der schönen Eifel fahre 😉
Ich bin regelmäßiger Besucher der Formel-1-Rennen und fast jedes Jahr dabei.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht Ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

CA Technologies unterstützt Kunden dabei, die digitale Transformation zu meistern und sich in eine, wie wir es gerne nennen, moderne Software-Fabrik zu verwandeln. Warum ist das wichtig? Wollen Unternehmen heute wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie nicht nur interne Prozesse und Strukturen digitalisieren. Entscheidend ist auch, eine digitale Bindung zum Kunden herzustellen – in Form von leistungsstarken Apps, die in kürzester Zeit auf den Markt gebracht und ständig aktualisiert werden müssen. Software non-stop und erfolgreich produzieren, können Unternehmen aber nur, wenn sie Prozesse automatisieren – und, wie schon gesagt, zur modernen Software-Fabrik werden.

Wir begleiten Unternehmen bei diesem Prozess und bieten Lösungen für den gesamten Lebenszyklus einer App – von der Planung über die Entwicklung und den Betrieb bis hin zu Testing und Sicherheit. Kurzum: Software, die das Herzstück der IT-Strategie bildet und mobile Endgeräte und die Cloud ebenso umfasst wie verteilte Systeme oder Mainframe-Umgebungen. Das Besondere an unserer Arbeit ist, dass wir wirklich große, komplexe Organisationen bei der digitalen Transformation unterstützen und unsere Projekte sehr umfangreich sind.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Deiner Firma, wo Ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Worauf wir grundsätzlich stolz sein können, ist, dass wir einigen der weltweit größten Organisationen dabei geholfen haben, Innovation in großem Umfang zu schaffen – ein besonderes Beispiel dafür war der Launch von TV 2.0 bei der Swisscom: Mit unserer Agile Central-Lösung unterstützen wir das Entwicklerteam nicht nur dabei, seine agilen Entwicklungspraktiken zu skalieren, sondern auch, Prozesse zu automatisieren. Dadurch konnte Swisscom letztlich eine rasante Geschwindigkeit und hohe Qualität bei der Entwicklung an den Tag legen – und sein digitales Fernsehen TV 2.0 viel schneller als gedacht auf den Markt bringen.

Eine weitere Best Practice ist unsere Kooperation mit Eurosport: Im Rahmen dieser Partnerschaft haben wir eine interaktive Live-Karte für mobile Apps entwickelt, mit der die Radsport-Fans unter den Eurosport-Zuschauern während der Ausstrahlung von Radrennen die Leistung ihrer Lieblingsfahrer nachverfolgen können. So werden Echtzeitdaten wie z.B. die Herzfrequenz, Leistung, Geschwindigkeit und Trittfrequenz übermittelt – ein innovatives digitales Erlebnis, das Eurosport seinen Zuschauer mit der Unterstützung unserer Technologien bieten kann.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Aus Kundensicht wird das Netzwerk in Zukunft entscheidender denn je sein, um nicht nur ständig neue digitale Kundenerlebnisse zu erschaffen, sondern diese auch dauerhaft zuverlässig als Service anbieten zu können. Klar, im ersten Schritt muss eine Organisation einzigartige Software entwickeln, die den Kunden überzeugt. Im zweiten Schritt kommt es aber vor allem darauf an, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche für deren Zuverlässigkeit, Qualität und kontinuierliche Updates zu sorgen – das Netzwerk ist dabei ganz entscheidend.

Als Unternehmen sehen wir viel Wachstum und Nachfrage im Bereich Software Defined Networking: Das Netzwerk hat sich von T1 zu Frame Relay und NPLS zu SDN entwickelt. Die Herausforderung für uns besteht darin, diesen Wandel mit neuen Technologien zu begleiten, mit denen die Leistungsfähigkeit des Netzwerks aufrechterhalten werden kann. Unser Ziel ist es, beim Support der Technologien, die heute an der Entwicklung des Netzwerks beteiligt sind, immer einen Schritt voraus zu sein. Wir sind kontinuierlich damit beschäftigt, neue Kompetenzen zu entwickeln und uns professionelle Partner zu suchen, die uns mit ihrem Know-how unterstützen.

Hand aufs Herz: Wenn Du Dir eine Sache im Bereich der Digitalwirtschaft wünschen könntest, um sie zu ein wenig verbessern, was wäre das?

Wir sehen heute schon große Fortschritte im Bereiche künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Chatbots. Ich würde mir wünschen, dass sich diese Entwicklungen weiter beschleunigen – und dass wir irgendwann in einer Bot-basierten Welt leben. Ich denke da an Innovationen, die den Alltag erleichtern wie Amazon Alexa oder Siri.
Wir hatten kürzlich erst eine Diskussion über „Conversational Commerce“. Das Konzept dahinter ist, dass wir Nachrichtendienste und Chatbots zusammenbringen. In der Realität sähe das so aus, dass Personen über einen Messaging-Kanal mit einem Chatbot sprechen können – einem virtuellen System also, das ihnen hilft, Entscheidungen zu treffen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

… einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu (digitalen) Themen gerne informierst

Das hängt tatsächlich ganz davon ab, für welche Nachrichten oder Themen ich mich gerade interessiere. Um mich über das Tagesgeschehen zu informieren, gehe ich auf bbc.co.uk. Geht es um technologische Themen, bin ich ein großer Fan von Apple Podcasts auf meinem iPhone oder Brightalk, einem Online-Webinar. Auf dem neusten Stand in Sachen Technologien bleibe ich mit Twitter, wo ich anderen Technologieunternehmen folge.

… ein Video, das Du Deinen Kunden empfiehlst

diese End-to-End-Demo.
Sie zeigt sehr anschaulich, wie unsere CA Continuous Delivery-Lösungen dabei helfen, eine anfängliche Idee in qualitative Software umzusetzen – und das in immer kürzeren Zeitabständen.

… ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„Start With Why“ von Simon Sinek.
Ich finde das Buch fantastisch, weil es einen zum Nachdenken und zur Reflektion über das eigene Handeln anregt: Warum und wie mache ich das, was ich tue? Im Geschäfts- und auch Privatleben kommt es weniger darauf an, was ich tue – entscheidend ist doch, warum ich es tue.
Der Autor Simon Sinek kommt in seinem Buch zu der Erkenntnis, dass die Führungskräfte, die den bisher größten Einfluss in der Welt hatten, alle auf die gleiche Weise denken, handeln und kommunizieren – und es das Gegenteil ist von dem, was alle anderen tun. Sie alle stellten sich als erstes die Frage nach dem Warum. Warum tun wir, was wir tun? Warum existieren wir? Wenn man lernt, sich diese Fragen zu stellen, kann man das Geheimnis des inspirierenden Geschäfts lüften.

… das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Ich bin ein großer Fan von Evernote. Das ist ein Tool, mit dem ich mir digital Notizen machen und über alle meine Geräte hinweg synchronisieren kann. Das hat zahlreiche Vorteile: Es erleichtert zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Kollegen oder Geschäftspartnern. Während ich zuvor viele E-Mails hin- und herschicken musste, kann ich meine Notizen jetzt schnell und einfach mit ihnen austauschen.
Auch hilft mir Evernote dabei, papierloser zu werden. Ich kann damit jede physische Notiz digitalisieren und in der Cloud sichern – kann Quittungen, Rechnungen und Briefe scannen und für die eigene Dokumentation ablegen. Evernote ist tatsächlich das einzige Tool, das ich täglich mehrmals benutze.

Mit welchem Experten (aus Deiner Branche) würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Mit Jeff Bezos, dem CEO von Amazon. Ich halte ihn für einen sehr visionären Mann, dem es immerhin gelungen ist, ein Multi-Milliarden-Dollar-Imperium aufzubauen, aus dem ständig neue Innovationen hervorgehen. Ich finde es beeindruckend, wie Amazon der Wandel von einem reinen Online-Shop zu einem der größten und dominantesten Cloud-Anbieter gelungen ist – und dass die Qualität von Kundenservice und Technologie bei Amazon dauerhaft hoch gehalten wird.