Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Daniel Horzetzky Newcast

Daniel Horzetzky NewcastWer ist Daniel Horzetzky? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Wie man unschwer meinem Dialekt entnehmen kann – ick bin Berliner. So pflege ich eine recht direkte und offene Kommunikation. Nach dem gescheiterten Traum im Hochleistungssport Olympia zu erreichen, brachte mich eine Schulterverletzung dazu, stattdessen Richtung Marketingolymp aufzubrechen.

Nach dem Studium (int. Marketing), prägten mich 5 Jahre bei „Bild“/“Bild.de“ u.a. als Trainee und später in der Crossmedia-Vermarktung an diversen Standorten in Hamburg, Köln, Berlin, Hannover, Leipzig, Frankfurt, München, Düsseldorf.

2011 ging es dann zurück in die Berliner Heimat zu dem damals unbekannten Start-up plista. Hier entstand die Liebe zum Thema Content Marketing, und so evangelisierte ich seit 2012 Brands von diesem Kommunikationsansatz.

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Mit Leidenschaft für Kommunikation und Marke, hinterfrage ich stets das Gute nach dem Besseren und versuche das Unmögliche, alles im Zusammenhang zu sehen.

Meine Vision ist es, Kommunikation für Marken zu entwickeln, die ihnen hilft geliebt zu werden. Weil Konsumenten sie als wertvoll, authentisch, bildend und unterhaltend wahrnehmen.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Privat lebe ich meine Leidenschaft im Golf aus, was für mich das Yoga im Grünen ist. Außerdem habe ich seit 13 Jahren eine besondere Beziehung zu dem Element Wasser. So oft es geht, stürze ich mich in die Ozeane unseres Planeten – segelnd, surfend, tauchend.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Unser Fokus liegt ganz klar auf Content Marketing. Dabei liegt unsere Stärke in der Kombination von Content-Kreation, Content-Verbreitung (Media) und Technologie. Wir erstellen nicht nur Inhalte, die beim User gut ankommen, wir definieren auch von vornherein, welches Ziel damit erreicht werden soll und messen den Return on Investment auf Basis im Vorfeld festgelegter KPIs. Unserer Meinung nach ist Content Marketing kein Selbstzweck, sondern muss klare Marketingziele erreichen.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Unser eigener Bestcase ist unser Native Advertising Format für die Postbank. Hier verbinden wir die drei Disziplinen Technologie, Kreation und Media in einem Kompositangebot. Über datengestützte Analysen ermitteln wir die relevanten, aktuellen Themen um unsere Kunden herum. Unser Redaktionsteam macht daraus Artikel, die mehrwertig, aber für die Marke und die Kunden hochrelevant sind und spielen sie dann automatisiert über unser eigenes Native Advertising Format „Content on Demand“ auf über 1.000 Publisherseiten aus. Hierbei gibt es einen redaktionellen Teaser und einen ausführlichen Artikel auf den Publisherseiten. Dabei erzielen wir Verweildauern von durchschnittlich 105 Sekunden. Darüber hinaus haben wir Klickraten von 8,61 Prozent, ein hervorragender Wert, verglichen mit dem, was herkömmliche Displayanzeigen erreichen.

Unabhängig von unseren eigenen Kunden fasziniert mich der Weg von Coca Cola. Der Ansatz und die bereits 2012 kommunizierte Vision, die komplette Kommunikation auf Content aufzubauen mit dem wahnwitzigen Ziel, den Umsatz bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln, ist eine absolute Ausnahmeerscheinung und ein Paradebeispiel für innovative Kommunikation.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Die größte Herausforderung sehe ich darin die Gesellschaft im digitalen Wandel abzuholen und vor allem mitzunehmen. Bis dato gelingt das unserer Politik mäßig, es mangelt an Experten und der Fähigkeit entscheidende Themen durch Kommunikation-Maßnahmen in unsere Gesellschaft zu tragen. Es ist unabdingbar diese Entwicklungen nachvollziehbarer zu machen und vor allem die Bürger zu einem bewussteren Umgang mit dem Netz zu schulen.

Herausforderung für unseren Markt:

Marketing wird  immer digitaler und immer technologiegetriebener. Unternehmen müssen Adtech aufrüsten und sehr genau abwägen, welche Aufgaben sie künftig inhouse und welche über eine Agentur abwickeln wollen. Im ersten Fall müssen sie Know-how und Technologie aufbauen, im zweiten eine Agentur suchen, die ihnen als langfristiger Partner bei der Transformation in die Netzwirtschaft zur Seite steht.

Herausforderung für unsere Firma:

Große Werbungtreibende werden künftig stärker globale Content-Strategien nachfragen. Hier müssen wir als Agentur eine Skalierbarkeit erreichen, die uns gleichzeitig ermöglicht, in einzelnen Märkten höchst individuelle Inhalte zu erstellen. Unsere Einbindung in das Publicis-Media-Netzwerk hilft uns dabei. Eine andere, sehr konkrete Herausforderung ist es außerdem immer wieder, Vorstände und Marketingleiter von einer Investition etwa in eine DMP (Data Management Plattform) zu überzeugen. Denn ohne Data keine Insights, und ohne Insights kein guter Content, der messbar auf Marketingziele einzahlt.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Das Internet lässt uns jederzeit, von jedem beliebigen Ort auf eine enorme Menge an Inhalten zugreifen. Dieses „Wissensarchiv“  wächst sekündlich. Besonders die Menge an verfügbaren Video- und Audioinhalten wird in den kommenden Jahren weiter rasant ansteigen. Ungeahnte Möglichkeiten ergeben sich daraus. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, sich in dem Dickicht zu orientieren. Freude und Ärger liegen da nah beieinander.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Adweek.com. Das ist ein US-amerikanisches Magazin für Media, Marketing und Kommunikation. Hier bekommt man reichlich Inspiration und erlebt aufkommende Kommunikationstrends.

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Ein Buch, das mich definitiv begeistert hat, ist „Die Kunst des klaren Denkens – 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“. Rolf Dobelli nimmt darin tückische „Denkfallen“ unter die Lupe, in die wir immer wieder tappen. Wir erfahren beispielsweise, warum wir unser eigenes Wissen systematisch überschätzen und warum etwas nicht deshalb richtiger wird, weil Millionen von Menschen es für richtig halten.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Veranstaltungen, wie die Konferenz für Content Marketing in München (CMCX) sind sicher ein Highlight auf dem deutschen Markt. Denn auch als Experten lernen wir aus den Erfahrungen und Case Studies der anderen. Gleichzeitig geben wir unsere eigenen Erkenntnisse weiter, etwa in unserem diesjährigen Vortrag zum Thema „Content Marketing RoI – Erfolg ist planbar“.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit (außer dem Kopf 😉

Google, dicht gefolgt von unserer eigenen Software „Newcast Story Pulse“, die relevante Themen datenbasiert eruiert und die Basis für kreativen Content darstellt.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Michael Brenner hat mich schon immer fasziniert. Als ehemaliger VP Marketing von SAP lebt er die Vision, den Erfolg von Content-Marketing für ein Unternehmen nachzuweisen (RoI). Content wird damit nicht länger als Teil des Marketings betrachtet, sondern als Fundament.

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