Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Bianca Gfrei – kiweno

Bianca Gfrei kiwenoWer ist Bianca Gfrei? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

kiweno.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich bin extrem ungeduldig und möchte Dinge am liebsten gestern anstatt morgen erledigt haben.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Die Mission von kiweno ist es, den Gesundheitsmarkt aufzurütteln. Mit unseren Test-Kits zur Heimanwendung können wir zahlreiche Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen ganz einfach, schnell und sicher feststellen. Die Ergebnisse werden anschließend auf unserer Gesundheitsplattform my.kiweno.com für den User auf optisch ansprechende und leicht verständliche Art und Weise dargestellt. Zusätzlich bieten wir unseren Kunden zahlreiche Tipps und Tricks rund um das Thema gesunde Ernährung. Die Zeiten, in denen man sich vom Arzt ein kaum entzifferbares Blutbild abholen konnte und mit den Ergebnissen ziemlich alleine gelassen wurde, sind vorbei!

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Nicht ohne Stolz kann ich behaupten, dass wir bereits vor dem offiziellen Launch Umsätze gemacht haben. Ich denke, dass wir mit kiweno wirklich den Nerv der Zeit getroffen haben und genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und immer noch sind. Aber natürlich noch viel wichtiger als die richtige Idee ist die Umsetzung: und da habe ich mit meinem Team ein wirklich gutes Gefühl!

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Es gibt ein immer größeres Umdenken in der Gesellschaft, sich aktiv und ganz bewusst mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Während für ältere Generationen nur zählt, was der “Gott in Weiß” sagt, wollen jüngere Menschen ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen und nicht erst im Krankheitsfall handeln – also genau dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Gesundheit ist schließlich unser kostbarstes Gut, die wir zu einem großen Teil auch wirklich selbst beeinflussen können, zum Beispiel mit der richtigen Ernährung. Damit hier die Allmacht aber nicht bei Pharmariesen und Ärztevereinigungen bleibt, muss natürlich auch der Staat entsprechend handeln.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Es muss noch viel einfacher werden, ein Unternehmen zu gründen. Unternehmertum bedeutet Innovation, kurbelt die Wirtschaft an und schafft wichtige Arbeitsplätze. Dies muss gefördert werden, nicht blockiert.

Herausforderung für unseren Markt:

Gerade die alteingesessenen Marktteilnehmer in unserer Branche sind oft sehr schwerfällig und nicht gerade für Innovation bekannt. Genau dies wäre aber dringend nötig. Keine Angst vor den “Jungen Wilden”, sondern Kooperation wäre mein Wunsch – davon könnten beide Seiten immens profitieren.

Herausforderung für unsere Firma:

Wir haben noch Großes vor und stoßen deshalb natürlich auch immer wieder auf Widerstand. Kennen wir ja: First they think you are crazy, then they fight you and all of a sudden you change the world… oder prägst zumindest eine Branche nachhaltig mit.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut:

Das Internet bietet uns unglaublich tolle Möglichkeiten der Vernetzung und des Meinungsaustausches. Gerade aus Unternehmenssicht wird es aber teilweise problematisch, wenn fachfremde Personen ohne das nötige Wissen falsche oder schlecht recherchierte Informationen verbreiten. Fluch und Segen zugleich…

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Quora.com. Denn wie es deren Slogan schon verspricht, findet man dort tatsächlich oft “the best answer to any question”.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

http://techcrunch.com/2016/03/21/the-major-pitfall-for-digital-health-startups

Der letzte Absatz fasst den Artikel sehr gut zusammen: “Digital health entrepreneurs should remember that it takes time to build a startup brand with a reputation of trust — and constant care to maintain it. And yet, it’s a crucial part to the success and sustainability of a startup aiming to challenge the status quo in health care.” Eine wichtige Botschaft für mich und mein Unternehmen.

Ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Privat: „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ von Susanna Tamaro. Das Buch hat eine schöne Kernbotschaft, die man gut auf das wahre Leben umlegen kann: Passion für und Identifikation mit einer Sache sind einfach am wichtigsten.

Beruflich: Natürlich die Startup Bibel “Lean Startup” von Alan Ries

Eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Ich bin absoluter Fan der TED Talks und sehe mir regelmäßig die neuesten Videos an. So viel geballte Inspiration findet man selten!

Das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Evernote, weil ich damit endlich meine ganzen Notizen und Ideen, die mir tagtäglich in den Sinn kommen, sammeln kann.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Sehr gerne würde ich erfolgreichen Investoren wie Peter Thiel oder Paul Graham über die Schultern schauen, um zu lernen, wie sie Business Modelle beurteilen und wie ihr Alltag als Investor so aussieht.

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