Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Beate Faderl – maisberger.de

Beate_FaderlWer ist Beate Faderl? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

www.maisberger.de), einer PR-Agentur mit Fokus auf B-to-B Kommunikation. Unsere Kunden kommen überwiegend aus der IT, Industrie aber auch dem Consulting sowie dem HR Bereich. Nach Abschluss meines Studiums der Japanologie und BWL startete ich meine berufliche Laufbahn bei einem amerikanischen IT-Unternehmen, das eine E-Mail- und Marktplatz-Lösung zum Informationsaustausch anbot – und das schon Anfang der 90er Jahre, also einige Jahre bevor das Internet kommerziell nutzbar war. Als European Sales Manager war ich damals nebenbei auch noch fürs Marketing zuständig und schnupperte das erste Mal PR Luft – übrigens mit Maisberger als PR-Agentur an meiner Seite.

Ich habe eine Schwäche für sämtliche Sportarten, die draußen und am allerliebsten in den Bergen stattfinden. Im Winter treibe ich mich deshalb so oft es meine Zeit zulässt in den nahen oder auch weiter entfernten Gebirgen dieser Welt bei Skitouren oder beim Freeriden rum, im Sommer beim Mountainbiken.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

Maisberger berät seit 25 Jahren Unternehmen im B-to-B-Bereich bei allen Themen der strategischen Unternehmenskommunikation. Neben klassischer PR mit viel Medienarbeit gehört dazu seit vielen Jahren alles was mit Online-Kommunikation zu tun hat, denn die Themen und Kanäle sind schon lange nicht mehr zu trennen. Unser Angebot wird abgerundet durch Employer Branding und interne Kommunikation, wenn es darum geht, bestehende oder zukünftige Mitarbeiter zu erreichen.

Unser Motto für alles, was wir für unsere Kunden tun, heißt: „Mehrwert schaffen“. Das kann mehr Umsatz, neue Kunden, Recruiting von Mitarbeitern, ein besseres Image oder höherer Bekanntheitsgrad und damit einhergehend die Steigerung des Unternehmenswertes sein.

Wir beraten proaktiv und ehrlich, auch wenn wir damit vielleicht auf Umsatz verzichten müssen. Wir scheuen nicht davor zurück, unseren Kunden von Kampagnen oder Themen abzuraten, wenn wir der Überzeugung sind, dass sie nicht zielführend sind.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”?

Ein riesiger Vorteil ist, dass wir eigentümergeführt sind und damit unabhängig in unseren Entscheidungen, etwas zu tun oder es auch zu lassen. Das erlaubt uns authentisch, langfristig orientiert und auf Basis der Werte zu agieren, die uns selbst wichtig sind – und nicht irgendeinem Management eines Konzerns auf einem anderen Kontinent.

Unser wichtigstes Kapital sind unsere Mitarbeiter, die über unterschiedlichste Werdegänge, Erfahrungen und Kenntnisse verfügen. Bei uns treffen Kommunikationswissenschaftler und Journalisten auf Biologen, Sprachwissenschaftler, Tourismusexperten, Musikwissenschaftler oder BWLer. Eines aber ist allen gemein: die Neugier und Bereitschaft, sich tief in komplexe Themen einzuarbeiten und diese so aufzubereiten, dass sie für die verschiedenen Medien und Zielgruppen verständlich werden und Interesse wecken. Hinzu kommt die Freude daran, aus unseren Kunden die Geschichten heraus zu kitzeln, aus denen wir Botschaften entwickeln können, mit denen sich unsere Kunden klar differenzieren und unverwechselbar werden.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”? 

Neben den klassischen Geschäftsführungsthemen wie Finanzen, Personalverwaltung, Steuerung unseres Backoffice, bin ich v.a. für den Vertrieb verantwortlich angefangen von der Neukundenakquise bis hin zu unseren Angeboten und Vertragsverhandlungen mit den Kunden.

Stärken: Hoffnungslos optimistisch, praxisorientiert, organisationsstark, ehrlich, mit viel Bodenhaftung.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Für uns ist der Umgang mit Themen der Digitalisierung selbstverständlicher Teil unseres Jobs. Wir können Spaß daran haben oder es hassen, aber wir müssen uns zwangsläufig damit auseinandersetzen – und lernen automatisch die verschiedenen Tools und Möglichkeiten zu nutzen. Wir sehen die Chancen und Risiken und auch wie man damit umgeht. Ich frage mich aber: Was passiert mit denen, die dazu weder im Job noch privat die Möglichkeit oder Notwendigkeit haben?

Herausforderung für unseren Markt:

Der Kommunikationsmarkt und die Medienbranche sind v.a. aufgrund technologischer Innovationen seit vielen Jahren im Umbruch. Durch die Nutzung von mobile devices wie Smartphones hat sich das Informationsverhalten stark verändert und dialogorientierte Plattformen wie Online Dienste und Soziale Medien bekommen eine immer größere Bedeutung, während klassische Printmedien sterben oder ihr Business Modell komplett neu ausrichten müssen.

Herausforderung für unsere Firma:

Als Tech-PR-Agentur wird von uns erwartet, die Nase immer im Wind zu haben und die neuesten Trends und Technologien zu kennen und beurteilen zu können. Das bedeutet aber auch, dass wir uns ständig neu aufstellen müssen und unsere Struktur genauso wie unser Serviceangebot an die Erwartungen des Marktes anpassen müssen. Das verlangt uns sowie jedem einzelnen unserer Mitarbeiter ein Höchstmaß an Offenheit, Agilität und Experimentierfreude ab, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Meine Persönliche Herausforderung:

Fokussierung – kurzfristige Trends und Hypes von den langfristig wichtigen Themen zu unterscheiden und mich nicht zu verzetteln und in den Weiten des digitalen Universums zu verlieren.

Wie sieht Dein “digitales Workout” in der nächsten Zeit aus? In welchen Themenbereichen willst Du Dich oder würdest Dich gerne verbessern?

Ich lerne jeden Tag von unseren Digital Communication Spezialisten, die immer wieder neue Tools, Programme und Techniken ausgraben und staune, was man alles nutzen und auswerten kann. Der Austausch in unserem Team ist lebendig – sowohl zwischen Tür und Angel als auch in unseren internen Meetings. An einem digitalen Workout kommt vor allem in unserer Branche niemand vorbei. Ich nehme es sportlich – und habe das „Trainieren“ meines digitalen Wissens und Geschicks zur Gewohnheit gemacht. Für mich geht es vor allem darum den Über- und Durchblick zu behalten, von den Erfahrungen der Kollegen zu lernen, Neues auszuprobieren und mich nicht zu verzetteln. Das ist mein (fast tägliches) digitales Workout.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst 

http:/www.prdaily.com) gibt. USA ist uns Europäern bei den Kommunikationstrends ja immer noch oft eine Nasenlänge voraus, weshalb wir US Blogs häufig zur Inspiration für unsere tägliche Arbeit nutzen.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

http://www.social-secrets.com/2015/06/snmuc-talk-stefan-ploechinger-ueber-die-sz-digitalstrategie/

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„Blackout“ von Marc Elsberg: Ein Thriller, der mich deswegen so erschüttert hat, weil er so realitätsnah ist und zeigt, wie verletzlich wir gerade in unserer vernetzten, digitalen Welt sind.

“ReWork” von Jason Fried und David Heinemeier Hansson: Das Buch bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass es einem Unternehmen gut tut, alte Zöpfe abzuschneiden und es keiner hochkomplexen Prozesse und Strukturen bedarf, um erfolgreich zu sein. Weg mit Ballast, der uns nur Zeit und Energie stielt, für mich heißt die Prämisse Konzentration auf das Wesentliche.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

http://www.marconomy.de/live/articles/443081). Die Zeit, die ich mir zwangsläufig nehmen musste, um mich mit den eingereichten Kampagnen auseinander zu setzen, um sie zu bewerten, die Diskussion mit den anderen Jurymitgliedern, der finale Abstimmungsprozess und die Einsichten daraus, waren es wirklich mehr als wert. Mehr dazu auch in einem meiner Blogbeiträge http://www.maisberger.de/de/blogpost/items/insights-maisberger-als-juror-beim-marconomy-b2b-marketing-award.html

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Simpel, aber für mich absolut unverzichtbar:

1Password“ zur Verwaltung meiner Logins und Passwörter –

https://agilebits.com/onepassword/ios

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

http://www.playmakersystems.com und Autor von Büchern wie „The Elements of Influence“.

Wir haben vor einigen Jahren in unserem internationalen Agenturnetzwerk mit Alan zusammengearbeitet und in den gemeinsamen Diskussionen viele Anregungen und Ideen zum Thema Influenzer Strategien und Methoden zur Entwicklung von Kommunikationsstrategien mitgenommen.