Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Dominic R. Alimi – media:meets GmbH

Dominic R. Alimi media:meets GmbHWer ist Dominic R. Alimi? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

Laut meines Personalausweises derzeit 27 Jahre jung. Seit meinem 11. Lebensjahr bin ich „Drin“, wie Boris Becker so schön sagte, wenn auch die ersten Jahre wenig mit Online-Marketing, sondern viel mehr Gaming wie z.B. Counter-Strike oder FIFA. Bei Counter-Strike war ich leider nur Mittelmaß, konnte das aber mit FIFA ausgleichen und den ein oder anderen Cup in der ESL gewinnen. Zusammen mit meinem Geschäftspartner Marvin Schröder führe ich seit 2008 die Markenkommunikationsagentur media:meets GmbH mit Sitz in Schermbeck und Essen-Bredeney als Geschäftsführender Gesellschafter. In Zeiten von Social Media hat man doch eigentlich gar kein Geheimnis mehr oder? Außer dass ich wohl einer der ersten Helene Fischer Fans war bevor die ganzen Hipster auf den Zug aufgesprungen sind.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma, wo liegt Eure Superpower?

Wir verstehen uns nicht als reine Marketingexperten sondern sind Berater und auch guter Freund für unsere Kunden. Wir glauben an Markenstrategien, die einfach, erfolgreich und rentabel sind. Vor allem durch unsere breite Kundschaft nutzen wir die Synergien und Erfahrungen aus diversen Branchen und können diese dann gleich in die unterschiedlichsten Projekte einbringen. Aber warum sind wir mehr als nur Experten in unserem Bereich? Der persönliche Kontakt hat bei uns oberste Priorität, wodurch wir die meisten Kunden auch direkt das „neumodische“ Duzen aufdrücken – bisher hat sich aber noch keiner beschwert :).

Wer ist Euer typischer Kunde?

Einen „typischen“ Kunden gibt es bei uns gar nicht. Wir haben sowohl Existenzgründer als auch große Industrie- & Medienkunden. Die meisten Kunden sind in ihren Branchen bekannt oder bauen mit unserer Hilfe ihre Bekanntheit auf. Bekannt sind da sicherlich unsere Medienkunden wie z.B. Detlef D! Soost, Miriam Höller, Christian Bahrmann oder das Hip Hop Label Selfmade Records mit seinen Künstlern Kollegah, Genetikk, 257ers usw. Trotzdem freuen wir uns aber auch immer wieder auf die Projekte unserer lokalen Kunden, ob Blumenfachgeschäft oder Tanzschule. Bei media:meets ist eben alles individuell auf den Kunden zugeschnitten und wir konzentrieren uns darauf, eine langfristige Zusammenarbeit zu erzielen.

Mit den meisten Kunden arbeiten wir nun schon seit mehreren Jahren oder seit Beginn unserer Agentur zusammen – das sagt doch eigentlich alles, oder?

Die Social Media Landschaft hat sich in den letzten Jahren immer wieder verändert. Facebook ist aber nach wie vor einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Social Media Kanal. Welche Eurer Facebook Kampagnen (oder Facebook Posts) war besonders erfolgreich? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Wir haben zusammen mit Deutschlands Nichtraucher-Guru Jan Becker ein Online-Coaching Programm für Nichtraucher im Januar gestartet, bei dem wir für das digitale Konzept, die Umsetzung der Landingpages, Portal und Abrechnung sowie das gesamte Online- & Social Media Marketing zuständig sind. Bei diesem Projekt haben wir es geschafft, eine Kampagne zu kreieren, die effektiv 0,04 EUR pro Klick kostet. Die Reichweite ist am absoluten Maximum. Jeder der schon mal eine Facebook Werbekampagne kreiert hat, kann sich vorstellen, dass ein einstelliger Cent Betrag pro Interaktion fast unmöglich ist. Der große Erfolg der Kampagne ist ein Mix aus Bild + Text und Zielgruppenanalyse. Es trifft einfach den Kern der Zielgruppe und diese diskutiert auch fleißig mit.

Welche Facebook Kampagnen (oder Facebook Posts) von anderen Unternehmen sollte man sich als “Best Practice” einmal anschauen? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Ich liste jetzt extra keine Kundenkampagnen auf, denn es feiern sich meiner Meinung nach zu viele Agenturen ständig selbst. Daher hier meine Top 3, die NICHT bei uns Kunde sind. Achtung, kein bezahltes Productplacement 🙂

https://www.facebook.com/emp.online) ziemlich nah an seinen Fans und interagiert in einem Tempo das ist schon Weltklasse. Der Erfolg der Seite kommt sicherlich über die direkte Ansprache der Fans und weil die Social Media Manager das Produkt, um das es geht, selbst feiern.

https://www.facebook.com/AstraBier) ein. Jedes Posting egal ob auf Facebook oder Instagram bringt mich zum Schmunzeln und auch hier arbeitet das Social Media Team direkt mit den Fans. Lädt man z.B. ein Bild mit dem Hashtag #astrabier oder #astra auf Instagram hoch, dauert es keine 15 Minuten und man bekommt eine typische, norddeutsche Antwort.

Die Umsetzung von SIXT zum Bahnstreik war für mich schon ziemlich gut gemacht. Im Grunde finde ich alle Kampagnen gut, die nicht ständig 100fach kontrolliert und ständig zur Marke passt. Spontaneität und Witz ist meiner Meinung nach der beste Erfolgstreiber für Social Media.

Was sind Eurer Meinung nach die Top 3 „Do´s and Don´ts“ für´s Facebook Marketing?  

Do´s:

Authentisch und ehrlich sein.

Nahbar sein, auch mal Fehler zugeben.

Shitstorms richtig erkennen und nutzen, solch eine kostenlose Bewertung bekommt man nirgendwo so schnell.

Don´ts:

100% Werbung posten.

Wochenlange Postingpausen.

Wie auch bei den Do’s: negatives Feedback nicht zur Verbesserung nutzen.

Stell Dir vor, Du hättest 3 Wünsche frei, die Dir Mark Zuckerberg bzgl. Facebook erfüllen würde. Was wären die?

Monitoring von Facebookseiten vereinfachen

Verbesserte interne Suche

Auslieferungen von neuen Funktionen direkt weltweit

Social Media hat Kommunikation in den letzten Jahren stark verändert. Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Auch wenn ich es selbst nicht immer gerne höre, das Leben wird durch den digitalen Wandel ständig schneller und wir müssen uns damit abfinden, ständig und überall erreichbar zu sein. Natürlich nur dann, wenn man es auch selbst will. Die Versuche vom Staat, Gesetze zur Überwachung finde ich vom Grundsatz her gut. Die meisten Vorstöße in dieser Hinsicht wirken allerdings immer hilflos und nicht durchdacht, da sollte man sich einfach mehr Fachwissen von Experten einholen bevor man wieder irgendetwas in eine Kamera herausposaunt.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die Herausforderung ist eigentlich recht einfach: Breitbandinternet in allen Haushalten und ein stabiles, mobiles Netz. Ich empfinde es immer noch eine Katastrophe, wenn man unterwegs mit dem Handy telefoniert – hey die Geräte wurden eigentlich mal zum Telefonieren erfunden und es hört sich meistens an, als wenn die Sprachqualität seit 1999 unverändert geblieben ist. Im April diesen Jahres war ich in Bangkok und hatte durchweg LTE Netz mit wirklich Highspeed. In unserem Büro im alten Wasserturm in Essen-Bredeney hat mein Nexus 5 lediglich an bestimmten Stellen Netz… und egal ob beim Magenta oder Roten Riesen.

Herausforderung für unseren Markt:

badminton-hotspots.de um eine Sportart, die im wesentlichen nirgendwo im TV berücksichtigt wird und auch die große Masse spielt den Sport nicht. Wir betreiben das Portal aber aus dem Grund, weil es für ihn eine Herzensangelegenheit und Hobby ist. Natürlich schreiben wir, wenn man sich die Arbeitsstunden jeden Monat am Projekt sieht, auch in den nächsten Monaten und auch Jahren keine schwarze 0 – aber wir machen es einfach ohne finanziell darüber nachzudenken. Open-Source war vor einigen Jahren noch trendy und hat viele nützliche Tools herausgebracht. Derzeit sehe ich viele SaaS Produkte, die aber im Kern nicht ausgereift sind oder zu schnell eingestampft werden.

Herausforderung für unsere Firma:

Qualität statt Quantität und das trotz des täglichen Wahnsinns der Pitchanfragen und „Da geht aber noch was am Preis“ Mentalität. Ich meine damit nicht, dass man nicht allgemein über jeden Preis sprechen kann, aber es ist immer eine Herausforderung zu wissen, ab welchem Punkt man das Projekt lieber absagt. Da hat man als Unternehmer auch eine Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch nicht, die Preise in den Himmel zu jagen.

Meine Persönliche Herausforderung:

Mein Schreibtisch hat eine wirklich schöne Farbe – soweit ich mich da noch beim Kauf dran erinnern kann. Deshalb habe ich mir vorgenommen, jede Woche meinen Schreibtisch so zu hinterlassen, wie ich ihn damals im Einkaufszentrum gesehen habe. Leider sieht es meistens eher aus wie bei einem 10 jährigen Kind im Kinderzimmer wo die Mutter mehrmals sagt: „Entweder Du räumst jetzt Dein Zimmer auf oder Du hast iPhone-Verbot“ 😉

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst (deutsch oder Englisch)

Ich stehe sehr auf den Schreibstil von t3n, nicht zu detailliert und doch immer aktuell. Wenn ich mehr zu dem jeweiligen Thema wissen möchte, fange ich selbst an, zu recherchieren und stöbere einfach durch diverse Foren oder Online-Zeitungen.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat 

Da ich Generation Counter-Strike bin, sind Bücher jetzt nicht soooo mein Ding. Allerdings lese ich sehr gerne Biografien von berühmten Personen. Ob Oliver Kahn, Boris Becker, Familie Geis, Kurt Cobain, Steve Jobs, alle Biografien haben etwas inspirierendes. Wenn auch mit Sicherheit nicht alles so stimmt wie es geschrieben ist 🙂

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

In den Gründungsjahren haben wir noch viele eigene Veranstaltungen in Discotheken organisiert, wodurch ich die verschiedensten Menschen in ihrer Freizeit beobachten konnte. Bei jedem Event habe ich die Leute beobachtet und analysiert, es ist seitdem ein Hobby von mir. Diese Erfahrung will ich nicht missen, denn ich kann seitdem Menschen sehr sehr gut einschätzen .

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Asana Projektmanamagent. Ich bin was meinen Schreibtisch angeht wie bereits geschrieben ein absoluter Chaot. Gleichermaßen ist aber auch Thunderbird mein täglicher Begleiter in Kombination mit allen Google Produkten von Drive bis zum Kalender. Wie konnte man früher nur mit einem Papierkalender alles merken?

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Ich halte es da eher wie diverse Fußballtrainer (Thomas Tuchel oder Pep Guardiola z.B.) und würde viel lieber mit jemanden aus einem ganz anderen Gebiet für 1 Tag zusammenarbeiten. Lernen kann man von jedem Menschen, ob es eine Krankenschwester oder ein Schreiner ist, Hauptsache man kommuniziert miteinander und nutzt die jeweiligen Informationen für sich selbst am Besten.