Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit York von Heimburg – IDG Communications Media AG

York von Heimburg IDG Communications Media AGWer ist York von Heimburg? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin 58 Jahre alt. Habe BWL studiert. War immer in spannenden Verlagen tätig. Seit 23 Jahren bei IDG! Sowohl weltweit tätig als auch IDG Deutschland Chef. Dort viele Transformationen durchgeführt: von Print zu Digital, von Digital zu Services, und jetzt hin zum Data-Business.

Führen heißt vorleben und eine hohe Orientierung auf die Kunden.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Habe einige Spleens: mache Kunst (Skulpturen), habe Bücher geschrieben (Fokussierung und virtuelle Führung), Reise viel und mache viel Sport

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

www.idg.de) ist ein seit über 50 Jahren weltweilt in über 90 Ländern agierendes Medien-Powerhaus mit den Schwerpunkten Tech Media, Services und Data, Research (IDC) und Venture-Aktivitäten (IDG Ventures). IDG erreicht weltweit 280 Mio. Technologie-Entscheider und -käufer. IDG ist zusammen mit Accel Partners der größte internationale Venture-Fund in China. Wir können unseren Kunden weltweit die kreativsten und konsistentesten Media-Lösungen anbieten.

Ich denke, was uns immer ausgezeichnet hat und stets auszeichnet ist die Power sich immer wieder neu zu erfinden und sich auch immer wieder selbst Konkurrenz zu machen. „Wir machen uns lieber selbst im Hause Konkurrenz, als dass uns die Konkurrenz das Fürchten lehrt!“ 🙂

Deshalb haben wir international sehr früh darauf gesetzt immer „ahead“ der digitalen Entwicklungen zu sein: wir sind immer konsequent in innovative Geschäftsfelder gegangen, die unserem Stammgeschäft weh getan haben. Beispiele: mutige Aufgabe von Print-Magazinen, frühes Setzen auf digitale Produkte und Services, Aufbau eines digitalen Vermarktungsnetzwerkes für Technologie-Websites, Launch eines weltweit gemeinsamen Ad-Stack mit der Möglichkeit der Public und Private Auction, Aufbau des weltweiten Demandgen-Business etc.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Wir haben mittlerweile einen Digitalisierungsgrad von über 50% erreicht. Das heißt wir erwirtschaften schon mehr digitalen Umsätzen als mit Print und anderen nicht digitalen Umsätzen. Damit sind wir in Deutschland das Medienhaus mit dem größten Digitalisierungsgrad neben Springer. Allerdings hat IDG das „händisch“ erreicht, das heißt ohne Zukäufe, während Springer sich die digitale Power überwiegend zugekauft hat.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Das Internet und die dazu gehörenden Themen als Chance zu erkennen und nicht als Gefahr sehen. Klar müssen wir die eine oder andere Regelung im Bereich Datenschutz entwickeln. Wichtig ist hier die internationale Abstimmung. Es hilft eben nichts, wenn wir in Deutschland nur umfassenden Datenschutz leben. Das Internet schafft eine Transparenz und eine Innovations- und Lebenshilfekraft (siehe auch die IoT Entwicklung), die so noch nie vorhanden war. Das ist eine große Chance für die Politik, die Wirtschaft und die Menschen auf der Welt.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Wir sollten uns sehr, sehr stark fokussieren auf die Ausbildung unserer Kinder. Die Kids werden heute viel mehr als wir dem internationalen Wettbewerbsdruck des Arbeitsmarktes ausgeliefert sein und müssen dazu optimal aufgestellt werden. Dazu gehört auch der Umgang mit Technologie übrigens in allen Studienbereichen!

Herausforderung für unseren Markt:

Immer auf der Höhe der technologischen Entwicklung und den daraus möglichen Anwendernutzen im Wettbewerb mit anderen Nutzwert orientierten Medien zu bleiben.

Herausforderung für unsere Firma:

Weiter machen mit der konsequenten Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle und gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle auf den Markt bringen. Dabei werden wir innerhalb von IDG immer stärker zusammenarbeiten und unsere Kunden weltweite Möglichkeiten anbieten können, die dazu geeignet sind, dass unsere Kunden ihre Ziele besser erreichen können wie zum Beispiel ihre Zielgruppen effizienter zu erreichen und anzusprechen, um mehr Business mit deren Kunden machen können. Dazu haben wir weltweite und nationale Spezialisten in den für uns strategisch wichtigen Bereichen wie Media, Services – da arbeiten wir wie eine Agentur – und Data.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Geärgert: dass es immer noch Länder auf der Welt gibt, die meinen, dass Internet und den Zugang dazu einschränken zu können.

Gefreut: dass mit dem Internet eine Transparenz geschaffen worden ist, die bisher noch nie dagewesen ist. Menschen oder Staaten, die bewusst Informationen verheimlichen wollen, tun sich damit sehr schwer. Und natürlich der Aufbau von unendlichen Wissen: Das Internet als Wissens- und Lernplattform.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Beruflich: Alle die Probleme, die wir als ein relativ großes Unternehmen nicht lösen können, weil wir derzeit einen anderen Fokus haben oder weil wir zu langsam oder auch zu wenig mutig sind.

Privat: Alle die häuslichen und privaten lästigen Themen lösen lassen durch gut gemachte Service-Apps.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Da kann ich ganz klar den „Economist“ nennen – Digital und Print. Der Economist hat weltweit ein gigantisch gutes Redaktionsnetzwerk und erklärt die vielfältigen internationalen Herausforderungen am besten.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

Silicon Valley 4.0: How Apple will change everything (again)

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Karnemann

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Der jährlich stattfindende VDZ Digital Innovators Summit.

Lutz Finger, Director of Data Science von LinkedIn: „Big Data Beyond the Hype”

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Meine Assistentin 🙂 und Social Media (Facebook und Twitter)

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Mit den hervorragenden Mitarbeitern von Blue Yonder, der Spezialist für „Predictive Analytics und Big Data“. Blue Yonder ist ein sehr spannendes Unternehmen aus Hamburg, die überwiegend Physiker als Mitarbeiter haben und die aufgrund Ihrer Erkenntnisse und Möglichkeiten die Unternehmenswelt revolutionieren können und teilweise auch schon tun. Wir arbeiten gerade in einem sehr spannenden Projekt mit Blue Yonder zusammen.