Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Thomas Meyer – Adobe

Wer ist Thomas Meyer? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Digitales Marketing und Brand Strategy sind meine Welt. Meine Vision ist es, die Welt durch digitale Experiences zu verändern. Bei Adobe bin ich seit Anfang 2016 tätig. Als Director Business Development bin ich für die strategische Entwicklung von Adobe im DACH-Bereich verantwortlich. Zuvor habe ich 16 Jahre bei McKinsey & Company gearbeitet. In dieser Zeit leitete ich das globale Brand Strategy & Marketing ROI Competence Center der Firma. Meine Passion für Analytik und Business Development habe ich während meines Wirtschaftsingenieurswesen-Studiums in Hamburg entdeckt, das ich mit einer Promotion im Bereich International Management abgeschlossen habe. In Hamburg geboren und aufgewachsen, lebe ich seit neun Jahren in London.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich bin passionierter Weinliebhaber und Weintrinker, CellarTracker Nutzer seit 12 Jahren und Konsument von Weininformationen offline (Decanter Subskription seit 10 Jahren) und online – Gary Vaynerchuk’s winelibrary.tv Nutzer der ersten Stunde.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht Ihr am besten, wofür stehen Eure Produkte und Marken?

„Changing the world through digital experiences“ ist unsere Mission. Wir bieten Marketers, Fotografen, Künstlern, Designern usw. das ideale Framework, um außergewöhnliche digitale Erlebnisse zu schaffen. Durch das Zusammenspiel aus Content und Daten hilft Adobe ihnen ansprechende, vielfältige und nützliche Inhalte zu erstellen und zu verwalten, um sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar zu machen und den ROI auf allen Marketing-Kanälen zu messen. Content zu kreieren, mit Hilfe von Daten zu managen, und zugleich den Erfolg zu messen – all das machen wir mit Hilfe unserer drei leistungsstarken Lösungen Document Cloud, Creative Cloud und Experience Cloud.

Welche Rolle spielt Business Intelligence für die Produktentwicklung und / oder den Vertrieb Eurer Produkte – und warum?

Adobe Digital Insights Reports. Ich selber bin im Marketing/Vertrieb unterwegs. BI spielt eine große Rolle bei der Definition von Zielkunden für unsere Cloud-Produkte und von Potenzialen.

Verrätst Du uns ein “Best Practice” Deines Unternehmens im Bereich Business Intelligence? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren für diesen Case?

Dass Business Intelligence in der Neukundenakquise bzw. im gesamten Sales-Bereich für einen signifikanten Uplift sorgen kann, beweist Adobe seit einiger Zeit mit unser verbesserten Data Science Modeling Methodik. Darin setzen wir Enterprise Customer Profile Data gezielt ein, um potenzielle Neukunden und deren individuelles Up- und Cross-Selling-Potenzial zu ermitteln. Einen wesentlichen Erfolgsfaktor stellt dabei in erster Linie die große Datenbasis aus über 900 Datenvariablen dar, die für die Data Science Modellierung herangezogen werden. Beim 3rd Party Data Mapping auf Account-Level verzeichnen wir im Jahresvergleich ein 88-prozentiges Wachstum. Hierzu haben wir mehr als 410.000 Account Sub-IDs ausgewertet – dies sind rund 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Wenn Du Dir Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die größten Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Adobe? Das sind doch die mit PDF und Photoshop… Diese Adobe Marken-Wahrnehmung ist in Deutschland noch immer sehr weit verbreitet. Dabei investieren wir seit 2009 in Digital Marketing Lösungen und nehmen in diesem Bereich mit unserer „Experience Cloud“ mittlerweile eine marktführende Rolle ein – was uns auch von den Analysten bestätigt wird. An dieser eingeschränkten öffentlichen Wahrnehmung werden wir arbeiten müssen. Darüber hinaus ist die Positionierung von Customer Experience als strategisches Thema in Unternehmen eine der großen Herausforderungen für uns in Deutschland. Dabei sehen wir, dass Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Customer Experience signifikant besser performen als ihre Wettbewerber.

Hand auf’s Herz: Wenn Du Dir eine Sache im Bereich Business Intelligence wünschen könntest, was wäre das?

Data Collection und Data Cleaning auf Knopfdruck – das wäre doch was! Während es weiterhin eine Herausforderung ist, Business Intelligence Analysten zu bekommen, die hypothesenbasiert relevante Analysen fahren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für das Management ableiten können, ist der vorgelagerte Prozess doch meist der mühsamere, aber letztlich entscheidende. Und einer, dem ich selber deutlich weniger Motivation entgegen bringe …

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

… einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu (digitalen) Themen gerne informierst

  • Newsletter: Stratechery – globale, strategische Sichtweise auf (digitale) Technologie und Geschäftsmodelle
  • Webseite und Newsletter: absatzwirtschaft – relevante Informationen aus der Welt des (digitalen) Marketings

… einen Artikel / ein Video / …, zum Thema Business Intelligence, den / das Du Deinen Kollegen gerne empfiehlst

Is Artificial Intelligence On The Brink Of Changing Business Forever?

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Radical Candor by Kim Scott, zeigt, wie man in jedem Bereich effektiver sein kann, wenn man an unserem Arbeitsplatz eine Kultur der Offenheit aufbaut.

… das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Ich wage es fast nicht zuzugeben – aber think-cell ist ein Power Point Plugin, was ich vor mehr als 10 Jahren in meiner Zeit als Berater kenngelernt habe und weiterhin zur einfachen und schnellen Visualisierung von (nicht zu komplexen) Daten und quantitativen Zusammenhängen nutze. Für 90% meiner Visualisierungsanforderungen ist dieses Tool vollkommen ausreichend. In Kombination mit dem neuen, kostenlosen Adobe Stock Add-in in Power Point kann ich meine Präsentation nun ganz einfach mit herausragendem Bildmaterial ergänzen.

Mit welchem Experten aus dem Bereich Business Intelligence (oder der Netzwirtschaft insgesamt) würdest Du am liebsten einmal einen Tag zusammenarbeiten und warum?

Sehr gerne würde ich mal einen Tag mit Scott Galloway, Professor of Marketing an der Stern Business School in New York, zusammenarbeiten. Und das nicht nur aufgrund seiner hervorragenden Insights und kontroversen Hypothesen, die entsprechend diskussionswürdig sind. Er versteht es auch, seine Botschaften wirkungsvoll zu vermarkten – etwas, was nicht vielen Marketern gelingt!