Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Sven Löffler – T-Systems

Wer ist Sven Löffler? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Beruflich bin ich bei T-Systems auf dem Gebiet „Business Development, Executive BI und Big Data“ aktiv. Privat interessiere ich mich für Sport, Reisen, Lesen und meine Familie.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich bin begeisterter Läufer und stürze mich nach meinen Sporteinheiten immer enthusiastisch auf die penible Auswertung meiner Sportdaten.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht Ihr am besten, wofür stehen Eure Produkte und Marken?

T-Systems ist die Großkundensparte der Deutschen Telekom. Wir sind in drei eigenständige Geschäftsbereiche gegliedert: Die Telecommunications Division (TC), die Information Technology Division (IT) und die Digital Division (DD). Wir bieten: Erfahrung, Sicherheit, Konnektivität, Partner-Ökosysteme, eine konstante Innovationskultur und End-2-End-Lösungen. Wir sind Cloud-Pionier der ersten Stunde und einer der führenden Cloud-Anbieter Europas. Die Cloud ist eine coole Technologie, sie bietet viel Varianz, viel Dynamik, Pay as you Go und permanent etwas Neues. Wir unterstützen Kunden bei der Umsetzung neuer innovativer Geschäftsmodelle, basierend auf digitalen Services aus der Cloud heraus. Auf AppAgile, unserem Plattform-as-a-Service-Angebot, haben wir ein Big Data Ecosystem entwickelt, das Unternehmen einfach und ohne großen Aufwand nutzen können. Der Kunde liefert Daten ein, wir managen die Daten, mit Analytic-Tools bekommt der Kunde seine Facts/learning aus der Platform heraus. Einfacher geht es nicht. Durch unsere starke Automatisierung und Standardisierung sind wir auch in der Lage, sehr kleine Projekte zu betreiben und diese später nahtlos groß zu skalieren.

Welche Rolle spielt Business Intelligence für die Produktentwicklung und / oder den Vertrieb Eurer Produkte – und warum?

Business Intelligence ist sehr wichtig für all unsere Produkte, denn diese Technologien sind ein wesentlicher Bestandteil davon. Allerdings nutzen wir weit aus mehr als nur BI Techniken und Werkzeuge. Unsere Produkte und Lösungen verfolgen einen Big Data Ansatz und ermöglichen somit die Speicherung, Verarbeitung und Analyse von hochvolumigen, strukturierten und unstrukturierten Daten in Echtzeit. Dies ist für nahezu alle Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung sehr wichtig. Denn nur mit solchen Werkzeugen und Methoden können Echtzeit-Erkenntnisse gewonnen und vorausschauende Analysen durchgeführt werden.

Verrätst Du uns ein “Best Practice” Deines Unternehmens im Bereich Business Intelligence? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren für diesen Case?

Für die Deutsche Bahn haben wir eine Big Data Analytics Lösung ausgetüftelt, um die An- und Abfahrtszeiten von Zügen besser zu prognostizieren. Dafür werden Fahrplandaten herangezogen und mit der aktuellen Verkehrslage verglichen. Das macht macht Echtzeit-Prognosen über die voraussichtliche Ankunftszeit und gleichzeitig deren Auswirkung auf weitere Anschlussverbindungen möglich. Für die Berechnung wird eine Machine Learning Algorithmus genutzt, der verschiedene Prognosemodelle erstellt, die je nach Verkehrslage dynamisch ausgewählt werden können. Der Algorithmus wird trainiert, wodurch sich die Prognosegenauigkeit automatisch immer weiter verbessert.

Wenn Du Dir Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die größten Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Die komplette Wirtschaftswelt befindet sich heute an einem Punkt, wo Digitalisierung zunehmend das alte Business „überrollt“. Es geht nicht mehr um die Frage ob man digitalisiert, sondern WIE und WIE SCHNELL. WIE kann ich die Mehrwerte der Digitalisierung heben, ohne dabei ein zu großes Risiko einzugehen und meine klassische Welt nicht zu vernachlässigen. Dafür braucht es Strategien und für die wiederum muss jeder seine Ausgangsposition analysieren. Dazu gehört auch unbedingt, sich seine eigene Datenlage klar zu machen. Welche Daten nutze ich? Welche nicht? Welche habe ich? Welche brauche ich? Welche können sich zukünftig ergeben? Mit wem könnte ich Daten tauschen? Das Management von Daten ist die große Herausforderung, denn sie sind das Fundament für alle neuen Produkte, Services und Geschäftsmodelle.

Hand auf’s Herz: Wenn Du Dir eine Sache im Bereich Business Intelligence wünschen könntest, was wäre das?

Self-Service Applikationen, also Anwendungen bei denen Fachabteilungen eigenständig und unabhängig von der IT-Abteilung auf wichtige Unternehmensinformationen zugreifen können und diese auswerten. Das gibt den einzelnen Unternehmensbereichen Unabhängigkeit und spart wertvolle Zeit bei wichtigen Entscheidungsfindungen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

… einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu (digitalen) Themen gerne informierst

KDNuggets, weil es einen guten Überblick über Analytics-Themen bietet.

…ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

Christoph Keese „Silicon Germany: Wie wir die digitale Transformation schaffen“, weil es klar zeigt, warum wir uns der Digitalisierung stellen müssen.

… das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Jira, weil es perfekt ist, um bei Projektarbeit im Team jederzeit den Überblick zu behalten.