Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Robert Franken – CDO Luna media

Geschäftsführer Chefkoch.de Robert Franken Pixelhouse GmbH Foto: Guido Engels
Foto: Guido Engels

Wer ist Robert Franken? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

www.thegoodwillout.com) vorbei.

digitaletanzformation.wordpress.com).

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

Mit „Luna“ und „mum“ geben wir seit zehn Jahren zwei Magazine heraus, die auf einzigartige Weise Mode und Lifestyle im Kids- und Family-Segment transportieren. Wir setzen auf hochwertige und anspruchsvolle Bildwelten und legen höchsten Wert auf redaktionelle Qualität. In der Präsentation von Kindermode und Hartwaren setzen wir als Luna media Maßstäbe. Das spiegelt sich auch in unseren Events wider: Aktuell bereiten wir mit COOKIES SHOW eine internationale Kindermode- und Design-Show unter dem Dach der BREAD & BUTTER in Berlin vor. Unser jünstes Baby ist KIDX Journal, das Informationsportal für die internationale Kindermode- und Kinderausstattungs-Branche.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”? 

Wir inszenieren Produkte und Marken und verbinden unseren hohen ästhetischen Anspruch mit großer Expertise in unseren Branchen. Unsere Mitarbeiter_innen sind Expert_innen auf ihrem Gebiet, wir verstehen uns als der kreative Branchen-Hub. Unser Miteinander im Team ist uns sehr viel wert, nur in einer guten Atmosphäre entsteht kreative Kraft.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”? 

Mir liegt das Thema Leadership am Herzen. Ich versuche die Ansprüche des Unternehmens mit den Vorstellungen jedes einzelnen Mitarbeiters so zu koordinieren, dass die Arbeit Spaß macht und genügend Raum für Kreativität und Miteinander bleibt. Gleichzeitig versuche ich die Reaktions-Geschwindigkeit vor dem Hintergrund ständigen Wandels zu erhöhen. Strategie und Vision ist dabei eher Ergebnis des gemeinsamen Arbeitens an unseren Produkten als vorgegebener Rahmen. Ich habe einen digitalen Background, weiß aber auch, dass Veränderung Zeit und Sorgfalt benötigt. Ich sehe meine Aufgabe auch in der Entmystifizierung und Komplexitätsreduktion der Digitalen Transformation.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Ich sehe die Herausforderung Nummer eins im Bildungswesen. Hier geht es um Chancengleichheit einerseits. Darüber hinaus müssen wir Wege finden, individuelle Fähigkeiten so zu fördern, dass wir den zahlreichen Herausforderungen gewachsen sind: Strukturwandel durch Digitalisierung, Fachkräftemangel, Überalterung etc.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Wir brauchen auch im Digitalen eine Maker-Kultur. Dazu bedarf es flexibler Investoren und eines neuen Grundoptimismus. Sicherlich kann der Staat auch die Rahmenbedingungen verbessern, grundsätzlich aber ist es die Motivation der Gründer_innen, die es zu fördern gilt. Insgesamt hat die Branche auch ein PR-Problem: Zu häufig stehen die Risiken im Vordergrund der Debatten. Auch hier ist mehr (realistischer) Optimismus nötig.

Herausforderung für unseren Markt:

Unser Markt ist ein sehr emotionaler: Schwangere und junge Eltern sind in einer Lebensphase, in der alle Konsumentscheidungen hinterfragt werden. Je besser die Rahmenbedingungen sind, desto besser für den Markt. Hier geht es um finanzielle Sicherheit, Optimismus und das Gefühl guten Gewissens eine Familie gründen zu können.

Herausforderung für unsere Firma:

Wir müssen die Digitalisierung mit aller Macht anpacken. Für uns zählt Reaktionszeit auf Veränderungen, Agilität in der Umsetzung und Nachhaltigkeit im Wirken. Wir können unsere Nische im Markt optimistisch gestalten und haben sehr gute Voraussetzungen ein wichtiger Player im Bereich Kindermode & Co. zu sein.

Meine Persönliche Herausforderung:

Ich versuche mehrere Dinge im Zaum zu halten: meine Ungeduld angesichts der Transformations-Geschwindigkeit, den gelegentlichen Frust bei dem Gefühl nicht immer alles im Blick behalten zu können, meine überbordende Neugier auf noch mehr neue Projekte und die Tendenz bei all der Hektik ab und zu zu vergessen, dass es bei all dem, was wir tun, nur um eines geht: um den Menschen; als Partner, Freund, Kunde, Kollege und vieles, vieles mehr.

Wie sieht Dein “digitales Workout” in der nächsten Zeit aus? In welchen Themenbereichen willst Du Dich oder würdest Dich gerne verbessern? 

Ich könnte jetzt sagen, dass ich unbedingt Coden lernen möchte. Da ich mich inzwischen aber recht gut kenne, wäre ein solches Ansinnen nicht realistisch. Stattdessen will ich Digital als das begreifen, was es ist: als wunderbares Mittel zum Zweck. Und der Zweck ist es, den ich hinterfragen und erkunden möchte. Dabei helfen mir Best Practices ebenso wie Gespräche mit den vielen spannenden Playern aus allen Märkten und Nischen unserer Branche. Dabei ergeben sich immer neue Verknüpfungen, Erkenntnisse und Ideen. Netzwirtschaft.net ist dabei ein toller Impulsgeber für mich.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst (deutsch oder Englisch)

https://stratechery.com sehr gerne. Der Autor schafft neue Zusammenhänge aus bekannten Fakten und erweitert so mein mediales Weltbild auf eine sehr spannende Art und Weise.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

https://stratechery.com/2015/facebook-and-the-feed/. Das zeigt das Dilemma der Publisher in einer Distributions-Welt, die von SEO einerseits und Social Media andererseits dominiert wird.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat 

„Eleven Rings“ von Phil Jackson, dem ehemaligen NBA-Coach der Chicago Bulls und der Los Angeles Lakers. Er beschreibt darin seine elf Meisterschaften (für die man jeweils einen Ring erhält) und v.a. seine Zusammenarbeit mit sehr exzentrischen Superstars (Michael Jordan, Kobe Bryant, Dennis Rodman). Man nennt Phil Jackson auch den „Zen Master“, weil er sehr viel mit Meditation und Philosophie arbeitet. Für mich ist das eines der besten Bücher über Leadership, das ich kenne – und das kam für mich sehr unerwartet.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Ich hatte in diesem Jahr meine Premiere auf der re:publica. Ich war begeistert von der Organisation und der Heterogenität des Programms. Für mich war das genau die richtige Mischung aus Input, Networking und Inspiration zwischen digitalen Themen und Artfremdem. Sehr viel gelernt habe ich außerdem in den Vorträgen von Marc Stoffel, dem CEO von Haufe Umantis. Seither verstehe ich viel besser, dass man nicht nur in Organisationen arbeiten muss, sondern vor allem auch an Organisationen.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Ich bin seit Anfang des Jahres großer Fan von Evernote. Ansonsten bekomme ich nirgends so viel tollen Input wie über Twitter.

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Da gibt es sehr viele Menschen. Bereich Journalismus wäre ich gerne mal Mäuschen bei Anita Zielina in ihrer neuen Rolle als Editor-in-Chief New Products bei der NZZ. Karla Paul hingegen ist eine sehr spannende Protagonistin der (nicht nur digitalen) Buchbranche, von der ich gerne noch mehr lernen würde. Das sind zwei spontane Beispiele, da gibt es aber noch sehr viel mehr. Ich habe grundsätzlich immer viel von meinen Kolleg_innen und Mitarbeiter_innen gelernt. Darüber hinaus schätze ich unterschiedliche Perspektiven auf unsere Branche, wie sie z.B. von einem Gunter Dueck oder einem Sascha Lobo kommen.