Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Mara Winzer – ACTORS & TALENTS

Mara Winzer ACTORS & TALENTSWer ist Mara Winzer? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Eine Schauspiel- und PR-Managerin mit bewegter Vergangenheit, einer großen Portion Zuversicht und einem überdimensionalen Urvertrauen.

Geboren in Wien. Ausbildung am Musikkonservatorium der Stadt Wien. Mit sieben Jahren schon wollte ich, nach kurzen Ferien in der Schweiz, in die weite Welt fliegen.

Und ich war am Überlegen, ob ich gleich zu Austrian Airlines, als Stewardess oder ob ich doch erst mal in die Schule gehen sollte. Gesang und Schauspielerei aber waren von klein auf auch immer schon meine Welt.

Meine Eltern und die Lehrerin in der Schule nahmen mich immer mit ins Theater und somit wurde der Wunsch, Schauspielerin zu werden, immer größer. Als ich dann nach meiner Ausbildung endlich vor ein Mikrofon, vor eine Fernsehkamera  und auf die Bühne durfte, merkte ich schnell, dass mein Lampenfieber mein größtes Handikap war. Somit wurde mir schnell klar, dass ich weder auf der Bühne noch vor einer Kamera zuhause war. Viele Jahre später stand ich dann in München wieder vor einem Mikrofon, aber dieses Mal im dunklen Synchronstudio. Und das war dann schon eher meine Welt.

Ich konnte spielen und singen, wurde aber nicht gesehen, sondern nur gehört.

Doch mein ganzes Leben, im dunklen Studio zu arbeiten, konnte ich mir auch nicht vorstellen. Also bewarb ich mich bei einer Werbe- und PR-Agentur.

Dort absolvierte ich als Quereinsteigerin mein Volontariat und ein Kunde der Agentur, ein Münchner Verleiher, bot mir die Leitung der PR- und Marketingabteilung an. Und das war mein Einstieg in die PR-Branche.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Mein Spleen ist nicht klein, er ist groß! Alles muss immer, mehr als perfekt sein. Nichts wird dem Zufall überlassen, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Obwohl ich durchaus Überraschungen liebe. Aber nur die angenehmen. Und nichts ist unmöglich, wenn man es wirklich will.

AUFGEBEN – GIBT ES NICHT – ICH ERREICHE MEIN ZIEL! IMMER.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

ACTORS & TALENTS, managt und betreut Schauspieler. Durch meine langjährige Erfahrung als PR-Managerin kümmere ich mich auch um die öffentlichen Auftritte meiner Künstler. Was allerdings nicht immer ganz leicht ist, wenn man sie in der Öffentlichkeit noch nicht kennt. Man benötigt eine große Portion Überredungskunst, Charme und Durchhaltevermögen. Meine Klienten genießen also den Vorteil, beides unter einem Dach zu haben, die Managerin und die PR-Agentin. Das spart Zeit und vor allen Dingen Geld. Der Fokus richtet sich unter anderem, ganz intensiv, auf das Aufspüren von jungen Talenten und deren Förderung. Viele Kollegen nehmen keine jungen, unerfahrenen Schauspieler unter Vertrag, die noch nichts gedreht oder gespielt haben. Das nämlich bedeutet viel Arbeit und birgt immer Risiken. Man braucht ein Urvertrauen und ein gutes Gespür für Talente. Denn oftmals verlassen dann später, wenn sich endlich der gewünschte Erfolg eingestellt hat, die Küken, die man viele Jahre aufgebaut hat, die Agentur, weil sie entweder abheben oder ins Ausland wollen. Hollywood ruft! Viele jedoch übersehen und unterschätzen, wieviel Arbeit im Aufbau steckt und wie lange es dauert, bis man endlich entdeckt wird. Man muss sehr viel Glück, Talent, Ausdauer und den Willen haben, immerzu an sich zu arbeiten. Und viele Mühen und Entbehrungen in Kauf zu nehmen.  

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

Das betrifft eher die PR-Agentin Mara Winzer und meine Zeit, als ich für einen Münchner Filmverleiher, den Zeichentrickfilm „Pettersson und Findus“ vermarktet habe.

Zum ersten Mal seit Bestehen des Verleihs wurden durch eine umfangreiche und flächendeckende PR-Kampagne 1,3 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt. Zusammen mit meinem damaligen Team organisierten wir, ca. 350 Gewinnspiele, die sich durch alle Medien zogen. Wir organisierten Charity-Events und waren dadurch omnipräsent. Ein Jahr Vorbereitungszeit, viele Gespräche, viele kreative Ideen wurden gesponnen, verwertet und auch umgesetzt. Es war harte Arbeit, die sich schlussendlich für den Verleih gelohnt hat. Und daraus resultierend konnte ich dann TV-Loonland, den Produzenten von „Pettersson und Findus“, auch als Kunden gewinnen. Die Erfolgsfaktoren waren: Der Verleiher hatte Vertrauen in mich und mein Team und ließ uns „Gas geben“, ohne wenn  und aber. Ein absolut perfekt funktionierendes Team und ein sehr gut ausgearbeitetes Konzept, das alle überzeugte. Auch das Publikum!

Apropos Superpower: Welches Best Practice Beispiel in Deiner Branche hat Dich besonders fasziniert und warum?

Da gibt es ein gutes Beispiel:  Das jahrelange und unbeirrbare Vertrauen meiner Kollegin Mechthild Jarzyk-Holter in ihren Klienten, Christoph Waltz. Mehr muss man, glaube ich, dazu nicht sagen.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Wir sind froh, dass wir nun schon seit ca. zwei Jahren, keine Showreel-DVDs mehr verschicken müssen, da alles online abrufbar ist. Das spart Platz, viel Zeit und Geld. Und alle Schauspielerdaten sind in einem Ordner gespeichert, den man von überall, egal wo man sich auf dieser Welt befindet, abrufen kann. Das ist eine große Erleichterung.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Das Netz ist für jung und alt sowie wie für vertrauensselige Menschen eine enorme Gefahrenzone. Daher muss sich der Staat, meiner Meinung nach, für mehr Sicherheit einsetzen, was ein denkbar schwieriges Unterfangen sein wird. Die Cyberkriminalität einzudämmen, wird zu einem schier unlösbaren Problem werden und nur schwer in den Griff zu bekommen sein.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

In der Tat ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die zukünftige Generation bessere Bildungschancen bekommt. Noch nie gab es so viele arbeitslose, desinteressierte und aggressive Jugendliche, wie in den letzten Jahren. Und es werden leider immer mehr. Bildung und Ausbildung beginnt zuhause, danach in der Schule und dann auf dem weiteren Bildungsweg. Deutschland fehlen mittlerweile bekanntermaßen die Fachkräfte. Durch den immer stärker werdenden Zustrom von Migranten besteht nun auch wieder eine reelle Chance, dass sich in Deutschland wieder neue Fachkräfte etablieren. Dafür sollte man sich in Zukunft im Netz engagieren und die Menschen darüber aufklären, dass nicht alle Migranten zwangsläufig Schmarotzer und Gauner sind. Soziale Netzwerke sollten daher nicht nur für sinnloses und uninteressantes Geplänkel genutzt werden, sondern man sollte sich engagieren und Menschen dazu bewegen, etwas Sinnvolles aus ihrem Leben zu machen.

Herausforderung für unseren Markt:

Für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen, die es dann wiederum ermöglicht, den bestmöglichen Nutzen aus dem Netz zu ziehen. Einkaufen, sich weiterbilden, Musikhören, Netzwerken auf sinnvolle Art und Weise, Daten sicher speichern.

Innovative Ideen in die Tat umsetzen und sie international etablieren. Das Netz ist ein enormer Fortschritt und ermöglicht die Erweiterung des geistigen und sozialen Horizonts. Und öffnet den Blick ins Universum, auch für die Menschen, die eventuell aus finanziellen, gesundheitlichen oder sonstigen Gründen keine Möglichkeiten haben, zu studieren, zu reisen oder zu kommunizieren.

Herausforderung für unsere Firma:

Sich auf dem großen und heiß umkämpften Markt krisensicher, erfolgreich und stabil zu etablieren. Und unsere Schauspieler, auf dem steinigen Weg zum Erfolg, vertrauensvoll und verlässlich zu begleiten.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Dass es das Internet gibt, freut mich und ohne es zu leben, ist für mich unvorstellbar.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Meine Probleme löse ich prinzipiell immer selbst. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

http://leben-ohne-limit.com, Joachim Hilbert zeigt uns, was alles möglich ist und in uns steckt.

Filmecho und noch viele mehr.

Und ich google mich täglich durchs Netz. Und lese alles, angefangen von Nachrichten natürlich und alles, was mit Film, Theater und PR und den Medien zu tun hat.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

Leider keiner! Es würde mich freuen, zu lesen, dass ein Gesetz beschlossen wurde, das dafür sorgt, dass es Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, im Alter gut geht.

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„Unverkäuflich!“, das Buch von Bobby deKeyser

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Das Griechendebakel, das mit Sicherheit immer noch nicht zu Ende ist, sondern nur eine Insolvenzverschleppung bedeutet, die ja eigentlich strafbar ist, bringt mich sehr aus der Ruhe. Wenn man so sein Geschäft führen würde, dann wäre der Laden längst dicht.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Meine zwei Laptops, mein Smartphone, mein Tablet, meine zwei Drucker. Alles ist ständig in Betrieb und irgendetwas davon, ist immer mit dabei, egal wo ich bin. Whatsapp, ist für mich unverzichtbar.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? Und was war das?

Mit meiner Kollegin, Mechthild Jarzyk-Holter, weil ich es bewundernswert finde, wie sie ihre Agentur aufgebaut, stabilisiert und etabliert hat. Und sie ist, so wie ich auch, der Meinung, dass nicht wir Agenten im Scheinwerferlicht stehen müssen, sondern unsere Klienten, die wir vertreten. Und daher müssen wir auch nicht über Rote Teppiche laufen, um uns bemerkbar zu machen.

Und ein Tag mit Barbra Streisand wäre sicher eine große Bereicherung für mich. Eine Frau, die bewiesen hat, dass man viele Talente in sich verborgen hat, die man auch zum Ausdruck bringen darf, ohne zu überlegen, ob man damit gut ankommt oder nicht. Sie hat allen Anfeindungen getrotzt und sich durchgesetzt.