Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Leon Syré -2VizCon

Leon Syré 2VizConWer ist  Leon Syré ? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Leon Syré, der Co-Founder des Software Unternehmens
2VizCon. 2VizCon®, unsere gleichnamige Software, wird für die Erstellung von plattformunabhängigen Apps für den Unternehmenseinsatz eingesetzt. Mit 18 Jahren mein erstes IT Consulting und Entwicklungsunternehmen gegründet, danach habe ich mich lange Jahre der Entwicklung von Benutzeroberflächen und Kommunikationsplattformen gewidmet und habe dabei viel mit Unternehmen aus verschiedenen Industrien gearbeitet. Das hat meinen Blick besonders geschärft für einen bestimmten Pain Point, aus dem letztendlich die Idee für die 2VizCon® Software entstanden ist: digitale Instrumente werden in Unternehmensprozessen und im Arbeitsalltag zu häufig nicht zielführend eingesetzt.

Unternehmen und Mitarbeiter profitieren von richtig eingesetzten digitalen Tools, davon war und bin ich überzeugt. Im Grunde ist mein Ziel ein ganz Einfaches: Ich will Arbeitsplätze besser machen. Mit unserer 2VizCon® Software bieten wir deshalb Beides: Hard Value für Unternehmen und die Gestaltung eines effizienteren und auch angenehmeren Arbeitsalltags für Mitarbeiter.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

An mir ist ein Barkeeper verloren gegangen. Ich kreiere gerne Cocktails für meine Freunde und das Team bei der Arbeit. Bei unserer letzten Weihnachtsfeier stand ich deswegen hinter der Bar und habe verschiedene Cocktails zubereitet. Inzwischen ist das gemeinsam gemütlich nach Feierabend zusammensitzen zu einer kleinen Tradition geworden; alle zwei Wochen feiern wir Mittwoch Abends unseren Hump Day, oder Bergfest. Das ist gut für das Team und führt uns alle zusammen.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir erstellen Apps für Unternehmen, die Mitarbeitern helfen, das was sie jeden Tag tun besser, schneller und effizienter zu erledigen. Im Englischen nennt man das dann B2E. B2E, oder Business-to-Employee, Apps unterstützen beides: Unternehmen bei der Erhöhung ihrer Effizien und beim Schaffen von Synergien und Mitarbeiter wiederum in ihrem Arbeitsalltag.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Da wir ein Softwareunternehmen sind, steht natürlich alles unter dem Motto der Digitalisierung. Wir haben zum Beispiel unsere eigene Sales App erstellt, ganz nach dem Microsoft Prinzip „eat your own dog food“, das besagt, dass ein Unternehmen sein Produkt auch intern nutzen und leben soll. So wird 2VizCon® ständig getestet und verbessert, weil es bei unseren Kunden in Gebrauch ist und auch wir es täglich nutzen.

Ein weiterer spürbarer Aspekt der Digitalisierung sind unsere Teammeetings; einmal die Woche versammelt sich das komplette Team, um sich über Geschehnisse und Projektabläufe auszutauschen. Wenn ich das komplette Team sage, meine ich auch das komplette Team, wir schalten das Team aus UK und USA dann per Videokonferenz dazu. So weiß das deutsche Team, was das Team in UK oder USA gerade unternimmt und vice versa.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Da wir ein sehr internationales Team sind, bekommen wir aus erster Hand mit, wie schwierig und umständlich die häufigen und zeitraubenden Behördengänge sind. Wenn tatsächlich so ein extremer Fachkräftemangel besteht, sollte es einfacher sein, eine Stelle auch anzutreten.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Ich sehe hier spontan zwei Herausforderungen für Deutschland/Europa: Erstens müssen (wie auch schon oben beschrieben) Bürokratieaufwendungen deutlich vereinfacht und dazugehörige Prozesse beschleunigt werden. Zweitens sollten dann auch gleiche rechtliche Rahmenbedingungen für Verträge im gesamten europäischen Markt gelten, denn Vertragsverhandlungen sind erfahrungsgemäß unglaubliche Ressourcen- und Zeitfresser für jedes Unternehmen.

Herausforderung für unseren Markt:

Eine App oder eine Website ist keine Digitalisierung. Nur weil Dateien auf eine Website oder in eine App hochgeladen werden, bedeutet das nicht, dass man das volle Potenzial der Digitalisierung ausgeschöpft hat.

Wer digitalisieren will benötigt auch eine Strategie, welche Ziele erreicht werden sollen und welchen Weg man dafür geht.

Ich würde auch gerne das grundsätzliche Bewusstsein für Digitalisierung sowohl für die zielgerichtete Nutzung auf Unternehmensseite als auch auf Seite der Politik und des Gesetzgebers stärken. Schließlich geht Digitalisierung alle an.

Herausforderung für unsere Firma:

Eine stets präsente Herausforderung im Unternehmenskontext: gute Talente finden. Durch unseren steilen Wachstumskurs sind wir ständig auf der Suche nach neuen Entwicklern für unsere 2VizCon® Software. Wenn eine/r der Leser/Innen dies liest und Interesse an Nutzeroberflächen oder an Softwareentwicklung hat, lade ich Sie herzlich zu einem persönlichen Kennenlernen ein!

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Das es immer noch nicht überall verfügbar ist. Ich denke die folgende Situation ist bekannt: Man ist unterwegs zu einem wichtigen Termin und will schnell noch ein Dokument einsehen oder last-minute eine Änderung durchführen und dann fällt man in ein Funkloch. Aus diesem Grund haben wir sichergestellt, dass unsere Apps auch offline funktionieren, damit unsere Kunden immer und überall auf Dokumente und Funktionen zugreifen können, selbst im tiefsten Funkloch.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Tatsächlich bin ich immer noch auf der Suche nach einem richtig guten Blog zum Thema B2E, da scheint es (vor allem in Deutschland) noch recht ruhig im Netz zu sein. Falls sich unter den Lesern Gleichgesinnte befinden, würde ich mich über einen Gedankenaustausch freuen, denn das Thema beschäftigt mich natürlich intensiv.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

https://www.accenture.com/us-en/insight-enterprise-application-strategy.aspx

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Rework von David Heinemeier Hansson und Jason Fried, den Gründern von 37signals, heute als Basecamp bekannt. Solche Stories inspirieren mich als Unternehmensgründer natürlich besonders, weil sie keine konventionellen Businesswege beschreiben, sondern aufzeigen wie eine eine gute Idee Arbeiten im digitalen Zeitalter verbessert. Dieses Buch macht deutlich, dass der Schritt zu einer Unternehmensgründung heute tatsächlich leicht wie nie zuvor geworden ist. Software hat unser Leben von Grund auf verändert und das wird sehr spannend von Fried und Hansson eingefangen. Auf jeden Fall lesenswert!

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

In der letzten Zeit war ich häufig auf Enterprise Mobility Events im In- und Ausland unterwegs und die Meetings mit Digitalisierungsverantwortlichen oder Unternehmensentscheidern bringen viele interessante Gespräche mit sich. Da es bei diesen Events auch konkret um Networking und den Austausch von Ideen und Gedanken geht, sind mir solche Events lieber als Vortragsreihen, bei denen ich nur als Zuhörer beteiligt bin. Wenn Sie mir mal auf einer Veranstaltungsreihe begenen können wir uns gerne unterhalten!

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit 

Da Software meine Leidenschaft ist, lautet die Antwort ganz eindeutig: 2VizCon®. Ich möchte Menschen ein Tool an die Hand geben, mit dem das Beste aus jedem Arbeitstag gemacht wird und Resourcen ideal eingesetzt werden. Da die Idee für das technische Framework von 2VizCon® von mir kommt, ist sie natürlich die Software, mit der ich mich am meisten und intensivsten auseinander setze.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Im Rahmen einer Hochschulkooperation würde ich gerne mit den Experten von Morgen, also Studenten, zusammenarbeiten. Wir führen auch schon einige Gespräche, um das tatsächlich in die Wege zu leiten. Gemeinsam können wir dann die Software auf das nächste Level bringen.

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