Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Katja Kieselstein – Kieselstein Konzept Werbeagentur

Katja Kieselstein Kieselstein Konzept WerbeagenturWer ist Katja Kieselstein? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

www.kieselstein-konzept.de)

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Verpackungen, egal von welchem Produkt, werden nicht zerrissen, sondern feinsäuberlich geöffnet. Das Produkt bleibt bis es leer ist in der Originalverpackung. Und injene darf auch kein Knick, Fleck oder Riss kommen. Ich mag einfach Verpackungen und freue mich über clevere Verpackungsdesigns. Dem huldige ich dann auch, indem ich sie aufbewahre.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Zuhören, verstehen, umsetzen. Es hat sich immer bewährt, dem Kunden nicht einfach etwas überzustülpen, weil es vielleicht gerade einem Trend entspricht. Im Grunde genommen fertigen wir dem Kunden eine Außendarstellung wie einen Maßanzug an. Sie passt perfekt, zwickt nicht, lässt genügend Bewegungsfreiheit und ist dadurch authentisch. Wir sind gut darin, dem Kunden einen Außenauftritt und eine Unternehmenskommunikation zu schaffen, in der er sich zuhause fühlt.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Für uns als Agentur ist vor allem interessant, wie die Digitalisierung sich auf die Kommunikation auswirkt. Dank Paul Watzlawik wissen wir ja, dass wir nicht nicht kommunizieren können. Und bedingt durch die Digitalisierung ist Kommunikation wieder zunehmend an das Medium Text geknüpft. Man denke an Blogs, Live-Chats, Twitter, Facebook, etc. Wir kommunizieren mit anderen über geschriebene Worte. Der direkte Draht zur Zielgruppe findet für die Unternehmen heute über das Texten in sozialen Medien statt.

Die Kommunikationskultur erfährt gerade eine Renaissance althergebrachter Erzähltradition. Storytelling ist bei uns ein Mittel der Wahl, um den Kunden über eine emotionale Schiene zu erreichen und zu binden. Das Schöne ist, dass der Kunde in den sozialen Medien in Echtzeit darauf reagieren kann, indem er teilt, „liket“ und kommentiert. Erfolg oder auch Misserfolg wird schnell sichtbar – und das nicht nur analytisch durch z.B. eine Anzahl von Aufrufen.

Entgegen aller Unkenrufe behaupte ich, dass Texte, die in einem werblichen Zusammenhang entstehen, insgesamt wieder qualitativ hochwertiger werden. Das Erzählen und Schreiben im neuen, digitalen Kontext kann unsere Sprache und Ausdrucksweise wieder schöner machen und auch die Wertschätzung dafür erhöhen.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Meiner Meinung nach bleiben die großen Themen Datenschutz, Etikette und Urheberschutz im Netz. Jedes für sich ist komplex und ich habe keine Patentlösung. Was ich aber glaube ist, dass jede Person, die sich im Netz bewegt, achtsam sein kann und sich vor allem um Respekt im Online-Miteinander bemühen sollte.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Eine große Herausforderung ist es bei der Schnelligkeit der Entwicklung im Technischen, den „Rest“, die Menschen, mitzuziehen. Es nützt uns nichts, wenn die Technik weit vorn ist, aber der Mensch, der damit nicht recht umgehen kann, zurückbleibt. Mensch und Technik müssen immer vereinbar bleiben.

Herausforderung für unseren Markt:

Eine Herausforderung ist es, genügend Fachkräfte für die digitale Wirtschaft bereitzustellen – vor allem, wenn man die rasante Entwicklung betrachtet. Schwierig bleibt die Skepsis der Kunden. Hier hilft nur Transparenz, um das ganze Thema „Digitalisierung“ greifbar und erfassbar zu machen. Es gibt offensichtlich eine sehr große Hürde für Branchenfremde sich überhaupt mit der Netzwirtschaft auseinander zu setzen. Frei nach dem Motto: „da habe ich nichts mit zu tun.“ Hier muss vermittelt werden, dass im Grunde jedes Unternehmen, egal welcher Branche es angehört, einen für sich interessanten Aspekt in diesem Markt finden kann.

Herausforderung für unsere Firma:

Es ist nicht immer einfach Kunden zu begleiten, die von der digitalen Kommunikation noch nicht ganz überzeugt sind und auch der Zukunft in diesem Bereich skeptisch gegenüber stehen. Dies basiert jedoch oftmals auf Unwissenheit und hier gilt es für Agenturen, ein Stück Aufklärungsarbeit zu leisten und zu informieren.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Ich freue mich nach wie vor über den uneingeschränkten Zugang zu Information und Wissen sowie auch zu Unterhaltung. Ärgerlich finde ich hingegen, dass Personen im vermeintlichen Schatten der Online-Anonymität meinen, auf einfache menschliche Umgangsformen wie Höflichkeit, Respekt und Anstand verzichten zu können.

 Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

HeimatPottential.de: jung, authentisch, die beste, (ungewollte) Werbung für das Ruhrgebiet

onlinemarketing.de: gut aufbereitete Artikel, insgesamt ein interessanter Impulsgeber für das digitale Marketing

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (wenn Web, bitte mit URL)

Frank Behrendt über Work-Life-Balance | 29.09.2015 | von W&V Online

Fand ich unterhaltsam, ob der Autor ständig so locker und entspannt unterwegs ist, bezweifele ich ein bisschen, aber ich bewundere es, wenn er das in seinem Leben immer so umsetzen kann.

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

kein Buch, aber eine Ausstellung im Von-der-Heydt Museum, Wuppertal: „Weltkunst“, noch zu sehen bis 28.02.2016. Einfach opulent, spannend und vielfältig. Sehr gut in Szene gesetzt.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Dmexco, immer lehrreich, immer neue Impulse. Ein sehens- und erlebenswerter Querschnitt der Branche.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit (außer dem Kopf 😉

Stift und Papier, damit der Gedanke direkt manifestiert wird. Auch wenn  man das Skizzierte im Nachhinein wieder verwirft, gehört es für mich zum Prozess einer später ausgereiften Idee.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Björn Tantau – natürlich um Expertenwissen in Sachen Internet Marketing aus erster Hand zu erfahren und weil ich weiß, dass er das sehr gut vermitteln kann. Er brennt für das Thema und sowas ist immer ansteckend im positiven Sinne.

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