Interview
Die Forschungsassistenten

Interview mit Kati Ahuis – AHUIS PR

Kati Ahuis AHUIS PRWer ist Kati Ahuis? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

Privat: Erzähle ich eigentlich nicht viel. Ich bin eine waschechte Hamburgerin, liebe die Nordseeküste und die Nordfriesen. Dort finde ich Inspiration, tanke auf, tausche Pumps gegen Gummistiefel (die Nordfriesen sagen gern auch Gummelgacken !), miste den Stall aus, freu mich über das Shirt vom Ringreiterverein und lasse mich auch hier wieder hinreißen Unternehmen digitale und nicht digitale Kommunikation näherzubringen. Da „oben“ gibt es zahlreiche Klein- und Kleinstunternehmen aus den Bereichen Handwerk, Landwirtschaft und vor allem Windenergie. Sie arbeiten unheimlich effektiv und klagen nur selten über eine schlechte Auftragslage. Hier z.B. findet bis dato wenig bis gar nichts digital statt.  Zum Teil wird es als „unwichtiger Quatsch“ bezeichnet. Und was soll ich sagen – es funktioniert auch!

Bin mehr als 25 Jahre in der Kommunikations- und PR-Branche selbständig – AHUIS PR. Darüber hinaus habe ich seit Anfang der 90iger einen Musikverlag (Seegang Musik) und tummle mich auch in der Musikbranche recht aktiv.

Ich liebe meinen Job, meine Kunden und das was alles bewegt und wie es sich bewegt. Die digitale Zeit ist spannend, war überfällig – schließlich fliegen wir schon etwas länger zum Mond. Einige Branchen haben diese Zeit total verschlafen und jammern heute. Ich amüsiere mich immer wieder darüber, wie Anfang 2000 Künstler und Plattenindustrie mit T-Shirts auf coolen Musik-Messen rumliefen mit der Aufschrift „copy kills music“ (ich finde, das sagt alles über die Orientierungslosigkeit dieser Branche aus, bzw. mit einer neuen Herausforderung umzugehen), bis heute tut sich diese Branche schwer sich im digitalen Zeitalter einzufinden. Es wurde und wird in diesem Bereich nur selten pro-aktiv gedacht und gearbeitet.

Auch in der PR Branche gibt es tools und skills die mehr oder weniger richtig und zielorientiert eingesetzt werden. AHUIS PR bedient Kunden aus den unterschiedlichsten Brachen seit meine Mutter diese kleine effiziente Agentur gegründet hat, das war Anfang der 80’iger. Unser Credo war und ist es mit unseren Kunden ganz klar die PR-Strategie und ihre Ziele zu erarbeiten und diese glaubwürdig und kontinuierlich umzusetzen – das war auch schon vor YouTube, facebook und diversen Bloggern mit lustigen bunten Haaren so. Das ist Punkt 1. Punkt 2.: ALLE uns zur Verfügung stehenden Kanäle zu nutzen. Das bedeutet, dass auch wir uns stetig weiterentwickeln mussten/wollten und müssen/wollen und dazu gehört natürlich auch das Auseinandersetzen mit der digitalen Welt. Für mich als „nachgerückte Generation“  war es ein digitaler Spielplatz. Bei AHUIS PR können wir bis heute auf die Qualität des Erarbeitens und Umsetzens von klassischen PR-Strategien zurückgreifen. Und auch – und vor allem auch –  das nutzen, was uns die digitale Welt uns und unseren Kunden bietet. Doch: Unser Fokus bleibt die zielorientierte konzeptionelle PR-Beratung, die nicht nur über den Tellerrand schaut, sondern dem Kunden Kontinuität und Glaubwürdigkeit verleiht!!

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

Wir betreuen unsere Kunden! Nehmen sie mit und nehmen sie ernst.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”? 

Wenn Du PR machst hat das Ganze – neben dem Fachwissen – mit Persönlichkeit, persönlicher Beziehung und persönlicher Hingabe zu tun. PR ist ein ganzheitliches „Betreuungskonzept“. Der Kunde muss sich nicht nur in seinem Kommunikations-Konzept wiederfinden, darin gut fühlen, daran halten und dieses über einen lange Zeit leben sondern er muss auch auf bevorstehende Probleme und Krisen vorbereitet sein. Ein schlechtes Krisenmanagement mit einer noch schlechteren Krisen-PR ist mehr als zum Scheitern verurteilt. Beispiele gibt es hierfür genug. Und auch hier müssen die digitalen Medien, Kanäle und Blogs richtig bedient werden.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”? 

Nach wie vor sind 8 von 10 digitale Darstellungen von Unternehmen inhaltlich und technisch nicht da angelangt, wo JEDES Unternehmen locker, mit einem kleinen finanziellen Aufwand sein sollte! Vielen Unternehmen fehlt die richtige Beratung. Es wird versäumt und nicht hinreichend wahrgenommen, dass das Netz das Abbild eines Unternehmens ist. So wie Du dich hier darstellst, nehmen dich mögliche Kunden, User, Medien, Meinungsbildner und auch Konkurrenten war. Und ich rede nicht  vom Design, das ist und bleibt Geschmackssache. Dem einen gefällt das Logo beim Anblick, dem anderen nicht. Aber: Wie wirkt die Darstellung und der Inhalt auf mich? Erhalte ich alle Informationen, die ich bei meinem ersten Kontakt über die Website oder der mobilen Website erwarte?  Wenn nicht ist der Effekt des positiven Merkens schon einmal unterbrochen! Das ist Kommunikation die keiner will. Und Kommunikation ist unser Geschäft. Wir fangen oftmals bei unseren Kunden da an, wo lange “geschlampt“ wurde. Die Basis muss stimmen, um professionelle PR und Kommunikation zu betreiben. Gerade der Mittelstand und kleinere Unternehmen bis hin zu Einzelunternehmen haben hier großen Bedarf. Und ja, da wir eine kleine effektive Agentur sind können wir natürlich auch adäquate Preise für Honorare gestalten. Ich halte nichts davon, überteuerte Honorare auszuschreiben. Ich spreche sehr intensiv mit unseren Kunden und  lege sehr viel wert auf Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung. Man darf auch nicht vergessen, dass die PR-Arbeit, und ich rede nicht von Presse-Arbeit, immer und auch begründet, auf der Ebene der Geschäftsführung angesiedelt ist. Um Glaubwürdigkeit und dementsprechend gute PR-Arbeit zu entwickeln und umzusetzen sollte zuerst die Kommunikation mit dem PR-Berater/Agentur und vor allem intern professionell, sachlich und vertrauensvoll funktionieren.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Freies WLAN in den Städten und auf dem Land. Die Provider werden immer schneller ihre Angebote verändern müssen. Die Menschen sollten sich noch besser informieren und sich mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzen. In den Schulen sollte noch mehr mit dem Netz gearbeitet werden. Die Schüler leben quasi im Netz, wissen aber oftmals zu wenig über Rechte, Handhabung, Datenschutz, etc.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Herausforderung für unseren Markt:  Wenn einer eine gute Idee hat und die Kraft und auch die finanziellen Mittel hat (egal ob durch Angespartes, Erbe, Bankkredite, Crowdfunding, Nachbarn oder Verwandte), diese Idee auf den Markt zu bringe, dann wird er es auch schaffen. Das hat nichts mit Investitionsstau oder Bürokratie zu tun. Das hat nur etwas mit Idee, Wille, Unternehmergeist und Umsetzung zu tun. Es gibt unglaublich tolle kleine und mittlerweile große Unternehmen, die genau so entstanden sind! Diese finden wir in der Online-Branche, Dienstleistungs-Branche oder im Handwerk…

Herausforderung für unsere Firma:

Für uns –AHUIS PR – bleibt die Herausforderung stets sich mit dem Status quo auseinander zusetzen, sich weiter zu entwickeln und zu akquirieren.

Meine Persönliche Herausforderung:

Heu und Stroh nicht mehr zu verwechseln.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst (deutsch oder Englisch)

Keinen Blog zu Fachthemen.  Ich biete Bloggern gern Inhalte an, die zu ihnen passen und dementsprechend auch zu meinen Kunden. Auch hier entwickelt sich allerdings eine Art von „Kommunikationsplattformen“, die ich als nicht so spannend empfinde. Blogger sind wichtig, echt und eigen. Eigentlich möchten sie nicht „gestört“ werden. In der Branche geht das dann so: „oh ne, den solltest Du nun wirklich mit Samthandschuhen anfassen und vielleicht erst einmal gaaanz vorsichtig anfragen, ob er sich überhaupt deinem Thema annimmt…“

Ja, das ist ein Einzelfall, hat aber für mich auch wieder nicht so viel mit Kommunikation zu tun. Letztendlich muss alles zum Konzept und zur Strategie passen – auf beiden Seiten – und dann sind auch alle zufrieden. Und das ist Kommunikation, wenn man es schafft beide Seiten zu bedienen, nicht zu überreden und nicht zu überfordern. Dann kommt es auch beim Empfänger an.

www.houzz.de . Es begeistert mich, da die Macher hier nicht nur, wieder mal nur „specials“ und den „allerneusten Trend“ zeigen, sondern auch für Jedermann etwas dabei ist. Ich finde, das ist enorm wichtig, da auch das Web für alle sein soll. Ich habe eben früher schon lieber Chartsingles gekauft statt ulkigen Underground.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

Das ist schwer. Ich weiß, wie gut und auch wie schlecht Artikel recherchiert und geschrieben werden. Selten linke ich einen Artikel weiter. The Guardian, The Times und  Der Spiegel liefern mir Fakten und untermauern oftmals meine Meinung zu diversen Themen. Gerade zur Zeit des nicht zu ertragenden Fifa-Skandals und auch vorher im Rahmen der Snowden-Enthüllungen und zum Thema WikiLeaks . Bei leichter Kost fische ich überall. Da ist mir eine Bild genauso platziert, wie der Kölner Express, oder oder oder. Ja, und was fällt uns auf? Aufgrund dessen, dass die meisten Redaktionen von Tickermeldungen leben, können wir auch überall und immer die gleichen Headlines finden und lesen. So gesehen sogar, wenn man morgens die BildOnline-News liest und dies dann gleich parallel im NDR hört. Lustig oder? Das war schon einmal anders :O)

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat 

http://www.amazon.de/o/ASIN/3942048019/lovebook-21

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Der letzte G7Gipfel ! Hier sieht man mal wieder wie Kommunikation falsch betrieben wird und auch falsch empfunden wird. Und man sieht auch, dass in der Zeit von Skype, facetime und Krypto-Handys die Politik nicht in der Lage ist, mit dieser tollen Technik zu arbeiten. Stattdessen trifft man sich im Bayerischen Schloss und zeigt den Menschen/Wählern, wie Mr President Weißbier trinkt und Weißwurst isst. Und eine junge Dame in einer Bayerischen Tracht ein Selfie mit Obama macht (Sorry für den Reim). Was ich sagen möchte: viele Dinge passen doch nicht wirklich zusammen. Wir hätten doch das Zeug dazu etwas größere Schritte zu machen, etwas großzügiger auf andere zuzugehen (in der Politik, im Sozialen-Bereich, in Europa ..) Und da ist es wieder: Rosetta (eine Raumsonde von Menschen gebaut, die seit 2004 hinter einem Kometen her rast – im deep space – und dann im letzten Jahr mal eben Philae als Lande-Roboter auf diesem Kometen absetzt, um dann gemeinsam mit 55tausend km/h in das innere des Sonnensystems zu rasen …..das ganze kostet ca. 1Milliarde und Deutschland zahlt ungefähr 290 Mio. Oh je, und dann ist da noch Curiosity, unser Mars-Rover, der uns sensationelle Bilder vom Mars sendet und mit einer kleinen Schaufel Marsgesteinstaub einsammelt, auswertet und zum Schluss kommt, dass es mikrobielles Leben auf dem Mars existiert haben könnte . AHHHHHH… Die Kommunikation und PR-Arbeit der esa und Nasa wird professionell betrieben. Vor allem die digitalen Medien werden hier bestens versorgt. Und dann wieder zum G7Gipfel – ohne Putin – der macht Ärger und mit dem Reden wir nicht mehr ?! Kommunikation von intelligenten Lebewesen sieht anders aus. Warum der Vergleicht ? Weil man in der Forschung auch immer von einer Verkettung und/oder Abfolge ausgeht. Noch einfacher (haben wir schon im Kindergarten gelernt): Wenn ich dies und das mache passiert jenes und welches… Dann sitzt man mit der Kindergärtnerin zusammen und kommuniziert :O)

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Mein Mac, mein Iphone, mein ipad, mein E-Mail-Programm,…. ja, und auch WhatsApp, instagram und ich liebe Twitter, weil ich immer gleich sehe, was die Welt (Bürger nicht Politiker (bei denen handelt es sich leider sehr oft um die falsche Art der Kommunikation bei Twitter und co, zum Teil noch unglaubwürdiger als auf deren Websites, Reden und Erklärungen durch ihren Pressevertreter…) zu sagen hat, ob in Teheran, Kairo, Kiew, Moskau oder während einer WM.

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Mit Keinem. Seien wir doch ehrlich: wie könnte das ablaufen? Man sitz mit Jemandem, vielleicht hochdekorierten, zusammen, den man nicht kennt, aber unglaublich vom ihr/ihm beeindruckt ist, viele Fragen hätte und auch eine eigenen Meinung. Hmm. Was soll aus so einem ad hoc Treffen rauskommen? Dann doch besser zu gut organisierten Seminaren und Vorträgen gehen.

Ich bin jemand, der immer und überall Fragen stellt und googelt. Und das nicht nur was das Fachgebiet PR und Kommunikation anbelangt. Ich muss wissen, wie und warum der Zimmermann mit dem breiten Bleistift ein Aufmaß macht, warum der Pilot die Checkliste zurückliest, warum die Content Management Systeme ähnlich funktionieren und vor allem wie. Warum Vertrauen nicht lehrbar ist und Kontinuität kaum einer beherrscht.