Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Dominik Schilling – viertel4

Dominik Schilling viertel4Wer ist Dominik Schilling? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Von Haus aus bin ich Hannoveraner, Historiker und Politologe sowie gelernter Journalist. In 25 Berufsjahren habe ich mich zum überzeugten PRler und Dresdner entwickelt. Heute beschäftige ich mich vor allem mit Konzepten und Strategien für mittelständische Unternehmen, mit Magazinen und Web-Content. Krisenberatung und Kommunikations-Coaching runden mein Portfolio ab.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

http://www.fewo-direkt.de/ferienwohnung-ferienhaus/p2243671 Neben den zusätzlichen Einnahmen ist es immer wieder schön, interessante Menschen kennenzulernen, mit ihnen über unsere schöne Stadt zu plaudern und ihnen Insider-Tipps für ihren Urlaub zu geben.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir entwickeln Strategien, um Produkte und Dienstleistungen bei den relevanten Zielgruppen bekannt zu machen – von der Markenpositionierung über CI, CD und Kommunikationskonzept bis hin zum Maßnahmenplan. Natürlich setzen wir die Maßnahmen dann auch um. Hier liegt unsere ‚Superpower‘ bei Kundenmagazin und Mitarbeiterzeitschrift, bei Pressearbeit und Webcontent.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren? 

viertel4 berät den Generalplaner IPROconsult GmbH seit 2014 bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Neben Fachpressetexten erstellt viertel4 Artikel für das Internet und das bestehende Kundenmagazin ‚Projekte & Akteure‘. Im vergangenen Winter haben wir die Mitarbeiterzeitung ‚Horizonte‘ neu konzipiert, redaktionell erarbeitet, im Anschluss gestaltet und produziert. Die Herausforderung bei diesem Projekt liegt in der Kundenstruktur: 350 Architekten und Planer, Bürokaufleute und Technische Zeichner an zehn Standorten galt es, bei ihren Bedürfnissen und Erwartungen abzuholen. Jeder soll in der Zeitung Interessantes lesen, Neues erfahren und bei der Lektüre unterhalten werden. Gleichzeitig gilt es, die Identifikation mit dem Unternehmen und die Zusammenarbeit zu fördern. Die Resonanz auf Kundenseite war durchweg positiv, so dass die ‚Horizonte‘ jetzt als Periodikum erscheint.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für unseren Markt:

Kommunikationsagenturen sprießen nach meiner Wahrnehmung wie Pilze aus dem Boden. Da es keine Zugangskriterien für den Markt gibt und keine nachhaltig wirksamen Qualitätsstandards, erlebe ich es immer wieder, dass einzelne Agenturen dem Markt schaden: Ohne Strategie und Konzept machen sie sich an die Umsetzung und bringen den Kunden streng genommen nicht ein Stück weiter, weil sie weder seine Ziele noch seine Zielgruppen im Blick haben. Inzwischen fungiere ich in verschiedenen Projekten als Übersetzer – weil der Unternehmer die Agentur nicht versteht – und externer Projektleiter – weil die Agentur keinen erfahrenen Mitarbeiter hat, der einen Auftrag effizient umsetzen kann. Das ist nicht nur traurig, es schreckt die Unternehmen auch ab, sich zukünftig wieder in die Hände einer Agentur zu begeben.

Herausforderung für unsere Firma:

Es ist schwer, mit qualifizierter Beratungs- und Umsetzungsleistung zum fairen Preis im heutigen Markt zwischen den Extremen der Billig-Anbieter und der Glaspalast-Agenturen herauszustechen: Neue Kunden kennen uns und unsere Leistung noch zu wenig – müssen sich anhand eines Angebots und eines Gesprächs aber für einen Auftrag an uns entscheiden. Vorher müssen sie sich bei ihren Online-Recherchen anhand der Website zu einem Anruf oder einer E-Mail an uns durchringen. Diese Hürde des ersten Auftrags ist wie bei allen Agenturen die größte Herausforderung. Ist diese genommen, fühlen sich die Kunden bei uns gut aufgehoben und arbeiten gerne mit uns partnerschaftlich und langfristig zusammen.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Ich verzweifele regelmäßig an der Datensammel-Obsession der Konzerne: Einerseits saugen sie alles auf, was man online tut, andererseits schränken sie nach der Auswertung mit ihren „Ergebnissen“ die Vielfalt beträchtlich ein. Beispiel Google: Die Suchergebnisse auf den ersten Seiten sind immer derart vom vermeintlichen „Profil“ beeinflusst, dass ich regelmäßig weit nach hinten klicken muss, um die wirklich interessanten Artikel zu finden. Oder: Einmal ein Sofa online gesucht und gekauft, erhalte ich über Monate danach bei Facebook Anzeigen von Sofalieferanten. Das nervt!

Ich freue mich hingegen über die verfügbaren Informationen – auf den hinteren Ergebnisseiten. Und über die einfachen Online-Baukästen mit CMS und SEO-Option. Vor 20 Jahren musste ich für ein großes mittelständisches Unternehmen noch ein CMS für 100.000 DM programmieren lassen, weil es nichts Fertiges zu kaufen gab. Heute erhält man das alles für kleines Geld direkt online. Früher war eben doch nicht alles besser.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Kress, Horizont und MEEDIA sind meine drei wichtigsten Branchen-Newskanäle. Aus meiner Sicht decken sie in dieser Kombination das gesamte Spektrum ab. Kress bietet zudem mit seinen Twitterperlen bei Facebook jeden Tag ein, zwei heitere Momente.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (wenn Web, bitte mit URL)

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fluechtlinge-in-sachsen-woher-kommt-der-hass-13758754.html

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Ein spannendes Buch, ganz klar: Blackout von Marc Elsberg. Es ist ein fesselnder Roman über den ‚Fortschritt‘ der vernetzten Welt. Am Beispiel eines Terror-Angriffs über Smartmeter schildert Elsberg ein herrliches Endzeit-Szenario. Wer das Buch gelesen hat, wird seinen herkömmlichen Stromzähler mit Klauen und Zähnen verteidigen.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Der „Ostsächsische Unternehmertag“ war in diesem Jahr die qualitativ beste regionale Veranstaltung, die ich besucht habe. Convent hat hier ein inspirierendes Projekt auf die Beine gestellt, das großen Zuspruch in der Region auslöste – und mich mit frischer Inspiration nach Hause entließ.

http://www.convent2.de/convent/ressourcen/pdf/150624_ostsaechsischer_unternehmertag.pdf

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit (außer dem Kopf 😉

Ich brauche ja nicht viel für die Arbeit: verschiedene Browser, Office und Adobe Acrobat – schon bin ich glücklich. Für viele unserer kleinen Kunden erleichtern aber Tools, wie wix.com, die Arbeit erheblich – und sie schonen das Budget der Kunden.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Am spannendsten wäre wahrscheinlich ein Tag mit Stanislav Tillich, dem sächsischen Ministerpräsidenten. Von ihm ist so wenig zu sehen und zu hören. Gerne würde ich seine Kommunikationsstrategie durchschauen und von ihm erfahren, wie er gedenkt, das Image Sachsens und Dresdens wieder in eine positive Richtung zu drehen.

Weitere exklusive Interviews aus der Netzwirtschaft gibt es hier.