Interview
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Interview mit Detlef Untermann – butterfly communications

Detlef Untermann butterfly communicationsWer ist Detlef Untermann? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Wikipedia. Das sagt alles und gleichzeitig nichts aus. Fast 40 Jahre in der Kommunikationsbranche haben mich jedoch eines gelehrt: Man muss Kommunikation immer wieder neu denken. Insofern ist es sicherlich nicht falsch, wenn mich jemand als Kommunikationsjunkie bezeichnet. Es ist doch wirklich phänomenal: In der gesamten Kommunikationsgeschichte hat es noch keinen einzigen Fall gegeben, in dem ein neues Kommunikationsmittel ein altes komplett verdrängt hätte. Selbst Rauchzeichen gibt es noch. Jedenfalls bedient sich der Vatikan, und der versteht nun wirklich was von Kommunikation, bei jeder Papstwahl dieses Mittels.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Einen kleinen gibt es leider nicht, aber einen ganz großen: Kochen. Das ist allerdings nicht nur ein Spleen, sondern eine Leidenschaft. Ich bin ganz verrückt danach. Was gibt es denn Schöneres, als ein neues Rezept zu entwickeln? Genau! Nichts! Wenn man dann wochenlang die Zutaten in seinem Kopf bewegt hat und alles am Ende stimmig zusammen passt, dann ist das einfach gewaltig. Genuss pur. Und ich gebe es unumwunden zu: Ich bin ein absoluter Genussmensch.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Also gut, Aufzugstür zu, die Zeit läuft: butterfly communications | erbringt als Büro für Kommunikation und Public Affairs neben der klassischen Beratung alle Dienstleistungen rund um die Unternehmenskommunikation. Das reicht von der einfachen Pressemitteilung und geht bis zur kompletten Planung und Realisierung von großen Events. Darüber hinaus bieten wir Schulungen in den meisten Kommunikationsbereichen an. Wir können selbstverständlich alles gut und sind natürlich ebenso starke Strategen wie gefühlvolle Handwerker. Was wir mittlerweile aber wirklich beherrschen, ist Online-Kommunikation, Social Media inklusive.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

www.gisbertflueggen.de.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft bzw. den Staat:

Wir müssen verhindern, dass die digitale Revolution ihre eigenen Kinder frisst. Das bedeutet zweierlei: Auf der einen Seite muss der Staat der Verlockung widerstehen, in eine Daten-Sammelwut à la DDR-Staatssicherheit zu geraten. Angesichts der aktuellen terroristischen Bedrohungen ein sicherlich frommer Wunsch. Auf der anderen Seite dürfen die Menschen die Macht, die sie mit der freien Nutzung des Internets erhalten haben, nicht missbrauchen. Am öffentlichen Pranger ist schnell jemand hingerichtet, zumal von Heckenschützen, die anonym bleiben können.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Deutschland muss aufpassen, dass es in Sachen Digitalisierung konkurrenzfähig bleibt. Aktuell scheinen wir ja den Anschluss an Digital-Nation wie die Niederlande, Dänemark oder Schweden zu verlieren. Aber auch Europa insgesamt muss sich anstrengen, um im weltweiten Vergleich zu bestehen. Insgesamt gibt es doch eine Menge Nachholbedarf, was „Neuland“ betrifft.

Herausforderung für unseren Markt:

Content is king. Bei aller Digitalisierung auch der Kommunikation und ihrer Instrumente dürfen die Inhalte nicht vernachlässigt werden. UND: Trotz oder gerade wegen des Internets bleibt die persönliche Kommunikation nach wie vor die Königsdisziplin. Es geht doch nichts über ein Gespräch face to face.

Herausforderung für unsere Firma:

Was ich eingangs bereits gesagt habe: Man muss Kommunikation immer wieder neu denken. Das ist für uns als Kommunikationsbüro überlebenswichtig.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Es ärgert mich jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt der Zugang zum Internet beschränkt wird. Da kann zwar das Internet selbst nichts dafür, es ist aber trotzdem ärgerlich.

Parallel dazu freut es mich natürlich, dass sozusagen das Wissen der Welt zumindest theoretisch überall für jedermann verfügbar ist. Das hat es bislang so noch nie gegeben. Insofern ist die Erfindung des Internets in der Entwicklungsgeschichte noch höher zu bewerten als die Erfindung des Buchdrucks.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Tagesspiegel Checkpoint

da kann man den Checkpoint bestellen.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (wenn Web, bitte mit URL)

Kein Artikel, sondern eine Rezension

hier.

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Deutschland, Erinnerungen einer Nation

hier.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Digital Science Match

hier fündig.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Internet-Browser

Ohne Internet-Browser gäbe es keinen Zugang zum Internet. Unvorstellbar. Ich bete jeden Tag, dass wir von einem Totalausfall verschont bleiben. Insofern kann ich die Angst von älteren Menschen schon verstehen, sie könnten einmal versehentlich das Internet löschen.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Mit Stephen Hawking. Der Mann ist einfach genial. Vor allem hat er die Gabe, die kompliziertesten Dinge so einfach zu erklären, dass selbst ich manchmal glaube, ich hätte sie verstanden. Insofern kann es auch nicht verwundern, dass, so sagt jedenfalls sein ehemaliger Student Nathan Myhrvold, von seinen Büchern über Physik mehr verkauft worden sind als von Madonnas Büchern über Sex.

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