Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Alexander Holzmann – Holzmann Medien

Alexander Holzmann Holzmann MedienWer ist Alexander Holzmann? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

holzmann-medien.de). In der dritten Generation führe ich ein nun fast 80-jähriges ehemaliges Start-up Unternehmen, das wie die meisten der aktuellen Start-ups in Berlin gegründet wurde.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich bin seit gefühlten 100 Jahren Fan vom FC Bayern, besuche (fast) jedes Heimspiel und fahre (manchmal) zu Auswärtsspielen.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir sind ein Medienunternehmen, das sich mit Fach- und Wirtschaftspublikationen in den Bereichen Handwerk/Mittelstand, Gesundheitswirtschaft und Zukunftstechnologien (Photonik/Elektronik) beschäftigt. Vom Buch,  über die Zeitung oder Zeitschrift, die Webseite, die sozialen Medien und Veranstaltungen nutzen wir verschiedenste Kanäle Print, Digital und Mobil um unsere Zielgruppen mit nutzwertigen, aktuellen und gut recherchierten und aufbereiteten Informationen zu versorgen. Kuratieren, Sortieren, Filtern, das waren schon immer Fähigkeiten, die Verlage auszeichneten, und das wird auch in Zukunft – vielleicht in anderen Formaten – gebraucht. Dafür benötigen wir gut ausgebildete Mitarbeiter in allen Bereichen des Unternehmens und deshalb bilden wir auch über unseren eigentlichen Bedarf hin aus.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

Wir haben vor etwa fünf Jahren ein Fachzeitschrift gegründet, die sich in einem Markt bewegt, der eigentlich für uns Neuland war: Health & Care Management wendet sich print und online an die wirtschaftlichen Entscheider in Krankenhäusern, Altenheimen und Privatkliniken und wurde 2015 von der Deutschen Fachpresse zu Deutschlands bester Fachzeitschrift gewählt. Im Lesermarkt bewegen wir uns nach dieser kurzen Zeit bereits Nahe der 2.000 Abonnenten – Marke. Auch im Anzeigensegment ist das Objekt erfolgreich und weist ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbbereich auf. Ein Beweis: Auch etablierte Unternehmen können mit Neugründungen Erfolg haben- sozusagen ein Start-up in einem Grown-up…

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Ein Umfeld schaffen in dem „Unternehmersein“ noch Spaß macht und Vorsorge treffen, damit der Fachkräftemangel in vielen Bereichen aufgrund der demografischen Entwicklung nicht die wirtschaftliche Entwicklung bremst.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Vor dem Hintergrund der geplanten europäischen Datenschutznovelle ist es unerlässlich, dass das neue Recht Chancengleichheit im Wettbewerb schaffen muß, also wie man sagt ein Fair Level Playing Field geschaffen werden muss: Ein einheitlicher Rechtsrahmen, der für alle Unternehmen gilt, die auf europäischen Märkten agieren, ist überfällig. Das gilt mit besonderem Blick auf einige Unternehmen im sogenannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Herausforderung für unseren Markt:

Wir müssen noch näher ran an die Zielgruppen und deren Bedürfnisse. Im Anzeigenbereich müssen wir uns neue (digitale) Werbeformen erschließen, um eine Monetarisierung der sich wandelnden Geschäftsfelder zu ermöglichen. Wir denken dabei unsere Zeitschriften schon lange nicht mehr nur vom Printmedium, sondern sehen die Marke in der Branche als Entwicklungsmotor für digitale Aktivitäten, Veranstaltungen und Dienstleistungen.

Herausforderung für unsere Firma:

Wir müssen unsere Mitarbeiter mit auf den Weg in eine sich schnell verändernde Welt nehmen, ohne ihnen Angst zu machen. Dabei ist es erforderlich, dass wir uns das Wissen und die Fähigkeiten aneignen, die in einer digitalen Welt von Nutzen sind – und wir müssen in vielen Dingen schneller werden, ohne an Qualität in den Prozessen zu verlieren.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Am meisten ärgere ich mich über schlechte Internetverbindungen und schlecht strukturierte Seiten auf denen man nicht findet wonach man sucht.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Manchmal wünsche ich mir als Inhaber eines Unternehmens der „old economy“ etwas mehr von dem Geist der Start-ups. Nicht auf die Uhr schauen, nicht immer nach Gründen suchen, warum etwas nicht geht – einfach machen (Do or do not. There ist no try –YODA/STAR WARS) und Spaß dabei haben etwas mit Leuten zu erreichen, die gemeinsam etwas unternehmen wollen, mit dem Ziel ein Stück weiterzukommen. Ganz nebenbei steigert sich dabei nicht nur der Wert des Unternehmens sondern auch der eigene.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

www.turi2.de). Aktuell und auf die Medienbranche zugeschnittener Dienst mit gut gefilterten Informationen

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

Einige gute Gedanken eines Journalisten zu den Zukunftsaussichten und den Herausforderungen für seine Zunft:

http://t3n.de/news/zukunft-journalismus-broeckerhoff-626682/

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

ZERO von Marc Elsberg

Ein spannender Thriller im Zeitalter der Möglichkeiten einer digitalen Welt. Für mich so eine Art Flash –back in George Orwells 1984. Was auf den ersten Blick wie Fiktion wirkt, ist wahrscheinlich in der Wirklichkeit heute schon möglich.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Digital Economy Bootcamp vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ. Guter Einblick in die Philosophie und Arbeitsweise von Unternehmen aus der digitalen Welt und ein schöner Blick über den Tellerrand des eigenen Tagesgeschäftes.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

mit jetzt 50 Jahren muss ich leider sagen: meine Brille

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Mit Tyler Brûlé –kanadischer Medienunternehmer und Ex-WALLPAPER und aktueller Gründer von MONOCLE. Gutes Konzept in der Entwicklung einer Printmarke. Querdenker zu vielen Lemmingen im Onlinebereich (Zitat: Jeder braucht eine Website und muss präsent sein, aber muss das alles gratis sein? Niemand hat ein Patentrezept, um Geld im Internet zu verdienen, aber jeder denkt, er muss dabei sein. Das ist eine der großen Tragödien des Journalismus) und Visionär in der Welt der Medien.