Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Daniel Fürg – Fürg Media

Danie_Fuerg2Wer ist Daniel Fürg? Bitte stell Dich doch mal kurz vor. Und damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch ein kleines persönliches Geheimnis von Dir.

Ich komme aus München und bin Geschäftsführender Gesellschafter von FÜRG MEDIAfuerg-media.com. Wir beraten Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Sachen Kommunikation und Marketing, organisieren eine ganze Menge Events, zum Beispiel regelmäßige Networking-Events für Digital Professionals wie #SNMUC (http://snmuc.com) in München und betreiben diverse Online-Medien, wie zum Beispiel Social Secrets (http://social-secrets.com). Ich selbst bin so eine Art Medienjunkie, der quasi permanent zwischen Journalismus, Marketing und Kommunikation hin- und herwechselt und dabei einen riesigen Spaß hat. Überhaupt ist mir Leidenschaft in allem, was ich tue sehr wichtig. Ein kleines Geheimnis? Wenn ich abschalten möchte, schnappe ich mir meine heißgeliebte Fotokamera und laufe vollkommen planlos los – am liebsten spät in der Nacht und in einer fremden Stadt.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr besser, was ist Euer USP?

FÜRG MEDIA ist ein kommunikativer Allrounder und verbindet Marketing, Kommunikation und Journalismus miteinander. Wir vermischen die Bereiche dabei nicht – das wäre fatal – sondern finden Synergien, wie sie sich gegenseitig befeuern können und das macht nicht nur unsere eigenen Kunden glücklich, sondern hilft uns auch bei den eigenen Projekten.

Was ist Eure interne “Secret Sauce”?

Um FÜRG MEDIA herum hat sich ein eingeschworener Haufen Freelancer gebildet, der sich seit vielen vielen Jahren kennt. Warum wir so gut miteinander funktionieren? Das ist einfach: Jeder einzelne ist selbst Unternehmer und geht mit Leidenschaft an die Aufgaben heran, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Was genau ist Deine Rolle im Unternehmen, wo liegt Deine Expertise und “Superpower”? 

Meine Superpower? Ich glaube, die wichtigste Power ist die Leidenschaft, die mich antreibt. Ich habe einen riesigen Spaß, an allen Projekten, die ich angehe. Dabei ist es aber auch wichtig, bestimmte Angebote abzulehnen, um sich selbst treu zu bleiben. Nur wenn man voll und ganz hinter den Dingen stehen kann, die man macht, kann man auch die volle Leistung bringen – und mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Wir selbst müssen neuen Dingen gegenüber offener werden und nicht immer nur nach Fehlern und Risiken suchen. Die darf man nicht vergessen, aber sie sollten nicht immer gleich am Anfang im Fokus stehen. Der Staat muss sehr viel agiler werden, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Besonders die Gesetzgebung und –aktualisierung ist immer noch viel zu langsam und träge. Wir brauchen mehr digitales Know-How in den Führungsriegen der Ministerien.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Wir haben eine Menge kluge Köpfe, auch hier in Deutschland. Wir müssen sie aber besser fördern. Das größte Problem ist meiner Meinung nach, dass wir unsere Kinder in ein zu enges Bildungskorsett stecken. Sie haben kaum noch die Chance, sich selbst auszuprobieren, eigene Projekte anzugehen, anders zu denken, als es ihnen vorgegeben wird. Das wird uns früher oder später das Genick brechen, weil wir Innovationspotenzial durch Bildungsdruck im Keim ersticken.

Herausforderung für unseren Markt:

Wenn es um Kommunikation, Journalismus und Marketing geht, ist es eigentlich eine große, zentrale Herausforderung: Ganzheitlichkeit. Wir müssen aufhören, in Inseln zu denken, wir dürfen nicht mehr in Kanälen denken, sondern müssen die zu verbreitenden Botschaften im Fokus haben.

Herausforderung für unsere Firma:

Bis Ende 2016 werden wir unsere Eventreihe für Digital Professionals im 4-Wochen-Takt in viele weitere Städte in Europa bringen. In München sind wir jetzt im geplanten Rhythmus angekommen, in Berlin, London und Hamburg gab es schon einen ersten Testlauf, der Ende des Jahres fortgeführt wird. Ab dem kommenden Jahr kommen dann weitere Städte dazu.

Meine Persönliche Herausforderung:

Oh da habe ich ein paar. Ich muss endlich wieder mehr Sport machen, das Thema Fotografie möchte ich auch weiter vorantreiben und dann gibt es da noch eine ganze Menge Reisedestinationen, die auf meiner To-Do-Liste stehen. Gut, dass man die letzten beiden Punkte wunderbar kombinieren kann…

Wie sieht Dein “digitales Workout” in der nächsten Zeit aus? In welchen Themenbereichen willst Du Dich oder würdest Dich gerne verbessern? 

Ich möchte in Sachen Mobile Apps etwas aktiver werden. Wir haben da auch schon ein nettes Projekt in der Pipeline, das unsere anderen Themen weiter befeuern könnte. Das ist aber natürlich noch streng geheim – darüber können wir dann Ende des Jahres noch einmal sprechen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog, auf dem Du Dich zu Fachthemen gerne informierst 

http://www.gutjahr.biz/about/

einen Artikel Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

Das mit dem Artikel ist schwierig zu sagen – dafür lese ich zu viel. Ich würde stattdessen gerne ein Video nennen, nämlich die Aufzeichnung eines Talks von Gunter Dueck auf der diesjährigen re:publica in Berlin. Er hat dort über Schwarmdummheit gesprochen und erklärt, was er damit meint. Sehr sehenswert! https://www.youtube.com/watch?v=rc37ov1iVFQ

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat 

Wenn es um Inspiration geht, finde ich die Bücher von Paulo Coelho immer großartig – vor allem dann, wenn man versucht, die Erkenntnisse daraus auch geschäftlich zu übertragen. Wer „Der Alchimist“ gelesen hat und das mal aus dieser Perspektive betrachtet hat, wird wissen, was ich meine.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Abgesehen von unseren eigenen Veranstaltungen, auf denen ich auch immer wieder eine ganze Menge lerne, gibt es für mich an dieser Stelle eigentlich nur eine Antwort: SXSW. Das kann man auch gar nicht sehr viel genauer spezifizieren, aber diese wenigen Tage im März im texanischen Austin sind ein Must für jeden Digital-Interessierten. Und zwar gar nicht mal wegen der Keynotes, die ebenfalls interessant sind, sondern vielmehr wegen aller der großartigen Kontakte, die man dort spielend leicht knüpfen kann.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Evernote. Ich habe mir hier inzwischen eine ganz nützliche Struktur an Notizbüchern angelegt und schreibe alles auf, was mir einfällt. Auf Platz 2 würde ich dann gleich die Google Drive platzieren – durch den Unlimited-Account lege ich hier alles ab, was ich irgendwann wieder einmal brauchen könnte. So geht nichts verloren.

Mit welchem Experten aus Deinem Fachgebiet würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Wenn ich die freie Wahl hätte? Dann würde ich gerne Steve Jobs wiederbeleben und mit ihm und Mark Zuckerberg zusammen eine eintägige Brainstorming-Session machen. Ich glaube, die Ideen, die wir zu dritt mit drei unterschiedlichen Perspektiven entwickeln würden, könnten durchaus interessant und inspirierend sein.