Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Gregor Busch -Busch Markenberatung

Gregor Busch Busch MarkenberatungWer ist  Gregor Busch ? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Meinen Namen gibt es auch im Amerikanischen und wurde von Präsidenten adaptiert:

Gregor W. Busch.

Fränkische Wurzeln, im Rheinland aufgewachsen, in Westfalen studiert, in New York gelebt und seit 20 Jahren in Hamburg. Das hat mich sicherlich geprägt. Wie genau kann ich allerdings nicht sagen.

Nach dem BWL-Studium bin ich in die Werbung gegangen. Da ist es lustiger als in einer Bank und es wird effektiver gearbeitet. Außerdem sehen Menschen und Umfeld besser aus.

Denn es ist doch so: mit Freude erreicht man seine Ziele einfach besser.

Busch Markenberatung gegründet habe, war ich Leiter der Beratung bei Kolle Rebbe und anschließend Managing Director bei Grey Worldwide.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Wenn mir ein schlecht gelaunter Mensch gegenüber steht, setze ich alles daran, dass er nach unserem Treffen etwas zufriedener in die Welt hinausgeht.

Dass ich die Sockenfarbe nach den bevorstehenden Terminen aussuche, möchte ich hier lieber unerwähnt lassen.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Durch die langjährige Arbeit für einige der stärksten Marken der Welt kennen wir ihren Erfolgs-Code.

Diesen Erfolgs-Code wenden wir passgenau auf unsere Kunden an. Wichtig sind uns hierbei gesunder Menschenverstand und praxiserprobte Tools. Also hat die Busch Markenberatung sogar Super-proven-power.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Wir haben einen Energiedienstleister darin unterstützt, zu einer Lovebrand zu werden. Als wir losgelegt haben, waren wir in den Markenwerten im Vergleich zum Wettbewerber im unteren Mittelfeld. Nach nur einem Jahr gehörte der Anbieter zu den Top 3 mit einer Markenstärke wie zum Beispiel Nike. Für einen Energiedienstleister beachtlich. Die Kunden haben sich auf den Prozess eingelassen, uns vertraut und mit viel Leidenschaft die Marken-Botschaft und das Corporate Design konsequent und konsistent auf jeden Touch Point gebracht. Konsequent und konsistent: zwei wichtige Eigenschaften. Der Marketingpreis des entsprechenden Marketing-Clubs ist eine tolle Bestätigung.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Gerade war ich in Kalifornien, wo man in Sachen Digitalisierung viel weiter ist. Man sieht also sehr gut, welche Herausforderungen auf uns zu kommen.

Generell ist man in den USA mit der Technik einfach näher am Kunden – und damit am Geldverdienen: die Parkuhr kann mit der Kreditkarte gefüttert werden, Mautgebühren werden im Internet bezahlt, freies WLAN ist ohne umständliches Anmelden in Cafés, Restaurants und sogar im Museum selbstverständlich.

Ein beeindruckendes Beispiel für moderne Markenbildung ist TOM’s. Der Schuhladen ist gleichzeitig ein Café, in dem man mit jedem Kauf automatisch etwas Gutes für benachteiligte Menschen tut. Die Unternehmensstory und die Hilfsprojekte kann man sich beim Kaffeetrinken mit einer Virtual Reality Brille ansehen. So werden Purpose Brands gebaut.

Es ist gleichzeitig etwas erschreckend zu sehen, dass an einem Sonntagmorgen um sieben ein Café voll besetzt ist mit Menschen, die offensichtlich alle allein dort sind und die ganze Zeit in ihren Rechner starren. Wir müssen aufpassen, dass wir vor lauter Virtualität den Kontakt zueinander in der wirklichen Welt nicht verlieren. Andauernd auf ein Display gucken bringt einen nicht voran.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die meisten denken, mit ihrem Internet- und Facebookauftritt sind sie schon digital ganz weit vorne. Darüber hinaus geht es aber bei den Wenigsten. Wie kann die Digitalisierung in den 7 Ps  genutzt werden? Wie kann ich mit Hilfe der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle unter meiner Marke entwickeln? Wie weit kann ich meine Marke hierbei dehnen? Wie kann ich näher an den Kunden kommen, um die Welt für ihn zu verbessern? Alles Fragen, die im Tagesgeschäft oft untergehen.

Es muss sich mehr getraut werden, auch Fehler zu machen. Anderseits wird leider auch kopflos digitalisiert. Zu oft wird vergessen, dass ohne Ziele und Strategie alles Geldverschwendung ist.

Herausforderung für unseren Markt:

Der Kampf um die guten und engagierten Mitarbeiter wird immer dramatischer. Als Unternehmen wird es immer wichtiger, nicht nur das „Was tun wir“ zu beantworten, sondern auch das „Warum tun wir es“. Man muss nur einmal über den Google Campus gehen, um das zu spüren.

Herausforderung für unsere Firma:

Das persönliche Gespräch, und darauf basiert unser Geschäftsmodell, ist nicht digitalisier- und skalierbar.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Gefreut hat mich, dass mein neues Auto hunderte von Internetradio Sendern empfängt. Geärgert hat mich, dass es keinen CD Player mehr hat. Wann höre ich jetzt die ganzen CDs?

Es langweilt mich, dass mich in den sozialen Netzwerken langweilige Leute mit ihrem langweiligen Leben langweilen. Und einen mit 10 Postings zu einem langweiligen Thema zumüllen, ohne dass irgendeiner außer der langweilige Bruder reagiert. So viel Selbstbewusstsein ist schon beachtlich.

Abgesehen davon freue ich mich über den nahezu grenzenlosen Zugang zu Informationen, Musik und Menschen mit gleichen Interessen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für…

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Facebook, auch wenn es bisschen old school ist. Wenn man die richtigen Seiten abonniert wie zum Beispiel Guy Kawasaki, Gary Vaynerchuk, Toni Robbins oder Quellen wie Harvard Business Manager, Ted Talk, Handelsblatt, Vice oder netzwirtschaft.de finde ich es inspirierend.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat

Die Kolumne „Supersad“ in der WamS, weil sie so gnadenlos ehrlich ist. Das finde ich in Zeiten der ich-zentrierten und unreflektierten Selbstdarstellung sehr erfrischend.

http://www.welt.de/kultur/medien/article142812512/Oliver-Polak-ist-supersad.html

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Ali Rap, weil Ali`s Statements bis heute wahrhaftig sind

The Sneaker Book, weil es die Icons wunderbar erklärt

Funk & Soul Covers, weil sie eine wunderbare Welt aufmachen

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

Die Handelsblatt Tagung Pathfinder ist eine Ansammlung von Top CEOs. Wie sie sich auf der Bühne und im persönlichen Gespräch geben ist sehr interessant. Beeindruckend, mit welcher Ruhe und Begeisterung zum Beispiel Johannes Teyssen, CEO von e-on, über die revolutionären Veränderungen in seinem Unternehmen spricht. Oder Jürgen Fitschen in Krisenzeiten Besonnenheit und Zuversicht ausstrahlt.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Den Rechner zuklappen und nachdenken. Ansonsten mein Kalender. Da stehen neben Terminen auch Aufgaben, Ideen und Ziele drin. Irgendwann wende ich dafür irgendeine tolle App an. Irgendwann.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? 

Angela Merkel. Ich hätte gerne ihre (vermeintliche) stoische Ruhe und die Fähigkeit, an einem einzigen Tag bei 27 Veranstaltungen eine maßgebliche Rolle zu spielen.

Torsten Lange, Gründer des frontlineshops. Weil er nicht nur ein toller Freund ist, sondern als Unternehmer ein Beispiel für Innovationsgeist und Mut.

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