NW#94 Postfaktisch. Mit: Fake News, Buzz Commerce, High Performern und zinslosen Zuschüssen

Of all the content on Facebook, more than 99% of what people see is authentic. Only a very small amount is fake news and hoaxes.

Mark Zuckerberg, Facebook

Guten Tag,

stimmt das und haben die verbleibenden 1% die Wahlen in den USA tatsächlich nicht beeinflusst? Und kann es sich Facebook dauerhaft erlauben, Werbedollar zu ernten, aber die Verantwortung, die mit der Verbreitung von Nachrichten einhergeht, von sich zu weisen? In einer postfaktischen Welt ist die Antwort auf diese Fragen: wahrscheinlich ja. Elad Gil, Unternehmer aus San Francisco, ruft dazu auf, im Zweifelsfall bei Facebook zu kündigen und anstelle dessen bei einem Unternehmen zu anzuheuern, das in der Lage ist, einen Algorithmus zu entwickeln, der zwischen richtig und falsch unterscheiden kann.

Viel Spaß mit der 94. Ausgabe der Netzwirtschaft. #nofakes.

Beste Grüße

Thomas Jahn

CHART DER WOCHE

Fake News versus True News

fake-news

A BuzzFeed News analysis found that top fake election news stories generated more total engagement on Facebook than top election stories from 19 major news outlets combined (8,7 Mio. Fake-Shares vs. 7,3 Mio. True-Shares).

Buzzfeed via Elad Gil

Jour Fixe KW 46/47

Reuters. Deutsche Börse startet neues Marktsegment für Startups …weiterlesen 

BMF. Bundesministerium für Finanzen gibt FinTech-Studie heraus:

Aktuell gehen keine systemischen Risiken von den FinTech-Unternehmen in Deutschland aus. Sollte das dynamische Wachstum der FinTech-Branche weiter anhalten und das sehr große Wachstumspotenzial ausgeschöpft werden, könnten sich jedoch systemische Risiken entwickeln.

BMF in: FinTech-Markt in Deutschland

Nielsen. Mehr als 97% der US-Millenials haben ein Smartphone  …weiterlesen

MEDIEN

Die Meinungsbildung verschiebt sich immer schneller ins Internet – Verlage richten sich neu aus

Der Zuwachs der Onlinewerbung kann den Verlust der Printwerbung nicht annähernd kompensieren … weshalb die meisten Verlage ihre Geschäftsmodelle wieder zurück Richtung Print, auf Paid Content oder auf Content-Marketing ausrichten.

Holger Schmidt, Netzökonom

In der Zwischenzeit verzeichneten Google und Facebook in der Onlinevermarktung mehr als nur ein paar Tempo-Gewinne. Beide werden auch am zukünftigen Paid Content-Spiel über AdWords bzw. Facebook-Marketing mitverdienen. Ebenfalls gewinnen werden die Agenturen, die den Verlagen zeigen können, wie man digital(e) Leser gewinnt. Die Leser schließlich dürfen mehr Qualitätsjournalismus erwarten – eine Aufwärtsspirale? …weiterlesen

 

SOCIAL COMMERCE

Buzzfeed goes E-Commerce

Their mandate is to experiment independently with all forms of commerce until they find a formula that works.

Erin Griffith, Fortune über Buzzfeed

Man kombiniere Buzzfeeds Wissen darüber, wie man Emotionen triggert und so Reichweiten in sozialen Netzwerken aufbaut mit einem kalkulierbaren Geschäftsmodell, nämlich dem Online-Vertrieb von niedrigpreisigen Waren mit hohen Stückmargen – und was dabei herauskommt, lässt uns glauben, dass da gerade ein neuer E-Commerce-Player auf den Plan getreten ist …weiterlesen

 

DER DRITTE LINK

Die 50 wichtigsten Software-Tools der Netzwirtschaft

 

BEST PRACTICES

It’s the people, stupid!

How does a company grow that fast, change business models so many times, and maintain a fanatical customer base?

Kevin Kruse, Forbes über Netflix

3.500 Mitarbeiter, 81 Mio. Kunden und 7 Mrd. $ Umsatz – und dieses Netflix wächst ohne Regeln? Wenn Regeln dafür da sind, Unternehmen vor Qualitätsverlusten zu bewahren, dann schützen gute Mitarbeiter Unternehmen davor, sich durch umfangreiche Regelwerke auszubremsen. No rules, just good people …weiterlesen

P.S. Wir suchen: Edelfedern, Projektmanager und Code-Fighterdie die Entwicklung der Netzwirtschaft aktiv mitgestalten wollen. Hello here: redaktion (a) netzwirtschaft.net)

STARTUPS

Ihr undankbaren Hoodie-Träger (ein Kommentar)

Immerhin jedes zehnte (Startup) beschäftigt eine sogenannte feel good-Oma oder Startup-Oma, die fürs Team kocht und backt.

Jens Tönnesmann, Zeit Online

Gründer, die Zuschüsse vom Staat bekommen und diese dann auch noch in Startup-Omas investieren, sollen gefälligst dankbar sein für die vom Staat gewährte Unterstützung. So der Tenor des Artikels in der „Zeit Online“, der damit übersieht, dass 1) der Staat nicht in Gründer, sondern in die eigene Konkurrenzfähigkeit investiert, dass 2) Dankbarkeit kein KPI ist, mit dem wir die Rendite solcher Investitionen sinnvoll messen können, weil wir sonst 3) auch weiterhin zinslose Darlehen vergeben, anstatt uns zu fragen, welche Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie Infrastruktur der hiesigen Netzwirtschaft dabei helfen, gleich mal zwei bis drei Schritte nach vorne zu machen. Momentan, so scheint es, hat das kostenlose WLAN in der Bahn einen größeren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Startups, als die zinslosen Darlehen des Staates …weiterlesen

 

ONE MORE THING

Achtung, die Kilobots kommen!

This is the first time that more than 100 robots have been demonstrated cooperating in a collective, with 1,024 being an important step towards mass swarms of tiny robots able to operate a bit like the simple biological cells that club together to form complex organisms, animals and humans.

The Guardian über Harvards Kilobots

Die Kilobots, das sind 1.024 simple Roboter, die Schwarmformationen bilden – wenn man ihnen etwas Zeit gibt …weiterlesen

 

BEST OF NETZWIRTSCHAFT

Die TOP5 im November

1. Ritter Sports bunte Einhorn-Schokolade ist vergriffen und Verknappung treibt den Preis nach oben …weiterlesen

2. Die 50 wichtigsten Software-Tools der Netzwirtschaft …weiterlesen

3. Magicleap. VR oder wie Wahrnehmung die Realität verändern kann …weiter

4. Digitalisierung: 43 Prozent der Firmen fürchten Ende ihres Geschäftsmodells in 3 bis 5 Jahren …weiterlesen

5. IKEA: Wie die Schweden selbst mit einer verkorksten Online-Strategie wachsen …weiterlesen

 

+++ Danke, dass du die Netzwirtschaft liest und bis zur nächsten Woche +++

 

PRESS PLAY, LEONARD

I’m ready, my lord.

Leonard Cohen am 21.10.2016