Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Stefan Kölle – stellenanzeigen.de

Stefan Kölle stellenanzeigen.deWer ist Stefan Kölle? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

stellenanzeigen.de, Familienvater, Unternehmensentwickler. Als einer der ersten 3 Mitarbeiter heuerte ich 2000 bei stellenanzeigen.de an. In diesem Jahr feiert die Jobbörse 20-jähriges Bestehen.

Es ist großartig zu sehen, wie das Unternehmen sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Spezialisten für Online-Recruiting in Deutschland entwickelt hat.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Als Verfechter des Minimalismus verfolge ich das Prinzip des Loslassens von Dingen. Das gibt Freiheit und Energie und schafft Raum für die Entstehung von neuem.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

stellenanzeigen.de ist eine der führenden Online-Stellenbörsen in Deutschland. Erst kürzlich hat DEUTSCHLAND TEST gemeinsam mit dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue und dem Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY die Jobbörse mit „SEHR GUT“ ausgezeichnet.

Zusätzlich ist stellenanzeigen.de Full Service Systempartner für den regionalen Online-Stellenmarkt von Verlagen. stellenanzeigen.de liefert Portal-Lösungen für den Rubrikenmarkt, unterstützt bei der Produktgestaltung, sorgt für Reichweite der Anzeigen und bringt den Vertrieb von Verlagspartnern in Schwung, unter anderem durch Vertriebsschulungen.

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart?

2014 wurde stellenanzeigen.de, gemeinsam mit der Voith GmbH, mit einem der wichtigsten Preise der HR-Branche ausgezeichnet. Die gemeinsam entwickelte Vine-Stellenanzeige wurde mit dem HR Excellence Award in der Kategorie „Konzerne Stellenanzeige“ prämiert.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Die intelligente Reichweitentechnologie SmartReach 2.0 sorgt automatisch dafür, dass Anzeigen, die Kunden auf stellenanzeigen.de veröffentlicht haben, während der Laufzeit individuell passend an namhafte Online-Partner ausgeliefert werden. Diese zielgerichtete Ausspielung sorgt für besser qualifizierte Bewerber.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

Herausforderung für unseren Markt:

Der deutsche E-Recruiting-Markt ist hart umkämpft. Es ist ein Kampf um die meisten und qualifiziertesten Kandidaten. Diese sollen mit möglichst geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand gewonnen werden. Der Markt ist eindeutig von Online-Jobbörsen dominiert, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung qualifizierte Kandidaten zielsicher erreichen. Das schaffen sie wesentlich effizienter als alle anderen Massenmedien das jemals könnten. Social Media Recruiting und Active Sourcing haben zwar in den letzten Jahren ein gewisses Grundrauschen erreicht, sind aber weit davon entfernt, mehr zu sein, als nur eine weitere komplementäre Quelle für die Suche nach geeigneten Kandidaten. Der E-Recruiting- Markt wird weiter wachsen. Jobbörsen werden ihren aktuell vorherrschenden „Shotgun“-Ansatz mehr und mehr verschieben, hin zu einer anspruchsvollen Zielgruppenansprache. Zu diesem Wandel werden auch massiv veränderte Medienkonsumgewohnheiten und neue Technologien beitragen.

Herausforderung für unsere Firma:

Bereits jetzt erfolgen 30% der Anzeigenaufrufe auf stellenanzeigen.de mobil. Hier arbeitet stellenanzeigen.de an Lösungen, die den Zugriff über mobile Endgeräte stetig optimieren und noch attraktiver machen.

Der Anteil der Personalverantwortlichen, die Video- und Bildportalangebote bei Recruiting und Employer Branding einsetzen, liegt aktuell bereits bei 49% (laut statista). Mit der Entwicklung neuer Produkte, wie zum Beispiel der neuen Video-Stellenanzeige, kommt stellenanzeigen.de dem Trend des veränderten Medienkonsumverhaltens entgegen.

Die stetige Verbesserung der Reichweitentechnologie SmartReach 2.0 zielt konkret auf latent Suchende und unterstützt so Unternehmen aktiv bei der Suche nach Personal für schwer zu besetzenden Stellen (Stichwort Fachkräftemangel).

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Am meisten ärgern mich Shitstorms und die kommunikative Gesichtslosigkeit im Internet. Große Freude bereiten mir Internet-Meme und ganz allgemein Digitale Kunst.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Aufgrund der aktuellen politischen Lage wäre klasse, wenn es Möglichkeiten gäbe, mit einem Start-up speziell Jobs für Flüchtlinge anbieten zu können, die oft hoch qualifiziert und hoch motiviert sind und schnell in dem für sie fremden Land ankommen wollen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Über wichtige Trends informiere ich mich gerne im Magazin „Technology Review“. Es deckt ein breites Spektrum zwischen Wissenschaft und Technik ab und bietet viele spannende Denkanstöße.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://www.christoph-koch.net/2015/08/18/die-selbstverwirklichungsfalle

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„AUFBRECHEN!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen“ beschreibt Prof. Dr. Gunter Dueck, wie das Internet die Gesellschaft verändert und wie Arbeitswelt und Bildungssysteme sich verändern müssten, um darauf vorbereitet zu sein.

Wissen ist nicht mehr Macht, das Wissen liegt nun im Internet.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

http://muenchen.nerdnite.com/)

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Eines der hilfreichsten Tools für meine Arbeit ist die Selbstmanagement-Methode „GTD – getting things done“ von David Allen. Es basiert auf der Erkenntnis, dass uns ständig Dinge im Kopf herumgeistern, die wir zwar machen müssten, aber aus bestimmten Gründen jetzt nicht erledigen können. GTD hilft dabei, diese Dinge zu erfassen, einzuordnen und zu bestimmen, was damit geschehen soll. So können wir effizient und stressfrei arbeiten.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Am liebsten würde ich einen Tag mit dem Autor, Weltenbummler, Tangotänzer, Kickboxer und erfolgreichem Unternehmer Timothy Ferriss verbringen, um zu sehen, wie er die Erkenntnisse aus seinem Besteller „Die Vier-Stunden-Woche“ in die Realität umsetzt.

Weitere exklusive Interviews aus der Netzwirtschaft gibt es hier.