Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Murtaza Akbar – wortwahl.de

Murtaza Akbar wortwahl.de
Foto: Christof Mattes

Wer ist Murtaza Akbar? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Leidenschaftler. Leidenschaftlicher Kommunikationsmensch, leidenschaftlicher Familienmensch, leidenschaftlicher Ballsportler – und auch leidenschaftlicher, Frankfurter. Hier bin ich geboren und aufgewachsen, nachdem mein Vater, ein Airliner, von Karachi, Pakistan, nach Frankfurt versetzt wurde und der Familie und Bildung wegen hierblieb. Nach dem Wirtschaftsstudium habe ich erstmal als Reiseleiter die Welt erkundet, bevor ich danach als Journalist und später Ressortleiter arbeitete. Beide Jobs haben meine Neugier befriedigt und gleichzeitig geweckt – für die PR und Kommunikation.

der Agentur Wortwahl geworden, die sich auf Unternehmens­kommunikation spezialisiert hat. Und weil es an der Zeit ist, Wissen und vor allem die Begeisterung für Kommunikation weiterzugeben, bin ich semesterweise Dozent an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Onlinekommunikation. Der Austausch mit den Talenten von heute und Experten von morgen ist schön und inspiriert.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Okay, die Mischung aus orientalischem Temperament und deutscher Gründlichkeit bringt besondere Ausprägungen mit sich. Ich liebe perfekte Organisation und Vorbereitung. Meine To-Do-Listen notiere ich gerne auf Papier, um die Punkte dann abzuhaken – das tut gut. Auf der anderen Seite kann ich bei Präsentationen oder Vorlesungen schon mal mit impulsiver Begeisterung überraschen – das reicht von der leidenschaftlichen Vorstellung einer Idee über eine Einlage als Moonwalker bis hin zum Appetitmachen auf die pakistanisch-indische Küche.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Ganz klar bei der Wortwahl! Denn Kommunikation muss ankommen – und zwar bei der gewünschten Zielgruppe. Es ist bekanntlich ein meilenweiter Unterschied, ob ich Azubis, Studenten, Techniker, Patienten, Bewerber oder etwa Banker anspreche, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Tonalität, Wording und Ansprache müssen zum Unternehmen, der Zielgruppe und dem Kanal passen. Dann wirkt die Kommunikation auch. Das ist der Anspruch für unser gesamtes Leistungsportfolio, von der PR über Content Marketing und Social Media bis hin zum Employer Branding. Und neben Worten gehören natürlich auch Fotos und Filme, sprich der berühmte Content, zu unserem Kerngeschäft. Dabei ist weniger oft mehr. Denn wer als Unternehmen alle erreichen will, erreicht am Ende keinen.

Wie lebt ihr Digitalisierung in Eurem Unternehmen? In welchem Bereich habt ihr Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Digitalisierung ist eine elementare Säule der Unternehmens­kommunikation, erst recht für uns als Agentur. Abgesehen davon, dass wir bei Wortwahl im Team über verschiedenste Kanäle digital vernetzt sind, von unserem Server über WhatsApp bis hin zu Social-Media-Kanälen, ist es spannend, dass wir etwa für B2B-Unternehmen Themen wie Industrie 4.0 und Social Media miteinander verknüpfen. Zukunft ohne Digitalisierung ist schwer vorstellbar.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Jedem Internet und umfassende Bildung anzubieten, unabhängig von sozialem Stand oder persönlichen Aspekten. Bildung ist die Basis von allem. Wichtig ist ein gutes Allgemeinwissen der künftigen Generationen, nicht nur Nischenwissen.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Kreativität und Mut fördern und unterstützen. Es Start-up-Unternehmen der Netzwirtschaft und auch klassischen Firmengründern viel einfacher machen, ihre Idee zu verwirklichen. Vielleicht brauchen wir dafür geschützte Räume, Brutkästen, damit Ideen wachsen können.

Herausforderung für unseren Markt:

Kommunikation ohne Digitalisierung und Digitalisierung ohne Kommunikation funktionieren nicht. Aber die Kommunikation abseits von allem Digitalen ist natürlich noch wichtiger. On- und offline optimal zu verknüpfen, im Sinne von Sender und Empfänger, ist eine strategische Aufgabe für Profis – genauso wie ansprechender und echter Content dafür.

Herausforderung für unsere Firma:

Unser Anspruch an die Wortwahl und den entsprechenden Content für die Unternehmen ist sehr hoch. Zu unseren Kunden zählen Dax-Konzerne, internationale Unternehmen und führende Mittelständler. Für diesen Anspruch neue Mitarbeiter zu finden, ist eine Aufgabe. Die Stecknadeln im Heuhaufen leuchten aber zum Glück hell genug, um sie gut zu erkennen.

Was hat Dich bisher am meisten am Internet geärgert, was am meisten gefreut?

Natürlich können die Abgründe im Internet tief sein. Trolle sind da noch fast harmlos, vor allem Kinder müssen stärker geschützt und für die Gefahren des Webs sensibilisiert werden.

Auf der anderen Seite bietet das Internet fantastische Möglichkeiten. Ich finde Twitter als Info- und Nachrichtenticker hervorragend. Als ich Anfang der 2000er-Jahre bei einer Nachrichtenagentur gearbeitet habe, war eine solche Entwicklung undenkbar. Heute kann sich jeder über Twitter praktisch seinen eigenen Nachrichtenticker nach seinen individuellen Vorlieben zusammenstellen, ihn nur konsumieren oder direkt mit dem Absender kommunizieren.

Welches „Problem“ (privat oder im Unternehmen) würdest DU gerne von einem Start-up gelöst bekommen?

Shoppen macht Spaß. Nur nicht, wenn’s um Möbel geht. Der Lauf durch unendlich viele Gänge von Möbelhäusern ist alles andere als entspannend. Deshalb wäre ein Möbel-Konfigurator, mit dem man sich individuelle, stylische Möbel, ob für Zuhause oder auch für die Agentur, designen kann, eine schöne Sache, zumal ich auch so selten das finde, was ich mir eigentlich vorstelle.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

www.pressesprecher.com. Ein Redaktionsteam, das die PR- und Kommunikationsbranche mit Leidenschaft, Expertise, Akribie und einem Augenzwinkern informiert.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (mit URL)

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/suche-wollmilchsau-schraege-pflegedienst-stellenanzeige-a-1013356.html

ein spannendes Buch, das Dich für Dein Business inspiriert hat

„Lila Kühe leben länger“ von Claudia Cornelsen, das gut und anschaulich darstellt, was PR ist und ausmacht.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Das diesjährige Symposium von Monster, bei dem Zukunftsforscher Trends und Visionen präsentierten, wie die Arbeits- und Lebenswelt von morgen aussehen kann – inspirierend.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Twitter ist als schnelles Informationsmedium einzigartig. WhatsApp ist auch stark. Inwieweit WhatsApp mal fester Teil einer Kommunikationsstrategie sein wird, bleibt abzuwarten.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Ich bin ganz glücklich mit den Experten, mit denen ich zu tun habe. Aber weitere Impulse sind immer willkommen. Gerne von Stefan Raab! Er ist der beste PRler, den das deutsche Fernsehen je gesehen hat. Wenn er wirklich aufhört, wäre das schade. Mal schauen, was er dann macht, wird spannend.