Interview
Die Forschungsassistenten

Interview mit Markus John -1-2-3-Plakat.de

Markus John 1-2-3-Plakat.deWer ist Markus John? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

1-2-3-Plakat.de an den Start, Deutschlands erste Online-Buchungsplattform für Plakate. Inzwischen können viele andere Werbeträger und Medien online bei uns gebucht werden. Damit treiben wir den digitalen Transformationsprozess für die Branche mit voran. Ich bin immer wieder fasziniert, wie digital ein analoges Medium sein kann, das sich zudem zu einem der reichweitenstärksten Werbeträger für den Mittelstand entwickelt hat. Eine der nächsten digitalen Herausforderungen für OoH ist nun die sukzessive Anpassung der Werbeträger selbst. Es bleibt spannend und darum bleibe auch ich dem Medium weiter verbunden!

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich schaue mit meinem Teleskop manchmal ins Weltall und habe sogar schon die Ringe des Saturns gesehen. Außerdem werde ich wahnsinnig, wenn ich beim Tennis verliere, höre dauernd Musik und finde alte Autos super.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

www.123plakat.de ist mit bislang über 700.000 Visits und über 5.000 Buchungen im Jahr die erfolgreichste Adresse, um werbliche oder private Botschaften individuell und unbürokratisch im öffentlichen Raum zu platzieren. Ob Plakat, Videoboard oder Big-Seven, Werbungtreibende und Privatpersonen können über 1-2-3-Plakat.de in wenigen Schritten sämtliche Out-of-Home-Medien gestalten und Werbeflächen buchen. Auch crossmediale Kampagnen sind möglich: Ambient-Medien, Taxi-Werbung, Kinospots, Kultur- und Dauerwerbe-Medien sind über Links zu den entsprechenden Schwesterportalen bequem erreichbar und können in jede Buchung eingebunden werden. Mit diesen und anderen Media-Services haben wir Maßstäbe in der Außenwerbung gesetzt und weiten unsere Angebote kontinuierlich aus. Zugegeben: Inzwischen sind wir nicht mehr allein auf weiter Flur. Es gibt durchaus alternative Plattformen. Allerdings – und darauf bin ich sehr stolz – ist 1-2-3-Plakat.de seit Jahren mit Abstand das meistgenutzte Buchungsportal mit dem umfassendsten Werbeträgerangebot und den besten Services.

Ob Mediaplaner oder Privatperson, das Internet und inzwischen auch das Smartphone sind gängige Arbeitsinstrumente geworden. Wir haben diese Entwicklung schon früh erkannt und die Buchung der Außenwerbung ins Internet bzw. auf eine App übertragen, über die inzwischen mehr als 10 Prozent unserer Kunden buchen. Das Medium Internet ist für das Buchen regionaler Werbung, wie es in der Außenwerbung häufig der Fall ist, geradezu prädestiniert. Das Web beschleunigt zum Beispiel den Buchungsprozess um ein Vielfaches. Früher mussten Kunden bei Ihrer Buchung auf Post- oder Fax-Bestätigungen warten, heute ist eine Buchung nahezu just-in-time möglich. Innerhalb eines Tages wird jetzt eine Buchung bestätigt. Zudem bietet das Web große Transparenz. Der regional Werbende kann sich beispielsweise online über die Plakat-Standorte informieren und über eine Karte die Flächen in seiner Region auswählen. Und er muss sich nicht mit mehreren Anbietern auseinandersetzen. Allerdings werden automatische Buchungen nicht den Anforderungen aller Kunden gerecht. Sind Beratung und  Mediapläne gefragt, decken wir das nach wie vor mit unserer klassischen Agenturarbeit ab.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Die Digitalisierung bringt viele attraktive Neuerungen mit sich – Portale oder Angebote, die einem das Leben und Arbeiten erleichtern. Diese Entwicklung benötigt aber auch jede Menge Technologie und Software, die dafür verantwortlich ist. Haben wir aber all diese Dinge im Griff? Welche Standards setzen sich durch? Und zu welchem Preis „verkaufen“ wir uns an das Internet? Datenschutz und IT-Sicherheit wird unsere Gesellschaft und den Staat auf Jahre hinaus beschäftigen.

Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Die Netzwirtschaft ist ein wichtiges Arbeitsfeld – heute und in der Zukunft. Die technischen Voraussetzungen und das digitale Know-how sind in manch einem Dritte-Welt-Staat ausgeprägter als hier zu Lande. Deutsche Unternehmen müssen hungrig bleiben und Innovationen schaffen, auch wenn der Weg vielfach Hürden bereithält. Am Ende verbindet die Netzwirtschaft Nationen. Europa und die Welt rücken näher zusammen.

Herausforderung für unseren Markt:

Eine dringende Herausforderung ist der Servicegedanke. Die Angebote an Werbeträgern nehmen im digitalen Zeitalter exponentiell zu. Buchende Kunden müssen sofort erfassen können, welches Medium für sie geeignet ist und welche Leistungen ein Werbeträger bringt. In der Außenwerbung können sich die Planer etwa an der offiziellen Währung Plakatseher pro Stelle (PpS) orientieren. Wir wollten es unseren Kunden aber noch einfacher machen und haben ein Sternesystem eingeführt, das auf einem Blick Standorte im Internet bewertet. Sie kennen solche Benotungssysteme üblicherweise aus Reise- oder von Hotelportalen. Um die Werbewirksamkeit und Qualität der Werbeträger zu beurteilen und um dann die Sterne zu vergeben, legen wir ein internes und ausgefeiltes Bewertungssystem zugrunde – das so genannte QSS (Qualitäts Selektions System). Der 1-2-3-Plakat.de-Kunde hat so die Möglichkeit Standorte nicht nur nach einem Bild und der geografischen Lage, sondern auch nach Qualität der Plakatfläche mittels der Anzahl der Sterne auszuwählen. Solche Serviceleistungen in der Außenwerbung wird es in Zukunft vielfach geben müssen, um Werbekunden zu binden.

Eine zweite Herausforderung ist die Nutzung der Daten in unserem Markt – Stichwort Big Data. Hier wird das Rennen machen, wer es schafft Big Data in Smart Data zu übertragen und nutzbar zu machen. Da bietet die Außenwerbung noch viel Potenzial – von der Auswertung der eigenen Kundendatenbank bis hin zu Zielgruppenanalysen am Werbeträger.

Last but not Least: Die Entwicklung der digitalen Außenwerbeträger. Diese erschließen derzeit vor allem öffentliche Räume, wie Bahnhöfe oder Einkaufszentren, wo analoge Flächen nicht stark vertreten waren. Zudem bieten digitale Werbeträger neue Interaktionsmöglichkeiten mit den Kunden in direkter Nachbarschaft zum PoS. Je nach Anforderungen der Kunden haben wir damit zusätzliche Möglichkeiten die mobile Zielgruppe anzusprechen. Auch hier dürften wir weitere Entwicklungssprünge erwarten.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Am Internet ärgert mich, dass es teilweise zur Oberflächlichkeit verleitet. Meinungen bilden sich allzu oft und schnell unreflektiert. So ist es z.B. möglich, einzelne Personen weltweit und nahezu ungeprüft zu diffamieren. Was dann erst einmal im Netz steht, ist schwer wieder herauszubekommen.

Was mich freut, sind die unglaublichen Möglichkeiten, die durch das Internet entstehen. Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass man im Internet so ziemlich alles kaufen und sich nach Hause liefern lassen kann. Im Internet können wir uns heute wie selbstverständlich über alles informieren. Schaltet mal einen Tag den Computer aus und geht nicht ins Internet, dann wisst Ihr, was ich meine!

Für uns bei 1-2-3-Plakat.de war das Internet die Plattform, um ein sehr altes Medium (die Plakatwerbung) mit einem neuen Medium (dem Internet) zu verbinden. Entstanden ist daraus ein echter Mehrwert für alle, die bislang keinen Zugang zur Plakatwerbung gefunden und wahrscheinlich geglaubt haben, das sei eh nur etwas für sehr große Marken und Firmen. Unsere Plattform ist ein Paradebeispiel, wie das Internet ganze Branchen positiv verändern kann. Für die Plakatwerbung bedeutet das schon heute mehr als 7.000 Buchungen, die es vorher nicht gab.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Wichtige Informationsquellen sind für mich die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung oder Der Spiegel. Die täglichen Infos für die Branche hole ich mir aus dem (wie sollte es anders sein) Internet und den zahlreichen Branchennewslettern.

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

Was mich in letzter Zeit wirklich fasziniert hat, ist eine MDR-Reportage über den „Erfinder“ Karl Hans Janke mit dem Titel „Genie und Wahnsinn – Der Fall Janke“. Schaut Euch den Beitrag einfach mal an, er ist wirklich spannend, aber auch traurig. Das Ganze gibt es auch auf YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=aRsi9Mn_C8k

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Wenn es darum geht, wie ich mit einem Tag durchlesen, maximale Inspiration erhalte, dann empfehle ich folgende Lektüre:

1. Ein Buch mit dem Titel „das Peter Prinzip“. Hier geht es darum, dass jeder irgendwann die Stufe seiner Inkompetenz erreicht. Dieses Gefühl kennt jeder, oder?

2. Ein älteres Exemplar, das ich bereits Ende der 90er Jahre gelesen habe, mit dem Titel „Lebe einfach, werde glücklich“. In diesem Buch geht es in einem Kapitel um die „Tyrannei des Telefons“ und dass es kein Gesetz gibt, das vorschreibt, ans Telefon gehen zu müssen. Das hat mich wirklich nach vorne gebracht, denn seither bleibe ich auf der Couch sitzen und lasse mich nicht von Pawlowschen Reaktionen bestimmen.

3. Als letztes empfehle ich ein Buch, das mich vor kurzem erst inspiriert hat: „Welcher Hund passt zu mir“. Seitdem haben meine Freundin und ich einen „Vierbeiner“ zu Hause. Und was soll ich sagen, er passt! Mehr noch: Wir haben einen echten „Kumpel“ dazugewonnen, wir gehen mehr raus in die Natur und sind seither echt fit geworden!

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Für mich war das kein bekanntes Branchenevent, sondern ganz profan ein VHS-Kurs in Bielefeld zum Thema Webseiten von Unternehmen. Im Kern ging es darum, dass jede Internetseite ein Ziel haben sollte: z.B. als bloße Visitenkarte, als eine Art Prospekt, oder als Shop mit guten Verkaufsargumenten. Bei einem Shop sollte der Kunde möglichst ablenkungsfrei an sein Ziel (der Buchung) geführt werden. Ein Beispiel: Am Flughafen sind die Wege zum Check-in oftmals durch Bänder abgesteckt. Hier kann der Passagier sich nicht verlaufen. Eine gute Analogie!

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit 

Zu aller erst ist das Outlook und Excel – ganz klar! Darüber hinaus nutze ich täglich das OoH-Planungstool von 1-2-3-Plakat.de.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Ich würde gerne mal einen Tag mit Ferdinand Piëch zusammenarbeiten. Aus meiner Sicht der fähigste Mann in Deutschland, wenn es um das Thema Markenaufbau bzw. Änderung eines Markenimages geht. Er hat es zielsicher geschafft, aus einer absoluten Opa-Marke das Autosymbol für Sportlichkeit, Qualität und Technik zu schaffen. Auch wenn der Konzern zurzeit Probleme hat, wird seine Arbeit noch in den nächsten Jahrzehnten nachwirken. Das finde ich wirklich beachtlich.

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