Interview
Das Forschungszentrum

Interview mit Bettina Eichhammer -The Department

Bettina Eichhammer The Department

Wer ist Bettina Eichhammer? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Zu mir hat einmal jemand gesagt, wenn ich ein Auto wäre, dann ein MINI Cooper Roadster. Klein, aber mit Energie für Große. Schnell und agil, aber nicht hektisch. Und Seriosität gibt es im Paket mit Spaß. Ja, mein Leben geht vermutlich ein wenig schneller und energiegeladener als das von vielen anderen, doch genau das ist es, was meine Umgebung an mir liebt. Ratet doch mal, welches Auto ich fahre…

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Hm…

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

The Department mit Sitz in München und einem internationalen professionellen Netzwerk. Die Inhaberin Bettina Eichhammer legt besonderen Wert auf eine ganzheitliche Kommunikation. Eine E-Mail allein schafft keinen Umsatz, ein Interview für sich stehend lässt niemanden folgen. Gehen Sie mit The Department einen Schritt zurück und erreichen Sie so einen Blick für das Ganze. Sprechen Sie mit uns, denn …it´s all about communications! Na, offiziell genug?

Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren?

Mein entscheidender Vorteil ist, dass ich beide Seiten des Schreibtischs aus eigener Erfahrung kenne. Die des Redakteurs und die des Unternehmers. So weiß ich die Bedürfnisse von beiden Partnern und kann mit jedem auf Augenhöhe kommunizieren. Das sorgt für hohes Vertrauen. In Zeiten des Information Overload sind die persönlichen Beziehungen besonders wichtig. Und Vertrauen gewinne ich, indem ich meinem Gegenüber hochwertige Themen anbiete, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das Ganze kurz und knapp. Für einen Newbee in der Automotive-Branche konnte so eine Top-Coverage in nationalen Leitmedien erreicht werden.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

Das aktuelle Zauberwort meiner Branche ist Content Marketing. Zugegeben, ich musste zuerst recherchieren, was sich denn genau dahinter verbirgt, weil ich es zunächst nicht glauben konnte. Doch es ist so. Content Marketing bedeutet nichts anders, als dass der Zielgruppe wieder echte Inhalte präsentiert werden müssen. Für mich ist das alter Wein in neuen Schläuchen. Denn genau darum geht es seit Beginn der Kommunikation. Interessante Themen, Geschichten, die auf Interesse stoßen, weil sie originär interessant sind. Und nicht erzwungenes Interesse fordern, weil der Weg wie Nachrichten zum Empfänger kommen, besonders spannend ist. Eine Pressemitteilung muss publiziert werden, weil ihr Inhalt hochwertig ist, nicht weil sie über Penetration wie Social Media, Mailing oder mehrfache Anrufe den Weg zur Zielgruppe gefunden hat. Das ist die Seite der PRler, doch auch auf der Seite der Medien muss wieder verstanden werden, dass Leser durchaus in der Lage sind, Berichte des Volksreporters vom volontierten Redakteur unterscheiden zu können. Hier sind Entscheider an allen Stellen gefragt. Unternehmenskommunikation liefert hochwertige Inhalte, in Medienhäuser bekommen Redakteure die Entscheidungsgewalt zurück und nicht die Finanzabteilung, dann erhalten Medien wieder Vertrauen ihrer Leser, Zuhörer, Zuschauer, Follower. Ein Prozess, der der gesamten Medienlandschaft in Deutschland gut tun würde. Dass dies nicht einfach geht, ist mir auch klar. Aber ohne einen Versuch, haben wir schon verloren.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Ich gebe es zu, ich gehöre zu denen, die keinen Schritt mehr ohne ihr Smartphone gehen. Online sein ist Teil meiner Lebenseinstellung, auch wenn ich mich damit herausreden kann, dass es ja immer für den Job ist. Ich genieße alle Vorteile des Internets, pflege Bekanntschaften auf der ganzen Welt und habe so gut wie jede gesuchte Information in kürzester Zeit. Doch der Umgang mit dem Internet bedeutet auch Verantwortung, denn jeder kann Informationen bereitstellen und als wahr deklarieren. Deshalb gilt es für User, Informationen noch stärker auf ihre Quelle und ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und nicht unüberlegt zu teilen. Klar zu unterscheiden, was ist von Privatpersonen veröffentlicht, was von Medien. Dies ist für den Laien nicht immer leicht, deshalb fordere ich, Medienkompetenz als Schulfach einzuführen, um aus Digital Natives selbstbewusste und professionelle Mediennutzer zu machen.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (wenn Web, bitte mit URL)

Wenn Touristen Freund und Helfer sein möchten, SZ 29.3.16. Nachdem ich gerade aus Kuba zurückkomme, habe ich persönlich erlebt, was es bedeuten kann, wenn Individualtourismus auf All-inclusive-Spass trifft.

ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

“Ich bin Malala“ von Malala Yousafzai. Kommunikation in Kombination mit Politik und Geschichtsunterricht. Einfach erklärt. Ein Tipp für alle, die den Taliban-Konflikt verstehen möchten.

eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast 

Ohne professionelle Basis kein Fortkommen. Deshalb danke ich heute noch Karl Däullary für einen außergewöhnlich inspirierenden Existenzgründerkurs.

das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit

Mein Kalender: Kreativität gut und schön, aber die muss organisiert sein.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Richard Branson. Er hat es geschafft, aus dem Nichts ein Imperium aufzubauen. Ein Businessmann durch und durch, der es trotzdem nicht verlernt hat, die Aufgaben mit der nötigen Prise Humor und Selbstironie zu nehmen. Zudem besinnt er sich auf seine Wurzeln und vergisst nicht, dass es Menschen gibt, denen das Schicksal nicht so positiv beschieden war. Mit einem berühmten Namen die Welt ein wenig besser machen, das gefällt mir.

Weitere exklusive Interviews aus der Netzwirtschaft gibt es hier.