Interview mit Matthias Schmidt-Rex – Go Silicon Valley

Matthias Schmidt-Rex Go Silicon ValleyWer ist Matthias Schmidt-Rex? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Strategie- und Innovationsberater, Coach für Change-Projekte und Netzwerker

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich bin 49, habe afrikanische Wurzeln und meine soziale Prägung in den 70er erhalten. Zu meinem und zum Erstaunen meiner Umwelt, singe ich oft sehr komische Lieder aus dieser Zeit.

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

„Innovationsfähigkeit ist eine Frage des richtigen Mindset“

Wir (Go Silicon Valley, Initiative zur Förderung der Innovationsfähigkeit und Digitalisierung) fördern die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Teams und Unternehmen mit Methoden und Knowhow aus dem Silicon Valley.

Was wir am besten können: Innovation durch Netzwerke schaffen. Wir führen multidisziplinäre Teams innerhalb kurzer Projektperioden zu schnellen Ergebnisse und stellen für den Innovationstransfer die Organisationsstrukturen ein Netzwerk von Mentoren zur Verfügung.

Apropos Superpower: Welches Best Practice Beispiel in Deiner Branche hat Dich besonders fasziniert und warum?

Was Zappos macht finde ich sehr faszinierend, weil sie auch gleich die gesamte Organisationsstruktur hierarchiefrei gestaltet haben. Und zwar mit einem wenig erprobten Ansatz, der sich Holacracy nennt. Das scheint zumindest ein möglicher Weg zu sein, um die Dynamik mit neuen Formen der Zusammenarbeit und des nicht mehr vorhandenen Managements zu lösen. Wir werden sehen…

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

  • Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Das Leben und der Umgang mit dynamischen und unvorhersagbaren Entwicklungen. Das betrifft  Hier sind meiner Meinung nach die größten Veränderungen notwendig.

  • Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Bürokratieabbau ist mit Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung, um mit der Dynamik mindestens standhalten zu können. Damit einher geht für mich auch die Reformation des Bildungswesens. Das fängt bereits im Kindergarten an und geht über das Schulsystem bin hin zum Hochschulwesen. Und es betrifft auch die Ausbildung von Erziehern und Lehrern. Leider ist das förderale System mit den andersartigen Kulturministerien ein sehr großes Hemmnis. Aber auch von der Bundesregierung ist in diesem Bereich deutlich mehr Reformwille und Durchsetzungskraft gefordert.

  • Herausforderung für unseren Markt:

Für mich gibt es keine Herausforderung für den Markt, weil…

  • Herausforderung für unsere Firma:

…sich die Herausforderung eher für Unternehmen ergibt. Sie müssen die richtigen Wege einschlagen, um kundenorientierte Angebote und Services zu bieten. Immer dann, wenn ich in der Lage bin, maximal kundenorientiert zu denken, erhöhe ich automatisch die  Attraktivität meines Unternehmens bzw. meiner Angebote. Und im besten Fall differenziere ich mich damit vom Wettbewerb. Daher schaue ich eher auf meine Kunden und deren Bedürfnisse anstatt darauf, was wohl der Wettbewerb macht.

Wir als Unternehmen legen großen Wert auf eine maximale Vernetzung mit vielen unterschiedlichen Marktbegleitern (Kunden, Dienstleister, Wettbewerber), um möglichst viele Trends und aktuelle Entwicklungen aufzunehmen. Aus diesen Strömungen filtern wir die für uns wichtigen Einflussfaktoren heraus und entwickeln uns und unser Unternehmen weiter. Also immer Augen und Ohren offen halten und schauen, was am Markt passiert.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Was mich ärgert: Die gewaltigen Möglichkeiten des Missbrauchs ärgern mich, z.B. zu sehen an Shitstorms, der großen Bühne für Extremismus und diffamierende Äußerungen.

Was mich freut: Die Transparenz und schnelle Informationsmöglichkeit (was auch gleichzeitig eine Belastung sein kann).

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

  • einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

Puh, da gibt es so viele. Also ich schaue mir gerne Youtube-Channel an, z.B. über Prof. Peter Kruse, Fritz B. Simon, Startup Grind, Stanford Online, The Startup Chat,

Info-Seiten sind z.B. CB Insights, a16z, Strategy Eye Digital Media, Gizmodo,

  • einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

Ich habe gerade die Story von SurveyMonkey gelesen, da der CEO David Goldberg kürzlich gestorben ist. Sein Lebens- und Schaffensweg hat mich sehr beeindruckt.

http://uk.businessinsider.com/the-incredible-life-of-david-goldberg-2015-5

  • ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

Ulrich Weinberg, Network Thinking

  • eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

Schwierig. Aber zumindest ein wichtiger Impuls kam durch einen Design Thinking Workshop

  • das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit (außer dem Kopf 😉

Mail, Slack, Dropbox

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? Und was war das?

Leider auch kürzlich verstorben, aber trotzdem erwähnenswert: Prof. Peter Kruse, weil er ein brillanter Kopf war, der die Veränderungsdynamiken durch das Internet nicht nur sehr gut verstanden, sondern auch eine präzise Darstellung geliefert hat, die ich bisher von keinem so gehört oder gelesen habe.  Er hat mich in meinem Denken und Handeln spontan gefragt sicherlich am meisten beeinflusst.

 

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