Interview mit Marion King –
LES ENFANTS TERRIBLES –
Schule für neues Arbeiten

Marion King LES ENFANTS TERRIBLES Wer ist Marion King? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ex-Marketing-, Projekt- und Account Manager. Ex Head of Human Resources. Seit über 10 Jahre selbständig als Beraterin, Trainerin und Coach zu Themen rund um Führung, Zusammenarbeit und Organisation. Ausgebildet in u.a. systemischer Beratung, Change Management, Organisationsaufstellung und Design Thinking. Business Partner der Integrated Consulting Group. Und vor allem Gründerin von LES ENFANTS TERRIBLES, einer Schule und Bewegung für neues Arbeiten. Lieblingsthema: gut und achtsam Zusammenarbeiten im digitalen Zeitalter.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Ich verleihe NIEMALS Bücher und ich lese NIEMALS gebrauchte Bücher!

Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

Wir sind eine Schule für neues und achtsameres Arbeiten – im digitalen Zeitalter. Wir bieten Seminare, Events und Beratung zu diesem Thema an. Und wir sind gleichzeitig eine Bewegung und Initiative, die dafür sorgen will, dass die Menschen glücklicher beim Arbeiten werden. Wir ermutigen Menschen, wieder mehr Eigenverantwortung für ihr Arbeiten zu übernehmen und einen guten Beitrag für diese Welt zu leisten; wir bringen ihnen bei, wie das gehen könnte und wir zeigen mit unserer Community, den ENFANTS TERRIBLES, Menschen, die genau das schon machen.

Die Superpower liegt in unserer tiefen Überzeugung, dass Arbeiten auch schöner gehen kann.

Apropos Superpower: Welches Best Practice Beispiel in Deiner Branche hat Dich besonders fasziniert und warum?

Ich finde die Initiative von „Augenhöhe“ toll. Das ist ein Filmprojekt, das Unternehmen und deren MitarbeiterInnen zeigt, die Selbstbestimmung und Partizipation in den Mittelpunkt ihrer Zusammenarbeit gestellt haben – die eben auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Der Film zeigt vor allem, dass das nicht nur bei kleinen Unternehmen oder in Startups möglich ist, sondern auch in großen Konzernen. Das Team von „Augenhöhe“ leistet damit einen guten Beitrag zum Thema „New Work“.

Hier ist der Link: http://augenhoehe-film.de

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? 

  • Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

Die Unzufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeit, das ganze Thema Burnout ist eine echte Herausforderung. Wir haben aktuell eine Umfrage gemacht, die u.a. nach den größten Sehnsüchten der Menschen beim Arbeiten gefragt hat. Die Liste mit Themen wie mehr Respekt, Offenheit, Anstand, Vertrauen, Miteinander sowie mehr Selbstbestimmtheit war unendlich lang. Leider wird das viel zu wenig zugelassen. Chefs halten immer noch an ihren alten Mustern und Machenschaften fest. Das zu durchbrechen, weg zu kommen von Machterhalt oder kräftezehrenden Politikspielchen ist eine große Herausforderung. Wir verbringen so viel Lebenszeit mit Arbeit.

  • Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa:

Es hat uns keiner beigebracht, wie wir mit der wachsenden Komplexität und Schnelligkeit unserer Zeit umgehen sollen. Und welche neuen Arbeits- und Organisationsformen, aber auch bessere Kompetenzen z.B. in Kommunikation und Kollaboration das braucht. Die Digitalisierung hat uns einfach überrollt. Dafür bräuchten wir mehr Bewusstsein und mehr Ausbildung. Es wäre gut, wenn Menschen das Arbeiten besser lernen würden/könnte.

  • Herausforderung für unseren Markt:

siehe oben

  • Herausforderung für unsere Firma:

Das werden wir sehen…  🙂

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Ich ärgere mich am meisten darüber, dass ich manchmal im Internet versinke. Und ich freue mich am meisten darüber, dass ich manchmal im Internet versinke.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… 

  • einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin, mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

das t3N Print-Magazin, weil es mittlerweile fast besser und vor allem zeitgemäßer als jede Wirtschaftszeitschrift zum Thema „Zusammenarbeit und Führung“ berichtet

  • einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat 

diese bezaubernde Erklärung zu was „Empathie“ bedeutet:

  • ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

auf jeden Fall „Reinventing Organizations“ von Frédéric Laloux, weil es einen sehr guten Überblick über die Organisationsentwicklung und die Anforderungen an Organisationen im digitalen Zeitalter gibt

  • eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast

der letzte Meditationsretreat mit Florian Palzinsky von Simple Wisdom, weil Florian ein inspirierender Lehrer ist, der einen wieder aufs Wesentliche im Leben zurückbringt

http://www.simple-wisdom.net

und

die HR-Safari der Good School in Zusammenarbeit mit Stephan Grabmeier von haufe umantis, die ich moderiere. Auch für mich jedes Mal echt ein Erlebnis! Zwei spannende Tage für Personaler, die alles über die neue Rolle von HR, über den Einfluss der Digitalisierung, neue Tools und Arbeitsmethoden lernen wollen.

http://www.good-school.de/programme/hr-safari_hr-meets-die-digitalisierung-in-freier-wildbahn

  • das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit 

mein wunderbarer Kalender von „Bindewerk“ (sorry, Papier…)

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Auf jeden Fall mit dem großartigen Gerald Hüther! Abgesehen von seiner inhaltlichen Arbeit, ist er geradeaus und steht für sein Denken, seine Werte und Ideale ein – dazu noch auf eine so charmante Art! Außerdem ist er einer der Wenigen, die sich mit dem Thema „Weiterentwicklung von Männern“ beschäftigt – ein äußerst spannendes Thema 🙂

Weitere exklusive Interviews aus der Netzwirtschaft gibt es hier.